Produktion des Chrysler Crossfire (Foto: ddp)Die ums Überleben kämpfenden US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler haben laut US-Medienberichten eine neue Runde zum Stellenabbau eingeläutet. Den Schichtarbeitern in den Werken seien erneut Abfindungsprogramme angeboten worden. Die Hersteller wollten auf diese Weise eine der Bedingungen für weitere dringend benötigte Darlehen der US-Regierung erfüllen. Ob auch in Deutschland Stellen entfallen, blieb unklar.
Beide Unternehmen hätten Vertreter der Auto-Gewerkschaft (UAW) über die Abfindungsangebote informiert, berichteten das US-Branchenmagazin "Automotive News" und das "Wall Street Journal" übereinstimmend. Ziel sei vor allem der Ausstieg älterer und besser verdienender Mitarbeiter. Der drittgrößte US-Autobauer Chrysler bestätigte das Programm grundsätzlich, nannte aber keine Details. US-Branchenprimus General Motors wollte zunächst nicht Stellung nehmen. US-Wettbewerber Ford verzichtete bislang auf staatliche Notkredite, fuhr aber zuletzt einen Rekordverlust ein.
Ford und GM müssen sparen
Die Opel-Mutter GM und Chrysler können derzeit nur mit Hilfe milliardenschwerer Notkredite des Staates überleben. Sie müssen bis Mitte Februar Pläne für weitere Einsparungen vorlegen. Zu den Bedingungen für weiteres Geld gehört auch die Senkung der Stundenlöhne auf das Niveau ausländischer Hersteller in den USA.
Nicht nur Jobs in den USA
Alle drei US-Hersteller haben in den vergangenen Jahren bereits massiv Stellen abgebaut. GM beschäftigte zuletzt weltweit rund 250.000 Mitarbeiter, davon etwa 95.000 in den USA. Chrysler kommt auf noch etwa 50.000 Beschäftigte, rund 38.000 davon sind in der UAW organisierte Schichtarbeiter.
Daimler noch an Chrysler beteiligt
Der US-Automarkt ist auf steiler Talfahrt. Experten gehen auch für den Monat Januar von einem weiteren Einbruch aus. Die Absatzzahlen für den vergangenen Monat legen alle Hersteller in Kürze vor. Chrysler gehört derzeit zu gut 80 Prozent dem US-Finanzinvestor Cerberus. Den Rest hält noch der deutsche Daimler-Konzern, der den Anteil aber schnellstmöglich verkaufen will. Bisher konnte sich Daimler aber mit Cerberus beim Preis nicht einigen.