Schwaches erstes Quartal für die BASF (Foto: ddp)Nach einem drastischen Umsatz- und Gewinneinbruch hat der Chemiekonzern BASF den Abbau von mindestens 2000 Arbeitsplätzen angekündigt. "In Krisenzeiten kommt es auf schnelles und entschlossenes Handeln an", sagte Konzernchef Jürgen Hambrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Mannheim. Der Umsatz der BASF sank im ersten Quartal um 23 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Der Gewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen ging sogar um 58 Prozent auf 985 Millionen Euro zurück. Das Nettoergebnis sackte um 68 Prozent auf 375 Millionen Euro ab. Die Aktie stieg dennoch.
Trotz der negativen Zahlen stieg die BASF-Aktie bis zum Mittag um rund 7,5 Prozent auf 28,60 Euro. Die Ergebniskennziffern übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Nur der Umsatz verfehlte die Schätzungen. M.M.Warburg beließ die Titel von BASF nach den Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 25,70 Euro. Der Chemiekonzern sei schwach in ein schwieriges Jahr 2009 gestartet und es sei noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, schrieb Analyst Sven Dopke. Eine Kürzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2009 sei möglich. Die Commerzbank hat ihre Einstufung für die Aktien auf "Buy" und das Kursziel auf 40,00 Euro belassen. Das Quartalsergebnis habe über seinen und den Markterwartungen gelegen, schrieb Analyst Stephan Kippe. Grund seien das überraschend starke Agrarchemie-Geschäft und strikte Einsparungen. Wie erwartet blicke das Management des Chemiekonzerns unverändert pessimistisch in die Zukunft.
Keine Hoffnung auf Besserung
Im Jahr 2009 stehe die BASF vor außerordentlichen Herausforderungen, sagte Hambrecht weiter. Die Nachfrage nach chemischen Produkten habe sich seit Jahresbeginn nochmals abgeschwächt, was das weltweite Geschäft im ersten Quartal stark beeinträchtigt habe: "Aus heutiger Sicht ist keine Besserung der Konjunktur im laufenden Jahr zu erwarten." Daher erwarte die BASF für 2009 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr und einen noch deutlicheren Rückgang des Ergebnisses der Betriebstätigkeit.
Weniger Investitionen
Auch die Investitionen würden verringert, sagte Hambrecht. Ausgenommen seien hier der Verbundstandort im chinesischen Nanjing, das Öl- und Gasgeschäft sowie die Forschung und Entwicklung: "Unser Ziel ist es, aus dieser Krise noch stärker herauszukommen." Die Nettoverschuldung sei zudem seit Jahresbeginn um rund 1,5 Milliarden Euro abgebaut worden. Um die Liquidität des Unternehmens zu erhalten, werde der Konzern auf ein weiteres Aktienrückkaufprogramm verzichten.
2000 Jobs fallen weg
Die BASF habe frühzeitig auf die Krise reagiert, die Produktion an die rückläufige Nachfrage angepasst und ihre Vorräte verringert, erklärte der Vorstandschef. Anlagen und Standorte, die die Wettbewerbsfähigkeit der BASF nicht langfristig sicherstellten, würden restrukturiert, falls notwendig aber auch geschlossen oder veräußert: "Bis zum Jahresende 2009 werden wir deshalb mindestens 2000 Arbeitsplätze weniger in der BASF haben."
Mehr Kurzarbeiter
Nach Hambrechts Worten befinden sich derzeit mehr als 4000 BASF-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Diese Zahl werde zum 1. Juni um weitere 3000 steigen. Der Konzern unterstrich, dass es sich bei dem geplanten Jobabbau nicht zwingend um Entlassungen handeln müsse. Das Unternehmen hat seit Jahresbeginn bereits 700 Arbeitsplätze abgebaut. Darunter 400 durch den Verkauf der Katalysatorenproduktion in Nanjing an Südchemie. Die BASF machte keine Angaben dazu, wo in den nächsten Monaten ein Arbeitsplatzabbau oder Werksschließungen anstehen. Der Arbeitsplatzabbau betreffe das Unternehmen weltweit, erklärte eine Sprecherin. Für die BASF sind derzeit weltweit noch 97.000 Menschen tätig.