Baumarktketten wie Praktiker setzen im Frühling wieder mehr um (Quelle: imago)Die Baumarktkette Praktiker hat nach einem schwachen Start ins Jahr wieder gut zu tun. Alleine im April habe Praktiker soviel umgesetzt, dass die Rückgänge aus dem ersten Quartal weitgehend ausgeglichen worden seien, sagte Vorstandschef Wolfgang Werner auf der Hauptversammlung in Saarbrücken. Auch beim Konkurrent Hornbach laufen die Geschäfte wieder besser.
Der Mai zeige sich bisher von einer freundlichen Seite, sagte Praktiker-Chef Werner. "Wir sind also gut in das zweite Quartal gestartet, das Schlüsselquartal eines jeden Geschäftsjahres." Die Kurzarbeit wurde angesichts dessen fast komplett aufgehoben.
Kein Ausblick fürs Gesamtjahr
Eine genaue Prognose fürs Gesamtjahr wollte Werner weiter nicht abgegeben. "Sie ist schier unmöglich." Er wiederholte nur, dass Praktiker auch bei einem rückläufigen Umsatz noch ein positives operatives Ergebnis erzielen könne. In den Heimatmarkt setzt er dabei mehr Hoffnungen als ins Auslandsgeschäft. Praktiker betreibt in Deutschland 241 gleichnamige Märkte sowie 76 etwas höherpreisig angelegte Max-Bahr-Filialen. Hinzu kommen etwa 100 Märkte im Ausland, die meisten davon in Polen und Rumänien.
Zahlen signalisieren konjunkturelle Erholung
Die Aktie zählte bis zum Mittag mit plus 7,5 Prozent auf 7,05 Euro zu den Favoriten im MDAX. Ein Händler sagte: "Viele nutzen die Praktiker-Aktie als sehr zyklischen Wert, um auf eine konjunkturelle Erholung in Deutschland zu setzen." Andere Börsianer verwiesen auch auf den Chart. Nachdem das Papier zuletzt bei 6,96 Euro noch an einem entscheidend wichtigen Widerstand gescheitert sei, scheine dieser nun zu fallen.
Hornbach "vorsichtig optimistisch"
Bei der Konkurrenz stehen die Zeichen ebenfalls auf Erholung: Der Baumarkt-Konzern Hornbach blickt trotz Wirtschaftskrise "vorsichtig optimistisch" in die Zukunft. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (Ende Februar) rechnet das Unternehmen mit einem leichten Plus beim Konzernumsatz, wie die Hornbach Holding AG mitteilte. Allerdings geht Hornbach von einem deutlich niedrigeren Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus. Im zurückliegenden Jahr hatten Immobilienverkäufe das Ergebnis in die Höhe getrieben. Das EBIT stieg im Vergleich zum Vorjahr um 69,8 Prozent auf 179,1 Millionen Euro.
Über hundert Prozent Gewinn bei Bau- und Gartenmärkten
Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat die Bau- und Gartenmarktkette ihren Gewinn trotz Krise annähernd verdoppelt. Das Ergebnis des Gesamtkonzerns stieg um 93,7 Prozent auf 112,9 Millionen Euro, so das Unternehmen. Der Umsatz der Gruppe, zu der auch Baustoffhandel und das Immobiliengeschäft gehören, wuchs um 5,1 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro. Der wichtigste Teilkonzern, die Hornbach Baumarkt AG, die 129 Bau- und Gartenmärkte in neun europäischen Ländern betreibt, steigerte ihren Umsatz um 5,2 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Fläche, also ohne neue Märkte, stieg der Umsatz um 1,4 Prozent. Der Gewinn der europäischen Märkte wuchs um 103,6 Prozent auf 94,9 Millionen Euro.