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Automobilindustrie: VW spielt Porsche-Übernahme durch

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Volkswagen spielt Porsche-Übernahme durch

23.04.2009, 09:46 Uhr | Financial Times Deutschland, mmr

Bald auch Porsche-Wagen im VW-Glaskasten? (Foto: dpa, Montage: t-online.de) Bald auch Porsche-Wagen im VW-Glaskasten? (Foto: dpa, Montage: t-online.de) Nach den Meldungen um Finanzierungsprobleme von Porsche bei der Volkswagen-Übernahme, lotet der Wolfsburger Konzern nun seinerseits den Kauf des Sportwagen-Herstellers Porsche aus. "Finanzvorstand Pötsch rechnet", sagte ein Insider der "Financial Times Deutschland" (FTD). #


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Machtkonstellation würde auf den Kopf gestellt

Würde Volkswagen die Überlegungen umsetzen, würde das die bisherige Machtkonstellation in Europas größtem Autokonzern völlig auf den Kopf stellen. Porsche hält nach monatelangen Aktienkäufen 50,8 Prozent an VW und strebt offiziell weiter die Übernahme von mindestens drei Vierteln der Anteile an.

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Grund für den VW-Vorstoß sind die großen Probleme von Porsche, den Übernahmeplan zu finanzieren. Schon jetzt drücken die Stuttgarter 9 Milliarden Euro Netto-Schulden. Die Zinszahlungen zehren den operativen Gewinn weitgehend auf. Eine Aufstockung würde den Konzern weitere Milliarden kosten, ohne dass er für Zinszahlungen und Tilgung Zugang zu Volkswagens Barreserven bekäme. Gegen einen dafür notwendigen Beherrschungsvertrag, der normalerweise ab 75 Prozent möglich ist, hat das Land Niedersachsen indirekt ein gesetzliches Vetorecht.



Niedersachsen unterstützt VW-Planspiele

Das Bundesland, mit 20,01 Prozent Großaktionär von VW, unterstützt nach FTD-Informationen die Planspiele. "Ministerpräsident Wulff spielt eine konstruktive Rolle", sagte ein Beteiligter. Es gilt als sicher, dass der CDU-Politiker sich seine Unterstützung mit Zugeständnissen für den Verbleib von Autowerken in Niedersachsen ausgleichen lässt.

Wie verhält sich der Porsche-Clan?

Eine Porsche-Übernahme durch Volkswagen würde zwar auch weiter zu einer Fusion der beiden Autokonzerne führen - allerdings dann mit dem deutlich umsatzstärkeren DAX-Konzern in der Führungsrolle. Wie ein solches Konstrukt im Detail aussehen könnte, ist allerdings noch vollkommen unklar. Ob der Plan eine Chance hat, hängt von den Familien Porsche und Piëch ab, denen praktisch sämtliche Stammaktien von Porsche gehören. Deren Wert legte am Mittwoch leicht um 0,5 Prozent zu und betrug insgesamt rund 8,33 Mrd. Euro. VW war am Mittwoch an der Börse rund 75,6 Mrd. Euro wert.



Piëch könnte mächtigster Automanager werden

Sollten die Wolfsburger Porsche übernehmen, würde Ferdinand Piëch zum mächtigsten Automanager der Welt aufsteigen. Er ist zwar bereits Aufsichtsrats-Chef von VW, in der Porsche-Holding und unter den alten Vorzeichen aber nur zweiter Mann hinter seinem Cousin Wolfgang Porsche.

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Porsche versucht Geld aufzutreiben

Parallel versucht das Porsche-Management um Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter, den alten Plan zu retten und frisches Geld für die Aufstockung der Anteile und die Entschuldung des Sportwagenbauers zu organisieren. Porsche hofft dabei, dass die EU das Vetorecht Niedersachsens mittelfristig kippt. "Die beiden kämpfen", sagte ein Beteiligter. Denkbar ist, bei den Eigentümerfamilien eine Kapitalerhöhung zu organisieren. In der Diskussion ist etwa, ob Porsches wertvolle Vertriebsfirma mit Sitz in Österreich als Sacheinlage eingebracht werden kann. Allerdings geht auch das nicht ohne Piëch.

Helfen Araber dem Porsche-Konzern?

Das "Manager Magazin" berichtete am Mittwoch zudem, dass Porsche momentan Gespräche mit möglichen Investoren aus dem Nahen Osten führt. Nach FTD-Informationen haben die Kontakte allerdings lediglich sondierenden Charakter. Ein VW-Sprecher lehnte am Mittwoch einen Kommentar ab. Ein Porsche-Sprecher sagte, ihm sei nichts von Übernahmeplänen bekannt, zu Überlegungen der Eignerfamilie könne er sich nicht äußern.

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Quelle: Financial Times Deutschland

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