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Autokrise: Neuzulassungen in Deutschland gehen weiter zurück

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Neuzulassungen in Deutschland gehen weiter zurück

03.12.2008, 16:49 Uhr | lgs

Auch der deutsche Hersteller Opel leidet schwer unter der Krise (Foto: imago) Auch der deutsche Hersteller Opel leidet schwer unter der Krise (Foto: imago)Die Krise der deutschen Autoindustrie wird sich nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA 2009 noch verschärfen. Nach dem Absatzeinbruch in diesem Jahr rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) damit, dass im nächsten Jahr auf dem deutschen Markt nur noch 2,9 Millionen Neuwagen verkauft werden. Das wäre das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990.

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VDA-Präsident warnt

"Die Automobilmärkte haben eine Talfahrt genommen, die in dieser Geschwindigkeit und Ausprägung noch nie vorher stattgefunden hat", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Bereits 2008 war der Absatz wegen der Finanzmarktkrise und der allgemeinen Konjunkturschwäche eingebrochen: Der VDA rechnet bis zum Jahresende mit "knapp unter 3,1 Millionen" Neuzulassungen.



Automarkt bricht ein

Anfang November hatte der Verband sein Absatzziel von 3,2 Millionen Fahrzeugen kassiert und es auf höchstens 3,1 Millionen Neuzulassungen herabgesetzt. Im Jahr 2007 war der Absatz auf knapp 3,2 Millionen Autos gesunken. Im November war der Automarkt in Deutschland erneut um fast 18 Prozent eingebrochen, wie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) bereits am Dienstag mitgeteilt hatten.

Kein Ende der Krise in Sicht

Unterdessen zeigt sich auch der Nutzfahrzeughersteller und Maschinenbauer MAN besorgt. Der Konzern rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Wirtschaftsflaute. Die Krise werde mit voraussichtlich zwei bis zweieinhalb Jahren deutlich laenger dauern als ein normaler Abschwung, sagte MAN-Vorstandsvorsitzender Hakan Samuelsson in Muenchen. Es gebe keinen Grund, davon auszugehen, dass es schnell besser werde. Der Konzern müsse daher sofort reagieren.



Schlappe für Porsche

Auch die Zahl der in den USA verkauften Autos deutscher Hersteller ist drastisch zurück gegangen. Dabei litt der Sportwagenbauer Porsche besonders unter der Zurückhaltung der US-Verbraucher. Die Auslieferungen in Nordamerika sanken nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Monat um 46 Prozent auf 1493 Fahrzeuge, davon entfielen 1378 Fahrzeuge auf den US-Markt. Von der Baureihe Cayenne wurden mit 781 Fahrzeugen 40 Prozent weniger ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Beim Boxster betrug der Rückgang sogar 73 Prozent auf 161 Stück, und bei der 911-Baureihe sank der Absatz um 37 Prozent auf 551 Fahrzeuge.

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Smart-Absatz stützt Daimler

Der Stuttgarter Autobauer Daimler verbuchte einen Absatzrückgang um 29,9 Prozent auf 15.991 Autos. Dabei stützte die Einführung der Kleinwagenmarke smart die Verkaufszahlen etwas. Der smart wird erst seit Januar in den USA verkauft und kam im November auf einen Absatz von 1889 Fahrzeugen. Seit Jahresbeginn wurden damit 22.281 smarts in den USA abgesetzt. Die Marke Mercedes-Benz verbuchte ein Absatzminus von 38,2 Prozent auf 14.102 Stück.

Lichtblick für BMW

Beim bayerischen Konkurrent BMW waren die Verkaufszahlen seines Kleinwagens Mini ebenfalls der einzige Lichtblick. Insgesamt sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 26,8 Prozent auf 19.762. Seit Jahresbeginn ging der Absatz damit um 6,8 Prozent auf 281.564 Einheiten zurück. Von der Marke BMW wurden mit 15.217 Fahrzeugen im November 36,1 Prozent weniger verkauft. Die Marke Mini verzeichnete mit einem Plus von 43,1 Prozent auf 4545 Einheiten einen deutlichen Absatzanstieg.

Audi-Verkaufzahlen sacken ab

Am besten unter den deutschen Anbietern schlug sich die VW-Tochter Volkswagen of America mit einem Absatzrückgang um 19,2 Prozent auf 14.295 Einheiten. Seit Jahresbeginn liegt das Absatzminus bei 2,1 Prozent. Die Volkswagen-Tochter Audi konnte sich im November nicht mehr gegen den negativen Trend stemmen. Die Verkaufszahlen sackten im Vergleich zum Vorjahr um 25,4 Prozent auf 6.788 Stück ab. Im Oktober hatte Audi noch ein leichtes Absatzplus.

Börse reagiert auf Negativbotschaften

Die deutschen Autowerte gehören am Mittwoch nach den Meldungen über kräftige Absatzeinbrüche zu den schwächsten Werten im DAX: Daimler verloren 2,6 Prozent auf 22,96 Euro. BMW büßten drei Prozent auf 19,07 Euro ein. VW gaben 2,8 Prozent auf 283 Euro ab. Porsche dagegen stiegen um 0,2 Prozent auf 45,96 Euro. Händler und Analysten sprachen insgesamt von einer "dramatischen", teils auch von einer "alarmierenden Situation". Allerdings schnitten die deutschen Hersteller im internationalen Vergleich immer noch besser ab als die Wettbewerber. Wichtiger seien zurzeit zudem Neuigkeiten aus Washington über die von den schwer angeschlagenen US-Autobauern zur Rettung nachgefragten 25 Milliarden US-Dollar, hieß es. Allein General Motors (GM) braucht noch im Dezember einen Kredit über vier Milliarden Dollar und bat bis Ende 2009 um insgesamt 18 Milliarden Dollar Kredit.

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Quelle: dpa , t-online.de , dpa-AFX

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