
09.01.2012, 17:56 Uhr | Financial Times Deutschland
Auf Europas Banken rollt 2012 eine riesige Refinanzierungswelle von 725 Milliarden Euro zu. Können sie diese Welle nicht reiten - sprich: ihre Anleihen nicht bedienen und neue Papiere auflegen - droht ein Kollaps des Finanzsystems.
Und das in einer Situation, in der die Staaten kein Geld mehr für Banken- und Konjunkturhilfen haben. Kritisch wird vor allem die Refinanzierung unbesicherter, vorrangiger Anleihen. Das sind Anleihen, die einzig durch die Bonität des Emittenten besichert sind und nicht durch Vermögenswerte und deren Besitzer im Insolvenzfall zuerst bedient werden. Laut Datenanbieter Dealogic müssen Europas Banken 2673 dieser Anleihen über 485 Milliarden Euro refinanzieren und damit 60 Milliarden Euro mehr als 2011. 2013 sind dann 331 Milliarden Euro zu bedienen.
"Die Wiederöffnung des Marktes für vorrangige Anleihen ist der Schlüssel der Bankenfinanzierung", stellt Deutsche-Bank-Experte Jim Reid fest. Wegen der unabsehbaren Folgen der Schuldenkrise herrscht aber so ein großes Misstrauen gegenüber den meisten Banken, dass zuletzt schon niemand mehr deren unbesicherte Anleihen kaufen wollte. Die Banken suchen daher verzweifelt nach Alternativen zu dieser traditionellen Refinanzierungsform.
Nur begrenzt eine Alternative sind besicherte Anleihen wie der Pfandbrief. Da diese mit Sicherheiten wie Immobilienkrediten abgedeckt werden müssen, bildet der Bestand dieser Forderungen die Obergrenze des Emissionsvolumens - ein quasi natürlicher Hemmschuh. Diskutiert wird daher eine Renaissance der Verbriefung sowie Mischformen von Verbriefungen und Anleihen wie etwa Structured Covered Bonds.
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Hilfe bietet die Europäische Zentralbank (EZB). Sie hat vor Weihnachten den Banken der Eurozone fast 500 Milliarden Euro für drei Jahre zu günstigen Zinsen geliehen, im Februar folgt der nächste Tender dieser Laufzeit. Das ermöglicht den Banken, Anleihen zurückzuzahlen, ohne an den Markt gehen zu müssen. EZB und Regierungen bieten zudem weitere Hilfsmaßnahmen an.
Quelle: Financial Times Deutschland
Wolfgang schrieb:
am 11. Januar 2012 um 18:11:36
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Bankanleihen
Das große und notwendige Spiel des Kapitalismus.
Es ist durchaus möglich auch ohne diese Lügereien zu leben.
Machen wir uns
nichts vor , der Ausstieg wird steinig .
Unsere Gesellschaftstrukturen hängen mit starken Dratseilen an
diesem Lügenpasch.Und wer soll das ändern? Das Volk !!
Wir können nur hoffen ,da einigermaßen gut raus zu kommen.
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Zvika schrieb:
am 9. Januar 2012 um 08:18:07
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Zuviel Geld
Es zeigt sich wieder: Es gibt zuviel (Buch)Geld und zuwenig Anlagewerte, weil sich die Finanzmärkte ungehindert aufblähen
durften. Dank an die Fundamentalkapitalisten und die Nationalstaaten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und die Finanzhaie bis heute frei agieren lassen. Die Blase ist noch nicht geplatzt...
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Wutbürger schrieb:
am 8. Januar 2012 um 23:29:11
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Bankanleihen
Die Banken hinterlegen bei der EZB als Sicherheiten Papiere, die sie sich selbst "begeben", obwohl sie kein Geld
haben...Und wenn sonst niemand das Zeug kauft, das sie am Markt loswerden wollen, dann kaufts halt auch die EZB. Ein autarker Kreislauf. Und das große Kapital fließt inzwischen aus dem EURO-Raum ab. Und sicher gibts auch schon Wettscheine auf das Knalldatum.
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