11.09.2010, 14:55 Uhr | dpa
Die HRE braucht Garantien bis zu 40 Milliarden Euro für die Gründung einer "Bad Bank" (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der Staat muss die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) erneut mit Milliarden-Hilfen stützen. Das Münchner Institut erhält vorübergehend weitere Staatsgarantien von bis zu 40 Milliarden Euro, wie der Bankenrettungsfonds Soffin am späten Freitagabend in Frankfurt/Main mitteilte. Spekulationen über eine drohende Insolvenz wurden in Bankkreisen klar zurückgewiesen.
Die bis Jahresende befristeten Bürgschaften für die verstaatlichte HRE sind nötig, um mögliche Risiken bei der geplanten milliardenschweren Auslagerung von Altlasten auf eine Abwicklungsbank ("Bad Bank") abzusichern. Auch sollen Liquiditätsengpässe durch die jüngste Entwicklung an den angespannten Finanzmärkten vermieden werden.
Hintergrund der neuen Garantien ist die geplante Auslagerung von Risikopapieren (toxische Wertpapiere) sowie nicht mehr benötigten Geschäftsteilen der HRE auf eine "Bad Bank". Dabei geht es um Vermögenswerte von etwa 180 Milliarden Euro. Die in der deutschen Bankenlandschaft einmalige Transaktion beginnt Ende September.
Die von Altlasten bereinigte und wesentlich kleinere Kernbank soll dann neu durchstarten und als profitables Institut bis 2014/15 wieder privatisiert werden. Bankenverkleinerung und späterer Verkauf an Investoren sind Auflagen der EU-Kommission. Brüssel muss der "Bad Bank" und den neuen Hilfen noch zustimmen. Der Garantierahmen für die HRE beläuft sich damit zeitweise auf insgesamt 142 Milliarden Euro.
Der Beschluss sei gefasst worden, "um vor und bei der geplanten Transaktion jegliche Liquiditätsengpässe auszuschließen", erklärte der Soffin. HRE als auch der Bund befürchten, dass es bei der Ausgliederung zu technischen Pannen kommen könnte. So könnte es Verzögerungen bei der einen oder anderen Überweisung geben. Für diese Transaktionsrisiken gibt es einen Garantierahmen von 20 Milliarden.
Mit den anderen 20 Milliarden Euro soll bei kurzfristiger Zuspitzung der Marktlage auf mögliche Liquiditätsprobleme reagiert werden können. Unter anderem stiegen zuletzt Risikoaufschläge auf Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten. Das Geschäft mit Staatsanleihen ist ein Kernbereich der HRE. Hinzu kommt eine für das Institut ungünstige Zins- und Dollarentwicklung.
Der Immobilienfinanzierer stand in der Finanzkrise mehrfach vor dem Aus. Mit Staatshilfen von mehr als 100 Milliarden Euro wurde das Institut am Leben gehalten. HRE-Chefin Manuela Better hatte kürzlich erklärt, nach Auslagerung der Milliarden-Altlasten würden für die bereinigte Kernbank schon 2011 schwarze Zahlen angestrebt.
Quelle: dpa
dummer Bürger schrieb:
am 11. September 2010 um 16:20:00
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Peanuts...
Kann mir das mal einer erklären wenn man Schrott Papiere in eine Bad Bank auslagert wo dann die Milliarden hin sind? Wenn ich
für einen Kumpel für 1000€ bürge dann muss ich doch die 1000€ auch haben und der Staat? Ich versteh es einfach nicht das diese Regierungs und Finanzkasper das Volk mit solchen Unsummen so verarschen und keiner kann es richtig erklären. Ich würde die Bank in die Pleite rauschen lassen denn früher oder später kollabiert das System sowieso und Rente gibts eh nimmer.
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tztztz schrieb:
am 11. September 2010 um 15:55:07
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An WG
Ich denke, dass Du da ggf. auf dem Holzweg sein könntest. Ende 1989 - zwar in der damaligen DDR, aber eben auch in Deutschland - wurde
schon einmal kathegorisch festgestellt: "Wir sind das Volk!". Wenn uns die Politik und die Bankrotteure (ach so, Banker) weiter so auf der Nase herumtanzen, kann ich mir vorstellen, dass der Topf irgendwann schlagartig überkocht. Dann heißt es u.U. wieder - und zwar auf der Straße - "WIR SIND DAS VOLK!!!!!"
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WG schrieb:
am 11. September 2010 um 15:32:19
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Aufstand
Wenn ich hier lese"auf die Straße gehen usw.". Das wird in Deutschland nie geschehen, und das wissen die Politiker ganz genau. Es
könnte evtl. zu einer neuen Partei rechts der Mitte kommen, wenn sich Merz oder Koch dafür zur Verfügung stellen. Die ändert aber auch nichts für den Normalbürger.
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