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US-Autobauer bekommen 17 Milliarden US-Dollar
21.12.2008, 15:24 Uhr | mfu/ mmr
Bush eilt den US-Autokonzerne mit Staats-Milliarden zur Hilfe (Foto: imago)Die notleidende US-Autoindustriebekommt eine Atempause bis Ende März.Die US-Regierung greift den Konzernen mit insgesamt 17,4 Milliarden unter die Arme. Das Geld soll bis Ende März reichen. Bis dahin müssten die Unternehmen mit harten Sanierungsschritten ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen, betonte Bush am Freitag. Auch Kanada greift den Autobauern GM und Chrysler unter die Arme.
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Zwei Raten für die Autobauer
Das Geld soll aus dem Bankenrettungsfonds in Höhe von 700 Milliarden Dollar kommen und den von der Pleite bedrohten Autobauern General Motors (GM) (GM), Ford und Chrysler zur Verfügung gestellt werden. In einer ersten Tranche sollen 13,4 Milliarden Dollar ausgezahlt werden, und in einer zweiten Rate im Februar weitere vier Milliarden Dollar. Die Regierung erhalte im Gegenzug stimmrechtslose Aktien.
Milliarden auch aus Kanada
Nach den Milliarden-Notkrediten der US-Regierung für General Motors und Chrysler hat am Wochenende auch die kanadische Regierung umfangreiche Hilfen für die Autoindustrie angekündigt. Kanadas Premierminister Stephen Harper wolle ein Hilfspaket in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar (2,37 Mrd. Euro) für die Niederlassungen von General Motors (GM) und Chrysler aus seinem Land anbieten. Kanada und die Provinz Ontario stellen GM demnach einen Kredit von 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. Chrysler soll 824 Millionen Dollar erhalten.
Zusätzlich Kreditprogramm für Autokäufer
Das kanadische Hilfspaket beinhaltet außerdem Hilfen für Zuliefer-Betriebe und ein Kreditprogramm für Autokäufer. Es sei ein "bedauerlicher, aber notweniger Schritt" zum Schutz der kanadischen Wirtschaft, sagte Harper. Laut einer diese Woche veröffentlichten Studie sind in den Autowerken und bei ihren Zulieferern in Kanada rund 219.000 Menschen beschäftigt.
Rettungspaket ohne Alternative
Der scheidende Präsident Bush stellte unmissverständlich klar, dass seine Regierung praktisch keine Wahl gehabt habe. Ohne die Hilfen drohte der Autoindustrie ein "unkontrollierter Zusammenbruch", der die Rezession weiter verschärft hätte. "Das amerikanische Volk möchte, dass es die Automobilhersteller schaffen, und das hoffe ich auch". Zwar habe er als Anhänger der freien Marktwirtschaft schwere Einwände gegen derartige Staatshilfen, aber es gebe derzeit keine Alternative.
Strenge Bedingungen
Trotz aller auch langfristigen Probleme der US-Autohersteller sagte Bush, dass die Autobauer die Kredite auf jeden Fall zurückzahlen müssten. Dabei sind die Kredite an strenge Bedingungen gebunden. So müssen die Unternehmen ihre Kosten kappen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, um etwa mit ausländischen Produzenten in den USA konkurrieren zu können. Arbeitnehmer und Gewerkschaften müssten zu Einschnitten auch bei Sozialleistungen bereit sein. Wenn dies nicht innerhalb der nächsten Monate gelingen sollte, müssten Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz nach US-Muster ins Auge gefasst werden.
GM und Chrysler wollen zugreifen
Ein Regierungsvertreter sagte, GM und Chrysler würden umgehend von der Finanzhilfe Gebrauch machen und den Gürtel bedeutend enger schnallen, um so ihren Reformwillen zu demonstrieren. Chrysler-Chef Bob Nardelli erklärte, sein Unternehmen haben eine entsprechende Absichtserklärung für die Finanzhilfe unterzeichnet. Chrysler sei bereit, die Auflagen zu erfüllen. General Motors begrüßte die Hilfszusage und erklärte: "Dieses Vorgehen hilft viele Jobs zu erhalten und sichert die weitere Arbeit bei GM und den vielen Zulieferern, Händlern und kleinen Firmen im ganzen Land, die von uns abhängig sind." Der Ford-Chef Alan Mulally betonte dagegen, das Kreditangebot nicht nutzen zu wollen.
Geld nur eine Überbrückungs-Hilfe
Experten machten in ersten Reaktionen deutlich, dass die gut 17 Milliarden Dollar lediglich eine Überbrückungs-Hilfe für einige Monate bedeute. Die längerfristige Sanierung komme auf den künftigen Präsident Barack Obama zu, der am 20. Januar sein Amt antritt.
Verschärfter Sparkurs
Unterdessen verschärfen die US-Autobauer ihre Sparmaßnahmen. Bei Chrysler stehen von diesem Freitag an alle Bänder einen ganzen Monat lang still. Die Opel-Mutter
GM stoppte vorläufig die Bauarbeiten an einem Zukunfts-Werk für sparsame Motoren. Berichte über neue Fusionsgespräche mit dem ebenfalls von der Pleite bedrohten Konkurrenten Chrysler wies GM unterdessen zurück.
Cerberus ergreift Initiative
Der Chrysler-Mehrheitseigner Cerberus, ein Finanzinvestor, ergriff dem "Wall Street Journal" zufolge erneut die Initiative für eine Ehe mit GM. Erst vor wenigen Wochen hatte GM solche Verhandlungen abgebrochen, um sich auf seine Finanznöte zu konzentrieren. Es gebe seither eindeutig keine neuen Fusionsgespräche, sagte ein GM-Sprecher auf Anfrage am Sitz in Detroit.
Fusion GM-Chrysler würde 40.000 Jobs kosten
Ein Zusammenschluss würde laut Experten zudem weitere Milliarden etwa für den Abbau von womöglich 40.000 Stellen kosten. Gemeinsam wären US-Branchenführer GM und die Nummer drei, Chrysler, der nach Absatz weltgrößte Autobauer vor dem japanischen Toyota-Konzern. Cerberus sei bereit, Anteile abzugeben, so die Zeitung unter Berufung auf Insider. Mit dem Signal wolle Cerberus die Politik gnädig stimmen und zu den dringend nötigen Milliardenhilfen bewegen. Der deutsche Daimler-Konzern ist noch mit rund 20 Prozent an Chrysler beteiligt, eine komplette Trennung scheiterte bislang.
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Quelle: dpa
, AFP
, dpa-AFX
, t-online.de