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Banken drohen wegen Dubai Milliarden-Ausfälle

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Europas Banken zittern um Dubai

27.11.2009, 17:31 Uhr | Financial Times Deutschland

In Dubai liegen die Nerven blank (Foto: Reuters) In Dubai liegen die Nerven blank (Foto: Reuters)Europäischen Geldinstituten drohen im Fall einer Pleite Dubais hohe Abschreibungen: Die Forderungen der Geldhäuser an die Golfregion belaufen sich auf mehrere Milliarden Dollar - zusätzlich könnten hohe Belastungen durch Credit Defaults Swaps entstehen. Das Emirat hatte am Mittwoch um Zahlungsaufschub für das staatseigene Unternehmen Dubai World gebeten. Der Konzern hat nach offiziellen Angaben 59 Milliarden Dollar Schulden. Anleger fürchten, dass Banken weltweit Anleihen der Firma halten - und noch schlimmer betroffen wären, wenn das Emirat selbst in die Pleite schlittert. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem großen und vor allem finanzstarken Bruder Abu Dhabi - doch der zögert.

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40 Milliarden Dollar Dubai-Risiko

Analysten der Credit Suisse schätzen, dass europäische Banken Kredite für bis zu 40 Milliarden Dollar an Staatsunternehmen aus Dubai ausgereicht haben. Sie müssten ihre Risikovorsorge um fünf Prozent erhöhen, wenn sie die Hälfte davon verloren geben.



Britische Banken stark investiert

Die gesamten Forderungen ausländischer Banken gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Dubai gehört, beliefen sich zum ersten Halbjahr auf 123 Milliarden Dollar, wie Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigen. Fast drei Viertel davon entfallen auf europäische Banken. Mehr als 50 Milliarden Dollar haben allein britische Banken in ihren Büchern, deutsche Institute gut zehn Milliarden Dollar.

Deutsche Bank und Commerzbank wohl nicht betroffen

Selbst wenn nur ein Bruchteil davon auf Dubai entfällt, ist das Risiko beträchtlich. Die Bundesbank sieht auf die größten deutschen Banken bis 2010 ohnehin bis zu 90 Milliarden Euro Abschreibungen zukommen - eine Dubai-Pleite wäre eine zusätzliche Belastung. Die Banken versuchten, die Anleger zu beruhigen - oder äußerten sich gar nicht, wie die Postbank. Deutsche Bank und Commerzbank haben Kreisen zufolge kein oder nur ein unerhebliches Engagement bei Dubai World.

Credit Suisse und UBS unter Druck

Zu den großen Verlierern an der Börse gehörten Credit Suisse und UBS. Beide Schweizer Banken haben Investoren aus dem arabischen Raum als Großaktionäre. "Anleger fürchten, Golfstaaten könnten gezwungen sein, ihre Aktien auf den Markt zu werfen, um Löcher zu stopfen", sagte ein Händler. "Die Weltretter sind selbst in Nöten, wer soll da noch als zukünftiger Retter auftreten?"



Munich Re wiegelt ab

Der Rückversicherer Munich Re teilte mit, er sei nicht in Dubai investiert. Die Hannover Rück wertete mögliche Verluste als vernachlässigbar, ebenso die Allianz. Ähnlich äußerten sich der niederländische Finanzkonzern ING und die britische Großbank Lloyds. HSBC und Standard Chartered gaben keine Stellungnahme ab, haben einer Studie von Goldman Sachs zufolge aber jeweils mehr als zehn Milliarden Dollar Kredite an Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgereicht.

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Landesbanken in Arabien engagiert

Von den Landesbanken kamen unterschiedliche Signale. Die HSH Nordbank räumte ein Engagement in Dubai ein, ohne es zu beziffern. Die WestLB hat dem Vernehmen nach keine Kredite an Dubai World ausgereicht. Zur Höhe der Forderungen an das gesamte Emirat macht sie keine Angaben, ebenso die LBBW. Helaba und Landesbank Berlin sagten, sie seien nicht betroffen. Die Positionen der BayernLB sind dem Vernehmen nach gering. Die Nord/LB äußerte sich nicht.



Ausländische Banken spielen Dubai-Risiken herunter

Die Banken im Rest der Welt wollen derweil nichts mit einer Dubai-Krise zu tun haben. So sind die französischen Banken nach eigenen Angaben nur begrenzt von der Dubai-Krise betroffen, und auch Italiens Zentralbank rechnet für den dortigen Bankensektor nicht mit Problemen. Ähnlich äußerten sich Geldinstitute aus China. Diese Äußerungen milderten die Kursverluste an Europas Börsen ab, nachdem Investoren in aller Welt ihre Aktien, Öl- und anderen risikoreichen Investments in Yen-Papiere und Staatsanleihen geflüchtet waren.

Abu Dhabi wohl stärker betroffen

Anders als die europäische und asiatische Finanzbranche scheinen Banken aus Dubais Nachbar-Emirat Abu Dhabi stärker bei Dubai World engagiert zu sein. Sie hatten auf dem Hochpunkt des Immobilienbooms im großen Stil Kredite an Firmen aus Dubai vergeben, bevor die Finanzkrise 2008 auch diesen Wirtschaftszweig in die Tiefe riss. Die Abu Dhabi Commercial Bank ist mit mindestens acht bis neun Milliarden Dirham (1,4 bis 1,6 Mrd. Euro) bei Dubai World im Geschäft. Die US-Bank JP Morgan zeigte sich "weniger besorgt" um das direkte Engagement internationaler Banken bei Dubai World. Um das Emirat Abu Dhabi, das auf hunderten Milliarden Dollar sitzt, hat das Institut keine Angst.

Hohe Risiken bei Kredit-Versicherungen

Banken, die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) für Staatspapiere aus Dubai verkauft haben, drohen zusätzliche Belastungen. Bei einer Pleite des Emirats müssen sie die CDS-Käufer auszahlen. Dem Wertpapierabwickler DTCC zufolge stehen CDS im Wert von 4,4 Milliarden Dollar auf Dubai aus. Beobachter halten das tatsächliche Volumen für größer, da der CDS-Markt nicht reguliert ist. Hinzu kommen DTCC zufolge Kontrakte über 2,1 Milliarden Dollar auf den Hafenbetreiber DP World, einer Dubai-World-Tochter. Obwohl die Firma nicht von der Restrukturierung betroffen ist, schoss der CDS am Donnerstag um 20 Prozent nach oben.

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Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de

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