Automobilzulieferer Paragon stellt Insolvenzantrag
06.10.2009, 09:45 Uhr | AP
Paragon in Schieflage (Foto: dpa)Der börsennotierte Automobilzulieferer Paragon AG ist zahlungsunfähig. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sollte noch am Montag beim Amtsgericht Paderborn eingehen, teilte das Unternehmen mit. Die Firma mit Sitz in Delbrück leidet wegen der Absatzkrise in der Automobilindustrie nach eigenen Angaben seit längerem unter Liquiditätsproblemen.
Über Monate hinweg habe der Vorstand mit den Banken intensive Gespräche geführt, um die Kreditlinien zu bewahren und zusätzliche Liquidität zur Überwindung der Krise zu erhalten, erklärte die Firma. Trotz eines deutlich erhöhten Auftragseingangs in den vergangenen Monaten sei es aufgrund der heterogenen Interessen der beteiligten Banken bislang jedoch zu keiner Lösung gekommen.
Paragon plant geordnete Insolvenz
Mit dem bewussten Einleiten einer geordneten Insolvenz will der Vorstand eigenen Angaben zufolge nun für eine Bereinigung des Bankenkreises sorgen und eine Planinsolvenz in Eigenverantwortung anstreben. Dabei bleibt das bisherige Management eines Unternehmens vollständig oder weitgehend im Amt und das operative Geschäft kann unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestimmten Sachwalters praktisch unverändert fortgesetzt werden.
Drastische Verluste
Die Paragon AG hat im Geschäftsjahr 2007 mit rund 594 Mitarbeitern einen Umsatz von 108,9 Millionen Euro erzielt. 2008 wies der Automobilzulieferer im Neunmonatsbericht noch ein Umsatzplus von 11,0 Prozent auf. Ab der zweiten Novemberwoche 2008 kam es dann zu rapiden Auftragseinbrüchen. Der konzernweite Umsatzrückgang in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belief sich auf 39,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein dadurch fehlten dem Unternehmen Deckungsbeiträge in Höhe von 14,0 Millionen Euro.
Paragon hofft auf Sparprogramm
Die Firma hofft nun mit der Planinsolvenz in die Gewinnzone zurückzukehren. Dazu soll auch das aktuelle Sparprogramm beitragen. Das Kostensenkungsprogramm habe im laufenden Jahr bereits 14,4 Millionen Euro Netto-Einsparungen gebracht, hieß es. So habe Paragon die Auslandsniederlassungen in Frankreich, Italien und Japan geschlossen sowie die Tochtergesellschaften in den USA verkauft. Besonders durch den Verzicht auf Leiharbeiter konnte das Unternehmen die Personalstärke von 660 im Oktober 2008 auf 496 Mitarbeiter im August 2009 reduzieren.