
23.11.2010, 10:30 Uhr | Spiegel Online
Bankenplatz Frankfurt: Die Iren schulden deutschen Banken 138 Milliarden Euro (Foto: imago) (Quelle: imago)
Irlands Finanznot wird größer - und mit ihr die Angst der deutschen Großbanken vor Verlusten: Insgesamt 138 Milliarden Dollar an Forderungen halten sie gegenüber irischen Schuldnern. Besonders stark hat sich die taumelnde Hypo Real Estate engagiert. Dabei erreicht die Irland-Krise am Nachmittag ihren vorläufigen Höhepunkt: Die Finanzminister der Euro-Länder tagen in Brüssel. Spätestens dann wird sich entscheiden, ob der finanziell angeschlagene Staat EU-Hilfen beantragen muss oder nicht.
Deutschlands Großbanken dürften die Entwicklungen genau verfolgen: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, halten sie gegenüber irischen Schuldnern rund 138 Milliarden Dollar an Forderungen. Diese Zahlen gaben sie jedenfalls im Juli bekannt - seinerzeit mussten die Institute im Rahmen des ersten europaweiten Stresstests genau angeben, welche Anleihen sie zum Stichtag 31. März 2010 in einzelnen EU-Staaten besitzen.
Das Engagement der verstaatlichten Hypo Real Estate ist demnach am größten. Ihre Forderungen gegenüber dem irischen Zentralstaat und den Gebietskörperschaften beliefen sich auf 10,3 Milliarden Euro, erinnert die "FAZ". Der Immobilienfinanzierer steckt gut ein Jahr nach der Verstaatlichung immer noch tief in den roten Zahlen. Im dritten Quartal entstand vor Steuern ein Verlust von 408 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in München bekannt gab. In den ersten neun Monaten lag das Minus vor Steuern 1,1 Milliarden Euro. Auch die anderen Institute hielten Milliardenpositionen in Irland: unter anderem Staatsanleihen, Verbriefungen, die mit irischen Baukrediten besichert sind oder Unternehmenskredite.
Ob Irland Staatshilfen braucht oder nicht - darüber gibt es widersprüchliche Angaben: Zeitungsberichten zufolge könnte Irland bald EU-Hilfen von 45 bis 90 Milliarden Euro beantragen. Die Regierung prüft dem "Irish Independent" zufolge, für die notleidenden Banken des Landes Hilfen aus dem EU-Rettungstopf in Anspruch zu nehmen, um Staatshilfen zu vermeiden. Finanzminister Brian Lenihan könne schon beim Treffen mit seinen EU-Kollegen danach fragen. Ein Regierungsvertreter dementierte das. "Ich hoffe, dass nach dem Ecofin-Treffen an diesem Nachmittag und morgen mehr Logik in die Angelegenheit einkehrt", sagte der für Europa-Angelegenheiten zuständige irische Staatssekretär Dick Roche dem britischen Radiosender BBC am Dienstag. "Es gibt keinen Grund, warum wir eine Rettung durch den IWF oder die EU in Anspruch nehmen sollten", sagte er. Es gebe definitiv ein Problem mit der Liquidität von Banken.
Auch die EU-Kommission sieht nach eigenen Angaben keine Notlage. Das Land sei bis Mitte 2011 durchfinanziert, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag. Die Lage der öffentlichen Finanzen in dem Land sei aber "ernst". Die Kommission sei mit den irischen Behörden in engem Kontakt, es werde aber noch kein Hilfsprogramm verhandelt.
Die Regierung kündigte an, 50 Milliarden Euro in den seit der Finanzkrise maroden Bankensektor pumpen zu wollen. Sie dementierte, dass sie einen Hilfsantrag bei der EU gestellt hat - schloss aber nicht aus, dies noch zu tun. "Die Dinge entwickeln sich von Tag zu Tag", sagte Justizminister Dermot Ahern. Er nannte Berichte über schon laufende Rettungsverhandlungen mit der EU eine "Erfindung": "Es laufen keine Gespräche. Wenn es sie gäbe, würde die Regierung davon wissen."
Die mögliche Kredithilfe entwickelt sich in der Eurozone immer mehr zum Streitobjekt. Kleinere Staaten wie Finnland widersetzen sich dem Drängen der Europäischen Zentralbank und großer Länder wie Deutschland, den EU-Hilfsfonds für die Iren rasch zu aktivieren. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Dienstagsausgabe. Der gemeinsame Rettungsfonds sei nur für akute Notfälle gedacht, Irland brauche aber bis Mitte 2011 kein Geld, hieß es in finnischen Regierungskreisen. Bevor der Fonds einspringen kann, müssen alle Euro-Länder ihre Zustimmung geben. In Finnland muss die Regierung das Parlament abstimmen lassen und sogar die Vertrauensfrage stellen. Die Zinsen für irische Staatsanleihen sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen - mittlerweile muss die Regierung bei zehn Jahren Laufzeit neun Prozent Zinsen zahlen. Die Lage Irlands erinnert manche Beobachter an Griechenland.
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Quelle: Spiegel Online
Skeptiker schrieb:
am 16. November 2010 um 19:34:38
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(0)
Gold/Silber - Wald
Sicher kann sich da keiner sein. Auch Grundbesitz ist KEINE Sicherheit. Schaut euch mal nur die Bauern in China an: Durch
staatlich nicht verfolgte Schlägertrupps von der eigenen Scholle vertrieben, damit das Land an Spekulanten weiterveräußert werden konnt.
Sicherheit in dieser Welt gibt es nicht, weil die dir im Zweifelsfall auch deine Kartoffeln samt Vieh klauen.
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Spötter3 schrieb:
am 16. November 2010 um 17:58:46
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(0)
Überhaupt kein Problem !
Wenn Angie, mit einem beeindruckenden Ergebnis wiedergewählt ( KEIN Gegenkandidat bekam auch nur eine Stimme ...
), von ihrer Mutter-Beimer-Veranstaltung zurückkehrt, wird sie gleich ihrem Finanz-Mini die Order erteilen, einen kleinen Scheck auszustellen. Und, DIESMAL läuft es besser, als bei der seinerzeitigen Lehman-Bank-Stütze: Die Überweisung wird getätigt sein, BEVOR Ir-Land
( unser seinerzeitiges Arbeitsplatzwunderland ... ) VÖLLIG pleite ist ...
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Berti schrieb:
am 16. November 2010 um 17:24:26
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(0)
Macht nix
Der Steuerzahler wird das schon richten. Wer die HRE rettet, drückt die paar € locker weg.
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