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Automobilindustrie: Manager prassen trotz Autokrise weiter

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Trotz Pleitegefahr: Automanager prassen weiter

20.11.2008, 10:56 Uhr | sky

Jobs streichen - Jets behalten: Wagoner, Nardelli, Mulally (Foto: dpa) Jobs streichen - Jets behalten: Wagoner, Nardelli, Mulally (Foto: dpa)Wasser predigen, Wein trinken - obwohl die Großen Drei der US-Autobranche kurz vor dem Bankrott stehen, halten ihre Konzernchefs nichts vom Sparen: Zur Anhörung vor dem US-Kongress in Washington erschienen die Vorstandsvorsitzenden von Ford, General Motors und Chrysler im teuren Privatjet, wie der amerikanische Fernsehsender ABC berichtet. Selbst die erste Klasse einer regulären Fluglinie sei für Rick Wagoner, den Leiter von General Motors, Alan Mulally von Ford und Robert Nardelli von Chrysler nicht gut genug gewesen.
ABC-Video - Top-Manager gönnen sich Privatjet
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GM hält sich eine ganze Flotte

General-Motors leiste sich für Wagoner einen 36 Millionen Dollar teuren Luxusjet, erläuterte ABC - ferner halte sich GM sogar eine ganze Flotte für das Management. Derweil bettelte der Konzernchef in Washington alleine für sein Unternehmen um zehn bis zwölf Milliarden Dollar Staatshilfe. Der Trip für Wagoner habe den Autokonzern schätzungsweise 20.000 Dollar gekostet. Dabei fliege Northwest Airlines im günstigsten Preis für 288 Dollar von Detroit nach Washington und zurück, die erste Klasse koste 837 Dollar. Wagoner wollte sich vor der Kamera nicht zu dem Luxusjet äußern.




Ford streicht Jobs - und behält die Flieger

Ford-Chef Mulally erhalte ebenfalls einen Firmenjet - den auch seine Frau nutzen darf. Diese Regelung ist laut ABC Teil der Vergütung, die im vorigen Jahr 28 Millionen Dollar betragen habe. Mulally lebt nicht in der Autostadt Detroit, sondern im rund 3100 Kilometer entfernten Seattle. Seine angeschlagene Firma habe noch genug Geld, um ihn an jedem Wochenende von den Großen Seen an die Westküste zu fliegen. Vor dem Kongress betonte Mulally, dass seine Firma schon stark gespart habe: 17 Werke seien geschlossen und 51.000 Mitarbeiter entlassen worden. Dennoch unterhält Ford laut ABC eine Flotte von acht Privatjets. Auch Mulally habe eine Antwort auf die Frage von ABC zur Jet-Thematik verweigert.

Empörung in den USA

"Das ist ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler," kommentierte Tom Schatz, Präsident des Steuerzahler-Bundes Citizens Against Government Waste (Bürger gegen die Verschwendung in der Regierung) auf ABC. "Per Firmenjet nach Washington zu fliegen und dort um die rettende Hand zu bitten, ist unerhört.“ In vielen Internet-Foren zum Aktienmarkt schlug das Thema ebenfalls kräftig Wellen.




Sparen nur in der Theorie

Die Luxusreisen stehen im krassen Gegensatz zu den Aussagen der drei Manager, die sich vor dem US-Kongress bescheiden gaben: Chrysler-Chef Nardelli sagte, er würde sich in der aktuellen Krise mit einem Jahresgehalt von einem Dollar zufriedengeben. "Dazu wäre ich bereit", antwortete der Manager bei einer Anhörung vor dem US-Senat auf die Frage des demokratischen Senators Jon Tester. General-Motors-Chef Wagoner erläuterte allgemein, er sei zu Opfern bereit und verwies darauf, dass seine Bezüge halbiert worden seien. Ford-Chef Mulally wies darauf hin, dass in seinem Konzern bereits Prämien gestrichen und Gehälter gekürzt worden seien.

Steuergeld für Manager

Der demokratische Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Chris Dodd, sagte, die Bezüge der Chefs der Autokonzerne seien "ziemlich üppig". Er verwies auf das 28-Millionen-Dollar-Gehalt von Mulally. In der aktuellen Lage müsse "die Reaktion der Öffentlichkeit" berücksichtigt werden, sagte Dodd. Die Bürger glaubten, dass die öffentlichen Gelder eingesetzt würden, um die Gehälter der Manager zu subventionieren.

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Quelle: dpa , t-online.de

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