Nach den News aus den USA hofft die deutsche Autoindustrie auf Zuschüsse vom Bund (Foto: dpa)Weltweit steckt die Autoindustrie in der Krise: Die US-Autoriesen stehen am Rande der Insolvenz, deutsche Hersteller kürzen massiv die Produktion und die ersten Autozulieferer sind Pleite. Kein Wunder, dass der Ruf nach Staatshilfen für die angeschlagene Schlüsselindustrie auch hierzulande immer lauter wird, zumal sich in den USA nun ein Rettungspaket mit milliardenschweren Subventionen für General Motors und Co. abzeichnet.
So billigte das US-Repräsentantenhaus am Mittwochabend (Ortszeit) mit 237 gegen 170 Stimmen einen Gesetzentwurf, der 14 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) an Notkrediten für die drei großen Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler vorsieht. Daneben soll US-Präsident George W. Bush einen Beauftragten ernennen, der die vom Kongress verlangte Umstrukturierung und Sanierung der Unternehmen überwacht. Doch noch steht die Zustimmung des Senats aus - und dort gibt es noch erhebliche Widerstände gegen die Staatshilfen.
Wissmann warnt vor Wettbewerbsverzerrungen
Angesichts der Milliardenhilfen warnen Vertreter der deutschen Autowirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen und fordern nun ebenfalls Staatsgelder. "Wichtig ist für uns, dass alle, die in Amerika produzieren, also nicht nur amerikanische Unternehmen, im Rahmen des Programms gleich behandelt werden", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der "Berliner Zeitung".
EU-Gelder für umweltfreundliche Autos
Zugleich forderte Wissmann Milliarden-Hilfen von der EU für die Entwicklung umweltfreundlicher Modelle. "Damit wollen wir die Erforschung und Entwicklung umweltfreundlicher Autos forcieren", sagte Wissmann. Konkret gehe es um rund 20 bis 40 Milliarden Euro in Form zinsgünstiger Kredite, die in die Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe fließen sollen. 2007 unterstützte die EU die Autoindustrie bereits mit zinsgünstigen Krediten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro.
Bundesländer wollen bei Staatshilfen draufsatteln
Auch die Bundesländer sehen sich angesichts der Zuspitzung der Autokrise in der Pflicht und wollen die Staatshilfen ausweiten. So hat Hessen sein Hilfspaket für die klamme Industrie von 300 Millionen Euro um 500 Millionen Euro erhöht. Auch andere Länder wie Brandenburg und Bayern wollen ihre Hilfen und Staatsbürgschaften ausweiten. Laut "Financial Times Deutschland" (FTD) habe das Wirtschaftsministerium in Brandenburg erste Anfragen für weitere Staatsbürgschaften.
Weiterer Zulieferer vor dem Aus
Die Bundesländer sorgen vor allem um die hiesigen Autozulieferer. Nach der Pleite des Bremsbeläge-Herstellers TMD Friction steht nun laut einem Bericht in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) ein weiterer Zulieferer vor dem Aus: Tedrive habe bereits Insolvenz angemeldet. Von der Entscheidung seien 1500 Beschäftigte betroffen. Grund sollen massive Umsatzrückgänge sein. Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sollen aber zunächst gesichert sein.
Bereits potenzielle Investoren für TMD aufgetaucht
Unterdessen wurde bekannt, dass sich bereits mehrere Interessenten für den insolventen Auto-Zulieferer TMD Friction gemeldet haben. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Frank Kebekus bestätigte entsprechende Zeitungsberichte. "Aber man kann nicht davon sprechen, dass Investorengespräche geführt werden", sagte er. So weit sei man nach drei Tagen einfach noch nicht.