BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Bilanzpressekonferenz (Quelle: Reuters)Der Autobauer BMW rechnet auch in diesem Jahr mit einem Absatzrückgang und fährt seine Produktion weiter zurück. Das sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf der Bilanzpressekonferenz in München. Im vergangenen Jahr waren mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge verkauft worden. Eine Ergebnisprognose für 2009 wagte Reithofer nicht: "2009 wird ein Übergangsjahr, für das derzeit keine verlässlichen Ergebnisaussagen möglich sind."
Nähere Angaben zur Absatzentwicklung von BMW machte Reithofer zunächst nicht. Der Gesamtmarkt dürfte 2009 aber um zehn bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Erst 2010 sei mit einer wirtschaftlichen Erholung zu rechnen. Die derzeitige Maxime sei deshalb, das Geld zusammenzuhalten. "Eine solide finanzielle Basis und hohe Liquidität sind die Grundlage, um unternehmerisch handlungsfähig zu sein." BMW stehe hier gut da. Ende vergangenen Jahres hätten rund 8,1 Milliarden Euro in der Kasse gelegen.
Zehn Prozent Rendite bis 2012
An den langfristigen Zielen ändere sich trotz der aktuellen Marktschwäche nichts, betonte Reithofer. Ziel sei eine operative Rendite von acht bis zehn Prozent im Autogeschäft bis zum Jahr 2012. Im vergangenen Jahr hatte BMW hier wegen hoher Sonderbelastungen durch den Personalabbau und den Verfall der Gebrauchtwagenpreise nur 1,4 Prozent geschafft. Bereinigt um diese Posten waren es 4,2 Prozent.
Kurzarbeit geht im April und Mai weiter
Die Produktion wird nun weiter gedrosselt. Die Kurzarbeit an den Standorten Regensburg und Dingolfing werde auch im April und Mai fortgesetzt, sagte Reithofer. "So sichern wir die Beschäftigung unserer leistungsfähigen Stammbelegschaft, die wir für die nächste Wachstumsphase dringend benötigen." Ein Sprecher ergänzte auf Anfrage, dadurch würden nochmals etwa 40.000 Fahrzeuge weniger gebaut als ursprünglich geplant. Bereits im Februar und März hatte BMW den Ausstoß um etwa 38.000 Autos gesenkt.
Gewinn stürzte 2008 um 90 Prozent ab
Der weltweite Absatz von BMW war im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 1,4 Millionen gesunken. Besonders in den vergangenen Monaten war die Nachfrage aber deutlich eingebrochen. Über die Eckzahlen für 2008 hatte BMW bereits in der vergangenen Woche informiert. Während sich die Einbußen bei Umsatz und Absatz dank eines guten Starts ins Jahr noch in Grenzen hielten, stürzte der Gewinn um 90 Prozent ab auf nur noch 330 Millionen Euro. Grund waren vor allem Rückstellungen für zurückkehrende Leasingfahrzeuge, die derzeit bei weitem nicht den kalkulierten Restwert erzielen. Hinzu kamen Ausgaben für den Personalabbau im vergangenen Jahr.