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Für die US-Autoindustrie naht die Stunde der Wahrheit
02.06.2009, 12:36 Uhr | oca
GM kurz vor der Insolvenz (Quelle: dpa)Für die US-Autoindustrie naht mit der drohenden Insolvenz von General Motors (GM) und dem Gerichtsentscheid zum geplanten Verkauf von Chrysler an Fiat die Stunde der Wahrheit. Einem Zeitungsbericht zufolge stimmten die Besitzer von GM-Anleihen am Samstag für ein nachgebessertes Angebot für einen Entschuldungsplan zur Restrukturierung des Konzerns. Eine Insolvenz von GM erscheint als unausweichlich, eine von der Regierung unterstützte Restrukturierung als fast sicher. Die Frist für Insolvenzantrag und Restrukturierungsplan läuft am Montag ab.
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Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, Eigner von gut der Hälfte der Anleihen im Umfang von 27,2 Milliarden Dollar (rund 19,2 Milliarden Euro) hätten sich für den Plan ausgesprochen, nach dem die Gläubiger ihre Forderungen in eine zehnprozentige Firmenbeteiligung eintauschen und zudem die Option auf den Erwerb zusätzlicher 15 Prozent der
GM-Aktien bekommen.
US-Regierung setzt Gläubiger unter Druck
Zu den Unterstützern zähle auch eine Gruppe von Groß-Investoren, die rund ein Fünftel der Firmen-Anleihen besäßen, berichtete die "NYT". Die US-Regierung geht davon aus, zunächst selbst eine Mehrheit von bis zu gut 72 Prozent an einem umstrukturierten GM-Konzern zu halten. Die US-Regierung hatte den Gläubigern eine Frist bis Samstag 17.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) gesetzt, um ihre Unterstützung oder Ablehnung des Angebots zu bekunden. Washington hatte jüngst gewarnt, Gläubiger, die sich gegen eine Zusammenarbeit entschieden, "bekommen gar nichts oder nur sehr wenig".
Einigung mit Gewerkschaften
Am Freitag hatte die US-Autogewerkschaft UAW Einschnitten bei GM zugestimmt. Die Mitglieder erteilten der Vereinbarung der Gewerkschaftsführung mit GM mehrheitlich die Zustimmung. Der Sanierungsplan soll Kostensenkungen und eine Verringerung der Schuldenlast bei GM möglich machen. Nach der Vereinbarung würde die UAW künftig nur 17,5 Prozent an einem umstrukturierten GM-Konzern halten. Zunächst war ein Anteil von 39 Prozent vorgesehen.
Streikverbot bis 2015
Die UAW verzichtet weitgehend auf rund 20 Milliarden Dollar, die GM dem von UAW verwalteten Gesundheitsfonds für Rentner schuldet. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass GM-Mitarbeiter bis 2015 nicht streiken.
Chrysler Vorbild für GM
Derweil wurde erwartet, dass ein Konkursgericht in New York am Montag den Deal zwischen dem US-Autobauer Chrysler und dem italienischen
Fiat -Konzern billigen würde. Chrysler, der drittgrößte Autobauer des Landes, hatte Konkurs und Gläubigerschutz und soll nun von Fiat übernommen werden. Chrysler könnte zum Vorbild für den GM-Umbau werden, denn wie Chrysler müsste auch GM einige Marken verkaufen, Händler müssten aufgeben.
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Quelle: t-online.de
, dpa-AFX