
15.06.2011, 10:33 Uhr | Financial Times Deutschland
Jamie Dimon, Chef der führenden US-Großbank JPMorgan Chase (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Richtig berauschend verlief 2010 für die globale Geldbranche nicht. Für die Vergütung in der Chefetage spielt das kaum eine Rolle - die Topleute heimsten erheblich mehr ein als im Vorjahr. Ganz vorne mit dabei: JP Morgan und Goldman Sachs.
Trotz eines wirtschaftlich durchwachsenen Jahres haben Bankchefs in den USA und Europa 2010 nahezu 40 Prozent mehr verdient als ein Jahr davor. Das geht aus einer Untersuchung für die "Financial Times" (FT) hervor. JP-Morgan -Chef Jamie Dimon und Lloyd Blankfein von Goldman Sachs legten einen besonders großen Gehaltssprung hin: Beiden wurde mehr als 15-mal so viel bezahlt wie im Vorjahr. Mit fast 21 Millionen Dollar war Dimon der Spitzenverdiener im Ranking der FT.
Verglichen wurden die Gehälter und Bonuszahlungen von 15 Spitzenbankern. Dabei belief sich die durchschnittliche Vergütung auf 9,9 Millionen Dollar - deutlich mehr als das, was in anderen Großunternehmen bezahlt wird. So verdienten die Chefs von Konzernen im Börsenindex S&P 500 im vergangenen Jahr im Mittel nur rund neun Millionen Dollar.
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Goldman-Sachs-Chef Blankfein hatte im Krisenjahr 2009 noch 863.000 Dollar bekommen. Im vergangenen Jahr erhielt er, auch dank einer Barvergütung in Höhe von 5,4 Millionen Dollar, einen Gesamtverdienst von 14,1 Millionen Dollar.
Die Chefs der britischen Großbanken Barclays, HSBC, Lloyds Banking Group und Royal Bank of Scotland erhielten im vergangenen Jahr Geld und Bonuszahlungen in einer Gesamthöhe von über 26 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatten die vier Bankdirektoren noch auf harsche Kritik der Öffentlichkeit und von Politikern reagiert, indem sie auf ihre Boni verzichteten.
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Trotz alledem zeigen die vom amerikanischen Marktforscher Equilar zusammengetragenen Daten, dass bei den meisten Banken das Gehalt noch deutlich unter dem Niveau liegt, das vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise erreicht worden war. So hatte Goldman-Sachs-Chef Blankfein 2007 beispielsweise über 70 Millionen Dollar von seinem Kreditinstitut erhalten. Dimon konnte 2006 nahezu 40 Millionen Dollar von JP Morgan einstreichen.
Diesseits und jenseits des Atlantiks haben sich die Regulierer nach der Krise dagegen entschieden, die Gehälter von Bankchefs zu deckeln. Vielmehr versuchten sie, die Banker dazu zu bringen, weniger Risiken einzugehen. Um die Abhängigkeit ihrer Mitarbeiter von den jährlichen Bonuszahlungen zu reduzieren, haben die Kreditinstitute zumeist mit einer Erhöhung der Fixlöhne reagiert. Gleichzeitig schütten sie nun Bonuszahlungen und Aktienzuteilungen um mehrere Jahre versetzt aus.
Die Equilar-Daten zeigen allerdings, dass das Grundgehalt weiterhin nur einen geringen Teil der Gesamtvergütung von Spitzenbankern ausmacht. So erhielt James Gorman, der Chef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley, vergangenes Jahr insgesamt 14,9 Millionen Dollar. Sein Fixum dagegen belief sich auf gerade einmal 800.000 Dollar.
Ähnlich Credit-Suisse-Chef Brady Dougan . Er bekam 2010 einen Aktienbonus im Wert von 9,3 Millionen Dollar. Das entspricht fast dem Vierfachen seines Festgehalts.
Zu den größten Gewinnern des vergangenen Jahres gehörten zwei britische Bankdirektoren, die mittlerweile nicht mehr im Amt sind. So konnte der ehemalige Lloyds-Banking-Group-Chef Eric Daniels 2010 sein Gehalt von 5 auf 8,4 Millionen Dollar steigern. Der einstige Barclays-Chef John Varley konnte sein Gehalt um 239 Prozent auf knapp sechs Millionen Dollar verbessern.
Quelle: Financial Times Deutschland
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