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Bahn kämpft gegen neue und alte Probleme

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Bahn kämpft gegen neue und alte Probleme

09.09.2011, 12:55 Uhr | dpa-AFX

Einige Züge sind zwar einsatzbereit, stehen aber noch immer auf dem Abstellgleis (Quelle: dapd)

Einige Züge sind zwar einsatzbereit, stehen aber noch immer auf dem Abstellgleis (Quelle: dapd)

Gedrosseltes Tempo für Triebwagen, aufwendige Extra-Inspektionen an ICE-Achsen, Durcheinander im Fahrplan: Hartnäckige Technikmängel in Teilen ihrer Flotte bremsen die Bahn im täglichen Betrieb immer wieder aus - sehr zum Ärger der genervten Kundschaft. Konzernchef Rüdiger Grube hat es längst zur ständigen Top-Priorität erklärt, das "Brot- und Buttergeschäft" zuverlässig in den Griff zu bekommen. Da macht es dem bundeseigenen Verkehrsriesen zu schaffen, dass sich bei millionenschweren Großaufträgen für neue Züge Probleme aufstauen. Zudem stehen 100 neue Züge auf den Gleisen und warten auf ihren Einsatz; bisher vergeblich.

Die Linie hat Grube klar formuliert: "Wir werden keinen Zug mehr von der Industrie abnehmen, wenn er nicht die Qualität bringt, die wir auch bestellt haben." Denn Konstruktionsfehler haben erhebliche Auswirkungen: ICE-Vorzeigezüge und die Wagen der krisengeplagten S- Bahn Berlin müssen noch für einige Jahre viel öfter zu technischen Sicherheitsuntersuchungen in die Werkstätten als vorgesehen. Andere Nahverkehrszüge durften vorerst nur maximal 100 Kilometer pro Stunde fahren und benötigen wegen Defekten im System für Zwangsbremsungen einen zweiten Lokführer. Folge: Es fehlen Reservezüge für plötzliche Störungen - gerade mit Blick auf den bald wieder nahenden Winter.

"Brauchen schneller mehr Züge auf den Gleisen"

Das Problem hat auch den Bund als Eigentümer der Bahn alarmiert. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lud Grube, Vertreter der großen Hersteller Siemens und Bombardier Transportation sowie des Eisenbahn- Bundesamts als Zulassungsbehörde zu einem Spitzentreffen. "Wir brauchen schneller mehr Züge auf den Gleisen", verlangte der Minister schon vor dem Gespräch. Und mahnte: "Die Absprachen und Zeitpläne zwischen den Vertragspartnern sind deshalb extrem wichtig."

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Die Bahn als einflussreicher Großkunde hat nämlich einer in der Branche lange üblichen Praxis abgeschworen. Züge, die wie "grüne Bananen beim Kunden reifen, werden wir nicht mehr zulassen", betont Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. Drastische Folgen zeigen sich aktuell bei den Regionalzügen des Typs "Talent 2", die schon 2009 zur Flotte stoßen sollten. Bis Ende dieses Jahres erwartet die Bahn eigentlich 178 Exemplare - doch 100 fertige Züge stehen seit Monaten nur auf Abstellgleisen herum. Ihnen fehlt wegen technischer Schwierigkeiten die Zulassung, wie geordert Tempo 160 zu fahren. Und Tempo 140, das vorerst möglich wäre, will die Bahn nicht akzeptieren.

Längere Wartezeiten

Auch bei 16 neuen ICE-3-Zügen gibt es längere Wartezeiten. Statt zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen die ersten im Februar 2012 kommen, die letzten wohl erst Ende 2013. Beim sechs Milliarden Euro teuren Rekordauftrag für die künftige Fernzuggeneration mit dem Projektnamen ICx handelte die Bahn daher ein Paket an Absicherungen mit Siemens aus. Vor der Serienfertigung sollen zwei Züge 14 Monate im Probebetrieb laufen. Qualitätsanforderungen wollen beide Seiten schon während des Baus nur einstimmig abnehmen. Und Siemens muss den Auftrag vorfinanzieren, die Bahn zahlt erst bei Übernahme.

Flankierend hat die Bundesregierung rechtliche Vorgaben geändert, die in den kommenden Jahren Engpässe vermeiden helfen sollen. So beschloss das Kabinett, dass nicht allein die Betreiber, sondern auch die Hersteller für Sicherheit und Qualität von Zügen verantwortlich sind. Ein spezielles Handbuch legt zudem Anforderungen und Abläufe fest und soll die Zulassung von Schienenfahrzeugen beschleunigen.

Viele Störungen in den Wintermonaten

Neben dem Ringen mit den Herstellern wappnet sich die Bahn auch selbst für die störanfälligere kalte Jahreszeit. Verschärft im Visier stehen dabei die Weichen. Über neue Einsatzpläne sollen Mitarbeiter etwa schneller am Ort sein, um hohen Schnee oder von Zügen fallendes Eis wegzuschaufeln. Chaostage, wie sie Reisenden aus den jüngsten Wintern in unguter Erinnerung sind, wollen die Manager tunlichst vermeiden. Völlig ausschließen können sie Störungen im knapp 34.000 Kilometer langen Gleisnetz aber nach wie vor nicht.


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Quelle: dpa-AFX

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Kommentare (7)

zum Forum

Thema: "Bahn kämpft gegen neue und alte Probleme"

Andy schrieb: am 9. September 2011 um 22:49:58
(0) (0) Bahn
Viele kommentare die hier ich hier lese kennen nur die Bahn vom Bahnsteig oder von der Flimmerkiste.Die wahrheit ist ,das die Industrie
die Bahn alles schmackhaft macht und dann der Bahn nur Schrott liefert ,vom ICE bis Regionalzüge und Loks.Dann passiert das ,das EBA die Züge ,Loks und Waggons kein zulassung (Wie TÜV) gibt ,wegen Produktionsmängel .Ausserdem stört mich auch das Wasserwege und Strassen der Staat die kosten übernimmt nur die Fahrwege der Bahn nicht.
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Realistikus schrieb: am 9. September 2011 um 20:19:00
(1) (0) zurück zu bewährter Praxis
Der neue Vorstandschef Herr Grube hat wohl keine Schuld an der Krise, aber sein Vorgänger. Stellt sich die
Frage, was war der Grund dafür, dass neue Schienenfahrzeuge vor Inbetriebnahme nicht getestet wurden. Ein Schelm der Böses dabei denkt!!!!!
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Angekotzter schrieb: am 9. September 2011 um 18:49:33
(0) (0) Die Bahn und ihr Chef
Das Hauptproblem der Bahn ist, falsche Prioritäten gesetz zu haben bzw. zu setzen. FALSCH ist: Börsenorientierung,
völlige Ignorierung des Güterkraftverkehrs, Konzentration der Reiseverkehrsinvestitionen auf den ICE-Bereich, Stuttgart 21. RICHTIG wäre: Eingeständnis, dass die Bahn ein Dienstleistungsbetrieb ist und bleibt, der keine Überschüsse erwirtschaften kann, LKW-Fernverkehr flächendeckend auf die Schiene, Mehr Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen, K 21, Rücktritte Grube u. Kefer
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