
09.02.2012, 19:35 Uhr | Financial Times Deutschland
Der Finanzdistrikt in London (Quelle: Reuters)
Die Wirtschaft des Landes schrumpft. Dagegen sollen weitere Milliarden aus der Druckerpresse der Notenbank helfen. Deren Chef gibt zu, dass die Inflation das Volk "ausquetscht".
Die britische Notenbank pumpt weitere 50 Milliarden Pfund in den Markt. Das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren werde auf 325 Milliarden Pfund aufgestockt, teilte die Bank of England mit. Das Pfund machte einen Freudenhüpfer: Die britische Währung stieg um 0,3 Prozent auf 1,1970 Euro.
In den vergangenen drei Jahren erwarben die Währungshüter um Notenbankchef Mervyn King bereits Wertpapiere im Wert von 275 Milliarden Pfund, davon 200 Milliarden Pfund während der Wirtschaftskrise 2009. Im Lichte von Euro-Krise und Konjunkturabkühlung wurde das Programm im Oktober nach langer Pause wieder aufgenommen, die seither ausgegebenen 75 Milliarden Pfund reichen nach Auffassung der Bank of England aber nicht.
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Denn die britische Wirtschaft ist im zurückliegenden Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Für eine Leitzinssenkung - die klassische Methode zur Vermehrung der Geldmenge - hat die Bank of England kaum noch Spielraum: Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken entscheidende Satz liegt schon seit März 2009 auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Deshalb kauft die Notenbank den Instituten Wertpapiere ab, um sie mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen und die Kreditvergabe anzukurbeln.
Das Vereinigte Königreich hat sich von den Krisenjahren 2008 und 2009 noch nicht erholt. Damals schrumpfte die Wirtschaftsleistung um insgesamt 5,6 Prozent. Nach einem Plus von 2,1 Prozent 2010 ging es im vergangenen Jahr nur noch um schwache 0,9 Prozent aufwärts. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,4 Prozent, das ist der höchste Stand seit 15 Jahren.
Trotzdem ist die lockere Geldpolitik umstritten, denn die Inflationsrate liegt über vier Prozent. Im September war sie sogar auf 5,2 Prozent geklettert. Notenbankchef King ist sich des Problems durchaus bewusst: Die privaten Haushalte seien durch die Kombination aus stagnierenden Löhnen und Teuerung in den vergangenen Jahren regelrecht "ausgequetscht" worden, sagte er kürzlich.
Angesichts der Abkühlung des Wirtschaftswachstums auch in Kontinentaleuropa sowie in den Schwellenländern rechnet die Bank of England aber mit einem Rückgang der Teuerungsraten. Die Inflation wurde aus Sicht der Währungshüter vor allem durch die hohen Weltmarktpreise für Öl und andere Rohstoffe angeheizt.
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Auch eine Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2011 trug zum Anstieg der Verbraucherpreise bei. Die Notenbank wies darauf hin, dass der Effekt der Steuererhöhung sich ab sofort nicht mehr in den jährlichen Inflationsraten niederschlagen werde. Deshalb wäre die Teuerungsrate ohne weitere Anleihekäufe mittelfristig wahrscheinlich unter den angestrebten Wert von zwei Prozent gerutscht, argumentierten die Währungshüter.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Sigi schrieb:
am 10. Februar 2012 um 18:03:30
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britisches Pfund
Die Bank of England ist genau wie die FED in Privathänden und sie versucht es mit den gleichen Mitteln wie die USA -
Blüten drucken!
Aber genau diese Verfahrensweise wird die Staaten in den Ruin treiben. Die Arbeitslosigkeit steigt in den USA wie auch in GB und damit die Armut - die Staaten werden aber, ähnlich wie jetzt in Griechenland, zu extremen Sparmassnahmen aufgefordert. Und wen treffen diese Massnahmen? Richtig - das Volk!
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Rainer schrieb:
am 10. Februar 2012 um 13:11:38
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Bank of England wirft mit Pfund um sich
Auch eine quntitative Lockerung der Geldmengen bringen den Finanzbetrügern (Wallstreet, London)
nichts, denn das Ergebnis ist weiter nichts als Verwässerung. Die Schudenhöhe bleibt und erhöht sich entsprechend nominal.
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Wachstumswahn schrieb:
am 10. Februar 2012 um 12:59:47
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@ Webranth
Ich glaube nicht, dass Großbritannien der nächste Sanierungsfall sein wird.
Die Hochfinanz ist zwar gierig, aber nicht dumm.
Sie
wird es nicht zulassen, dass ihre Geldvermehrungsmaschine, die Londoner City, den Bach runter geht und dort das Chaos ausbricht.
Nur wenn z. B. die ungarische Notenbank das Gleiche tun würde, dann, ja dann wäre sicherlich Ungarn dem Untergang geweiht. Das ist eben der kleine Unterschied. Immer fragen, wem nützt es?
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