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Baden-Württemberg: Wirtschaft hat keine Angst vorm grünen Mann

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Wirtschaft hat keine Angst vorm grünen Mann

29.03.2011, 11:27 Uhr | Financial Times Deutschland

Der designierte baden-württembergische Winfried Ministerpräsident Kretschmann (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Der designierte baden-württembergische Winfried Ministerpräsident Kretschmann (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Unternehmer in Baden-Württemberg reagieren auf die bevorstehende Machtübernahme von Grün-Rot in Stuttgart gelassen. Das gilt für Konzerne genauso wie für die vielen tausend Mittelständler. Auch der künftige Ministerpräsident Kretschmann ist auf Schmusekurs mit den Bossen.

IHK-Chef vertraut Grün-Rot

"Die werden alles tun, damit es dem Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg gut geht", sagte der Stuttgarter IHK-Chef Herbert Müller der "Financial Times Deutschland". Er bescheinigte Grünen und SPD ein starkes Interesse an der deutschen Wirtschaft. Die IHK will möglichst bald mit dem künftigen grünen Regierungschef Winfried Kretschmann sprechen, um den Umbau zum ökologischen Industriestandort mitzugestalten. "Für die Wirtschaft liegt hierin auch eine Chance."

Wer sich bei der Unternehmerschaft im Musterländle umhört - Grün-Rot scheint für die meisten Unternehmer in Deutschlands stärkster Wirtschaftsregion kein Horrorszenario mehr zu sein. Das gilt für die großen Konzerne der Region genauso wie für die vielen Tausend Mittelständler. Zumindest hält sich die Wirtschaft am Tag eins nach der Wahlschlappe von Schwarz-Gelb mit Kritik auffällig zurück. Selbst schärfste Gegner wollen erstmal abwarten, welche Belastungen auf sie zukommen, bevor sie mit einer Abwanderung ihres Unternehmens drohen.

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Daimler und Bosch sehen keine Probleme

Bei Daimler und Bosch gibt man sich aufgeschlossen. "Daimler ist mit Zukunftstechnologien seit Langem führend, was für eine neue Landesregierung ein zentrales Thema ist. Wir werden auch mit der neuen Landesregierung konstruktiv zusammenarbeiten", heißt es. Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch, erwartet, dass "das neue Regierungsprogramm stabile, verlässliche Rahmenbedingungen beschreibt, um das gute wirtschaftliche Klima in Baden-Württemberg zu erhalten und die Stärken des Landes weiter zu stärken". Wolfgang Grupp, Chef des Trikotherstellers Trigema aus Burladingen, befürchtet keine Probleme. "Ich bin überzeugt, dass uns die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg keinen Knüppel zwischen die Beine werfen wird. Kretschmann und SPD-Mann Nils Schmid werden die Unternehmen unterstützen, alles andere wäre doch ein Eigentor."

Auch die Grünen mühen sich um die Unternehmer. So betonte der künftige Ministerpräsident Kretschmann auf seiner ersten Pressekonferenz seine Nähe zur Wirtschaft. "Ich habe gute Kontakte zu unseren Kernbranchen, dem Anlagen- und Maschinenbau." Der Landeschef des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau in Baden-Württemberg, Christoph Hahn-Woernle, lobte denn auch prompt dessen Mittelstandskenntnisse. Für Kerstin Andreae, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, beheimatet im Ländle, zahlt sich jetzt aus, dass die Grünen seit Jahren predigen, dass die ökologische Umsteuerung nur mit und nicht gegen die wirtschaftliche Vernunft realisiert werden könne. Das vorherrschende Gefühl der Unternehmen sei Neugier, nicht Angst. "Die wissen, dass wir keine Pkw verbieten oder das Busfahren vorschreiben wollen", so Andreae. "Aber natürlich werden wir nicht jede Straße bauen." Mark Bezner, Chef des Hemdenherstellers Olymp, ist gespannt, wie Grün-Rot sich schlägt. "Es wird sich zeigen, wie gut und verlässlich dem grün-roten Bündnis der Wechsel von der bisherigen Oppositionsrolle in die ungewohnte Regierungsverantwortung gelingt. Jetzt müssen die Wahlsieger zeigen, dass sie ihren Versprechen auch Taten folgen lassen, ohne den Wohlstand und die Solidität zu gefährden."

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Angst vor Übertreibungen

Einige befürchten dennoch, dass die Grünen übertreiben könnten, dass Kretschmann von der grünen Basis getrieben wird. "Ich schätze Herrn Kretschmann zwar als einen Mann mit Augenmaß, bin aber nicht sicher, ob er nicht von seinen eigenen Leuten überrollt wird", formuliert Brun-Hagen Hennerkes, Chef der Stiftung Familienunternehmen. Für solche Fälle sieht IHK-Chef Müller die "SPD als Korrektiv". Die Partei habe für den Ausbau der Straßeninfrastruktur sehr wirtschaftsnahe Vorstellungen.


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Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (51)

zum Forum

Thema: "Baden-Württemberg: Wirtschaft hat keine Angst vorm grünen Mann"

Cocoschatz schrieb: am 30. März 2011 um 12:10:24
(0) (0) Keine Angst
Ich gehöre zwar zu den Nichtwählern, schätze jedoch Herrn Kretschmann als Mensch sehr. Der ist früher auch politischen
Irrtümern erlegen. Ich hoffe nur, daß er sich von solchen Dialektikern wie Trittin und Fischer nicht an den Karren fahren lässt. Diese zwei haben schlechten Charakter und gefallen sich noch dabei. Pfui... Da gefällt mir ein Özdemir schon besser. Ein guter Ministerpräsident wird Kretschmer allemal sein, wahrscheinlich sogar der beste, den BW je hatte.
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Her damit ! schrieb: am 29. März 2011 um 20:57:05
(0) (0) Angst ...
@JoFi.Was Du nicht alles hörst. Haben die Grünen eigentlich Aufnahmeformulare?Die sind doch sonst so kreativ im Umgang mit
Klopapierrollen.Ich glaube eher die meisten Schwaben sind darüber erschrocken was hier passiert ist.Da wird sich wohl keiner in diese Richtung verirren. Es geht ja nicht jeden Tag irgendwo ein AKW hoch und es wird in Stuttgart auch nichts Großes in den nächsten Jahren passieren.Vielleicht noch ein paar Demos gegen die Automobilindustrie, aber sonst ???
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Joschka schrieb: am 29. März 2011 um 20:16:44
(0) (0) Freundlicher Umgang
Der freundlichen Umgang der grünen Schwaben - mit Schaum vor dem Mund - bei der Demo gegen den Bahnhofsneubau, hat mich
mehr als erschreckt: " da wurde Menschen zu Hyänen "
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