Bank of America zahlt wegen Finanzkrise Milliarden
29.06.2011, 12:40 Uhr | dapd, dpa-AFX, sky
Filiale der Bank of America (Foto: Reuters) Die Finanzkrise wird für die US-Großbank Bank of America und ihre Hypothekenbank-Tochter Countrywide immer teurer. Beide Kreditinstitute zahlen 8,5 Milliarden Dollar an Geschäftspartner, die sich getäuscht sahen. Damit legt die Bank of America Klagen im Zusammenhang mit ihrem Verhalten beim Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts im Zuge der Finanzkrise 2008 bei. Die Börse applaudierte. Händler sagten in einer ersten Einschätzung, dass die Belastung etwas geringer ausfällt als erwartet.
Die US-Großbank erwartet im gerade zu Ende gehenden zweiten Quartal wegen der problematischen Geschäfte aus der Vergangenheit einen Verlust von 8,6 Milliarden bis 9,1 Milliarden Dollar (bis zu 6,3 Milliarden Euro).
Eine Gruppe von 22 Investoren, zu denen auch die BayernLB und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehören, hatte sich bei US-Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen gefühlt. Die Investoren verhandelten so lange mit der Bank of America, bis diese einer Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar zustimmte.
Aufräumen bei Ramsch-Hypotheken
"Wir werden weiterhin mit aller Kraft daran arbeiten, bei den Hypotheken-Themen aufzuräumen", sagte Bankchef Brian Moynihan. Dies geschehe im besten Interesse der Anteilseigner. Nach seinen Worten stammen die Probleme vor allem aus der Übernahme des einst wichtigen US-Immobilienfinanzierers Countrywide mitten in der Finanzkrise. Zusätzlich zu den 8,5 Milliarden Dollar aus dem Vergleich mit den Investoren legt die Bank of America weitere 5,5 Milliarden Dollar beiseite.
Größter Vergleich eines Finanzunternehmens bisher
Der "Spiegel" hatte zuvor in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf das "Wall Street Journal" berichtet, die Zahlung wäre der größte Vergleich, den jemals ein Kreditinstitut geschlossen hat. Die Bank of America gehört zu den bedeutendsten Kreditgebern des Landes. Mitten in der Krise übernahm sie den Immobilienfinanzierer Countrywide, als dieser bereits schwächelte. Der Zukauf erweist sich im Nachhinein immer mehr als ein Fehlgriff.