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Autoversicherung: Die Merkwürdigkeiten der Wildunfälle

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Die Merkwürdigkeiten der Wildunfälle

05.10.2011, 08:06 Uhr | Financial Times Deutschland

Bei Unfällen mit Seehunden zahlt die Teilkasko (Foto: imago) (Quelle: imago)

Bei Unfällen mit Seehunden zahlt die Teilkasko (Foto: imago) (Quelle: imago)

Seehund ja, Schwein nein - das Jagdgesetz legt fest, für welche Tierunfälle die Auto-Teilkaskoversicherer aufkommen müssen. Doch die Regelungen sind ziemlich merkwürdig. Rennt ein Reh vors Auto, zahlt die Teilkasko anstandslos. Kommt aber eine Kuh dem Wagen in die Quere, geht der Halter leer aus. Bei einem Zusammenstoß mit einem Seehund dagegen würde die Teilkasko zahlen.

Bei Teilkasko nur Haarwildschäden

Selbst für die bizarre Regelwelt der Assekuranz rufen die Versicherungsbedingungen für Unfälle mit Tieren Staunen hervor. Ob Seehund, Kuh oder Reh: Bei der Vollkasko ist die Lage übersichtlich. Dann reguliert der Versicherer immer den Schaden. Kompliziert dagegen liegt die Sache, wenn das Auto teilkaskoversichert ist. Häufig sehen die Bedingungen vor, dass der Versicherer nur für Schäden aufkommt, die durch Haarwild verursacht werden.

Seehunde und Schneehasen

Als Haarwild gelten alle Tiere, die das Bundesjagdgesetz in Paragraf 2, Absatz 1, Nummer 1 aufzählt. Auf der illustren Liste finden sich neben Rotwild, Feldhase, Luchs und Fuchs unter anderem Seehunde, Schneehasen und Wisente. Dagegen stehen die in den hiesigen Breitengraden viel häufiger anzutreffenden Kühe, Ziegen, Schafe, Schweine oder Pferde ebenso wenig auf der Liste wie Fasane, andere große Vögel oder Hunde und Katzen.

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Kuh und Pferd als Lockmittel

Die Versicherer bieten Kunden an, den Schutz auf Tiere zu erweitern, die das Bundesjagdgesetz nicht aufzählt. "Die Bedingungen sind nicht alle gleich", warnt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. "Der Markt ist sehr intransparent." Die gute Nachricht: Die Kfz-Versicherer liefern sich seit Jahren einen heftigen Preiskrieg. Als Lockmittel für Kunden eignen sich Kuh und Pferd bestens.

Zusatzbausteine können Geld kosten

Einige Häuser bieten einen erweiterten Schutz schon in der Grundausstattung der Teilkasko. Der neue Autotarif der Allianz etwa umfasst auch die Regulierung von Schäden nach einem Zusammenstoß mit Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen. Für Kollisionen mit Schweinen oder dem in Mecklenburg-Vorpommern heimisch gewordenen riesigen Laufvogel Nandu zahlt der Versicherer aber nicht. Dafür gibt es einen Zusatzbaustein, der Unfälle mit "Tieren aller Art" abdeckt. Er kostet einen Golffahrer in Braunschweig fünf Euro im Jahr. Das ist nicht viel. Andere Häuser verlangen aber nichts extra.

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Manche versichern alle "Wirbeltiere"

Auch der Münsteraner Versicherer LVM geht in seinem Grundschutz in der Teilkasko über Reh und Hirsch hinaus. Hier sind Kollisionen "mit allen Wirbeltieren" in sämtlichen Tarifen versichert. Kunden sind damit umfassend versorgt - es sei denn, sie stoßen mit Tarantula oder einer Riesenameise zusammen. Bei der DEVK ist im Billigtarif nur Haarwild versichert, im Standardtarif kommen Pferde, Schafe, Ziegen und Rinder dazu. Ab September allerdings sind dann alle Tiere versichert.

Halter von Nutztieren haften nur eingeschränkt

Die Aussichten stehen übrigens schlecht, dass nach einem Unfall mit einer Kuh deren Besitzer den Schaden begleicht. Halter von Nutztieren haften nur sehr eingeschränkt. Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein hat entschieden, dass ein Bauer selbst dann nicht für den Schaden durch sein wild gewordenes Rind zur Verantwortung zu ziehen ist, wenn er die Koppel unzureichend gesichert hat. Jagdpächter haften ebenfalls nicht, versichert ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Jagdverbands: "Wildschweine, Hirsche und Artgenossen gelten als herrenlos, solange sich kein Jäger die Tiere angeeignet hat."

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Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (7)

zum Forum

Thema: "Autoversicherung: Die Merkwürdigkeiten der Wildunfälle"

Henning schrieb: am 4. Oktober 2011 um 10:09:19
(0) (0) @achim
Deshalb streitet "geba" ja auch mit seiner Versicherung. Die will ihm nämlich partout nicht glauben, dass er zu dem Zeitpunkt
noch einen Unfall mit einem TREX gehabt haben konnte. In den 70ern des letzten Jahrhunderts hätte man ihm das glauben müssen. Da gab´s nämlich welche. Get it on.
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achim schrieb: am 23. August 2011 um 16:56:38
(3) (0) @geba
65 millionen jahre ist das her !!!!!!!!

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freemount schrieb: am 15. August 2011 um 00:41:15
(0) (0) danke "jäger"
hatte mich schon gewundert.wollte schon die police rauskramen. danke für die schwarzwildaufklärung.

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