
26.07.2010, 13:21 Uhr | Financial Times Deutschland
Deutsche Banken tun sich mit Transparenz nach dem Stresstest schwer (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
91 Banken haben beim Stresstest mitgemacht. 84 davon legten wie gewünscht ihre Staatsanleiherisiken offen. Unter den sieben Transparenzsündern sind sechs deutsche Institute - darunter auch die Deutsche Bank.
Nach Abschluss des europäischen Bankenstresstests hat der Generalsekretär des federführenden Aufsichtsgremiums CEBS, Arnoud Vossen, Deutschland und die deutschen Banken attackiert - und ihnen vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben. "Wir waren uns mit allen Aufsichtsbehörden und den Banken einig, dass jede Bank ihre Staatsanleiherisiken offenlegt", sagte Vossen der "Financial Times". Tatsächlich veröffentlichten am Freitag aber nur acht der 14 getesteten deutschen Banken, wie viele solcher Schuldtitel sie besitzen.
Damit setzt sich der Streit zwischen der deutschen Kreditbranche und den europäischen Partnern um die Bekanntgabe der Ergebnisse auch über die eigentliche Veröffentlichung hinaus fort. Die deutschen Banken hatten sich lange dagegen gewehrt, Details zu veröffentlichen. Auch Bundesbankchef Axel Weber sah das Vorhaben skeptisch. Deutschland war damit aber recht allein.
Für die Banken, die ihre Portfolios nicht offenlegten - die Deutsche Bank, die Postbank, die Landesbank Berlin, die DZ Bank, die WGZ Bank und auch die verstaatliche Hypo Real Estate -, besteht damit das Risiko, dass der Eindruck entsteht, sie hätten etwas zu verbergen. Europaweit legte von den 91 getesteten Banken sonst nur die griechische ATE-Bank ihre Bestände nicht offen.
Die betroffenen Häuser wehrten sich am Montag gegen die Vorwürfe. Ein Sprecher der Postbank begründete den Verzicht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters damit, dass die Zahlen veraltet gewesen seien. In dem Stresstest waren die Bilanzen per Ende März geprüft worden. Die Deutsche Bank verwies darauf, dass ihr Risikovorstand Hugo Bänziger im Juni schon die Zahlen genannt habe. Diese zeigen mit Ausnahme Italiens ein verschwindend geringes Engagement in den hoch verschuldeten Ländern am Rande Europas. Ein Sprecher deutete an, dass die Bank sich am Dienstag mit den Quartalszahlen zu ihrem aktuellen Engagement äußern werde.
Teils harsche Kritik an dem Stresstest insgesamt kam am Wochenende vor allem von Wissenschaftlern und Marktteilnehmern. Sie kritisierten, der Test sei nicht hart genug gewesen und sorge nicht für genug Transparenz. Die Mehrzahl geht entsprechend davon aus, dass die Märkte nicht endgültig beruhigt sind.
Aber auch Politiker übten Kritik. "Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht", sagte etwa der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler. "Das ist eher Freizeitstress als richtiger Stress, der da modelliert wurde", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold.
Hintergrund der Bedenken ist auch, dass von den 91 Banken insgesamt nur sieben Institute durchfielen - neben der HRE fünf kleinere spanische Sparkassen und die griechische ATE-Bank. Die nationalen Aufseher wie Jochen Sanio, Chef der deutschen Finanzaufsicht BaFin, verteidigten die Prüfung aber gegen überzogene Kritik. "Der Test ist hart", sagte Sanio.
Die Aufseher räumten aber genau wie verantwortliche Politiker und Finanzexperten ein, dass es nach dem Stresstest nun weitergehen müsse, dem Banken- und Finanzsystem international neue Regeln zu setzen - etwa über höhere Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen und Lösungen für zu große Banken.
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Quelle: Financial Times Deutschland
lonni schrieb:
am 26. Juli 2010 um 13:49:29
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Stressbank
am Ende läuft wieder alles auf die Eigenkapitalquote, das rechnet auch ein Lehrling im ersten Jahr aus.
Wenn die Postbank
veraltete Zahlen beanstandet, dann hat sie doch noch mehr Interesse an einer Transparenz, oder?
Die HRE hat eine Kapitalspritze, eine Garantie und trotzdem nicht bestanden?
Da hat die Hypo/Vereinsbank seinerzeit ein Riesengeschäft gemacht, sich davon zu trennen. Mich wundert nur, das da keiner auf die Idee kommt, Untersuchungen anzustellen, ob da alles rechtens lief.
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Hainchen schrieb:
am 26. Juli 2010 um 13:29:33
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Streßtest
Auch wenn manche Banken den Streßtest bestaden haben auch manche nur ganz knapp, bin ich nach wie vor dafür dafür, dass die
Politik weider hin am Finanzsysdem neue Regeln erarbeiten Europa und auch Weltweit, damit es nicht wieder so eine Weltwirtschaftskriese entsteht, die dann keiner mehr auffangen kann.
Banken müßen wieder das Vertaueshaus zurück kehren, und was sie früher einmal waren. Ohne Gier und Macht.
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