17.10.2011, 19:06 Uhr | dpa-AFX, dapd, AFP
Muss Paris um sein Top-Rating fürchten? (Quelle: imago)
Nach Italien und Spanien muss jetzt womöglich auch Frankreich um seine Bonität zittern: Die Chefvolkswirte von Commerzbank und Barclays Capital Deutschland, Jörg Krämer und Thorsten Polleit, rechnen damit, dass Paris seine Top-Kreditwürdigkeit verlieren wird. Darüber hinaus warnt Polleit davor, dass auch Deutschland ins Blickfeld der Bonitätswächter geraten könnte.
"Ein neues Rettungspaket für die Schuldenländer im Süden der Währungsunion wird auch die französischen Staatsfinanzen belasten", sagte Krämer "Handelsblatt Online". Er sehe daher die Gefahr, dass die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote Frankreichs bereits in den kommenden Wochen mit einem negativen Ausblick versieht.
"Im kommenden Jahr könnte dann die Bestnote von AAA endgültig fallen", sagte Krämer weiter. Zum einen werde das Wirtschaftswachstum "deutlich" nachlassen. "Zum anderen dürften die Politiker wegen des Präsidentenwahlkampfs zögern, Steuern zu erhöhen oder Ausgaben zu senken."
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Auch für Barclays-Chefökonom Polleit ist die Gefahr, dass Frankreich sein AAA-Rating verliert, nicht von der Hand zu weisen. "Die Probleme der heimischen Banken können zu massiven zusätzlichen Belastungen für die Finanzlage des französischen Staates werden", sagte Polleit "Handelsblatt Online". Und die Haushaltslage der Franzosen sei bereits alles andere als vertrauenserweckend.
Polleit hält es überdies für möglich, dass auch Deutschland ins Visier der Rating-Agenturen geraten könnte. Zwar könne Deutschland mit seiner bisherigen Haushaltsplanung, wenn sie sich denn umsetzen lasse, die Schuldenlast bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den kommenden Jahren absenken.
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Das jedoch bedinge, dass keine neuen Belastungen für den Haushalt erwachsen. "Die Hilfeleistungen aber, die die Bundesregierung nun anderen Euroraum-Ländern geben will, können zu einer drastischen Verschlechterung der Entwicklung der Schuldenlasten führen, die dann in der Tat auch Zweifel am AAA-Rating Deutschlands wecken könnten."
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ein Auseinanderbrechen der Eurozone an die Wand gemalt, sollte Frankreich sein Top-Rating verlieren. Ansgar Belke, DIW-Forschungsdirektor für Internationale Makroökonomie, begründete dies bei "Handelsblatt Online" mit der Bedeutung Frankreichs für den Euro-Rettungsschirm EFSF. Das Land stehe mit der zweithöchsten Garantiesumme gerade. Ein Verlust des AAA-Ratings könne daher "eine tragende Säule des Euro-Rettungsschirms ins Wanken bringen", erklärte Belke. Folglich würde sich hierdurch im Extremfall auch "die Wahrscheinlichkeit für das Auseinanderbrechen der Eurozone erhöhen".
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Die Ratingagentur Standard & Poor's hat derweil die Kreditwürdigkeit von zwei spanischen Regionen herabgestuft. Wie die Agentur mitteilte, werden die Stadt Barcelona und der Großraum Madrid künftig statt mit "AA" nur noch mit "AA-" und einem negativen Ausblick bewertet. Als Grund dafür führte sie in beiden Fällen die "ungewissen Wachstumsaussichten Spaniens" aufgrund hoher Schulden und hoher Arbeitslosigkeit an. Barcelona und Madrid werden demnach aber auch schlechter bewertet, weil die spanischen Regionen auf finanzielle Unterstützung durch die Zentralregierung angewiesen sind und auch die Kreditwürdigkeit Spaniens insgesamt gesenkt wurde.
Erst vor kurzem hatte Standard & Poor's die Bewertung Spaniens von "AA" auf "AA-" herabgestuft und sich damit der Ratingagentur Fitch angeschlossen, die Spanien in ihrem Rating von "AA+" auf "AA-" abgesenkt hatte. Die spanische Wirtschaft war von der weltweiten Finanzkrise und der geplatzten Immobilienblase 2008 stark getroffen worden.
Quelle: AFP , dapd , dpa-AFX
Hans schrieb:
am 18. Oktober 2011 um 11:12:16
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Frankreich
Wenn das so kommt ist es eine Katastrophe. Dazu kommt, dass jetzt am Mittwoch und Donnerstag die zwei größten
Gewerkschaftsverbände, öffentlicher Dienst und Privatwirtschaft, einen 48-stündigen Generalstreik durchführen. Europa scheint zu zerbrechen.
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Uwe schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 20:33:30
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Herabstufung Frankreichs
Die Rating Agenturen sitzen in den USA,also in dem Land,welches die Höchste Staatsverschuldung überhaubt hat.Geht
man nach der Rating weise,mit der diese Agenturen vorgehen,dann müsste die USA schon längst auf Ramschniveau Herabgestuft sein.Ist sie aber nicht und deshalb täte unsere und EU Politik gut daran,die jeweiligen USA Botschafter einzubestellen und eine dringende Diplomatische Note zu verkünden.Die Rating Molche führen einen Finz und Wirtschaftskrieg gegen Europa!! Weg mit den Läden!!!
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badbremer schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 18:26:34
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Rating
Alle und jeden herabstufen . Sind doch sowieso alles nur Lügner und Betrüger . Dann sind alle wieder auf einer Stufe , und........
alles kann wieder von vorne beginnen .
usw.usw.usw.
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