24.09.2008, 08:57 Uhr | Bastian Berkner
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. In diesem Fall ich als Kunde, der es nun schwarz auf weiß hat: Beim Abheben an fremden Automaten werde ich abkassiert und abgezockt. Und das auch noch von meiner eigenen Bank.
Auf läppische sechzig Cent beziffert die Citibank die Kosten für eine Überweisung. Sechzig Cent. Das ist der Preis für zwei Brötchen oder ein Päckchen Kaugummi, aber sicherlich nicht für das Abheben an fremden Geldautomaten. Da zahle ich deutlich mehr. Vier Euro berechnet mir meine Bank für das Fremdgehen und sichtbar wird das erst auf dem Kontoauszug.
Schuld daran ist eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2002, laut der die Euro-Abhebung am Geldautomaten im Ausland nicht teurer sein darf als im Inland. Von Verbraucherschützern in der ersten Euphorie als großer Sieg gefeiert, verwandelte sich die von ihnen unterstützte Neuregelung schnell zum Bumerang. Und nicht nur für sie, sondern ganz besonders für Bankkunden wie mich.
Denn schlau wie Banker nun einmal sind, setzten sie die Regelung auf ihre Weise um. Sie erhöhten einfach die Gebühren im Inland und seitdem kostet das Abheben in München genauso viel wie auf Malle. Und dieser Umstand - oder besser: Zustand - ist der eigentliche Skandal. Anstatt sich gegenseitig zu behindern und vor Gericht zu zerren, sollten die Banken endlich die Gebühren senken. Denn die kann man angesichts der jüngsten Zahlen nur als eins bezeichnen: pure Abzocke!
Ein Kommentar von Bastian Berkner
Quelle: t-online.de
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