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Bayer bekräftigt Prognosen für Gesamtjahr 2009

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Bayer schafft Trendwende

27.10.2009, 13:31 Uhr | dpa-AFX, dpa, sky

Das Bayer-Gelände in Leverkusen (Foto: ddp)Das Bayer-Gelände in Leverkusen (Foto: ddp)Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im dritten Quartal dank eines robusten Gesundheitsgeschäfts und einer Belebung im Kunststoffgeschäft die Trendwende geschafft und operativ erstmals in diesem Jahr wieder mehr verdient. Für das Gesamtjahr zeigte sich Konzernchef Werner Wenning in Leverkusen trotz eines schwachen Agrarchemiegeschäfts und Rückgängen bei Umsatz und Gewinn im dritten Quartal zuversichtlich: "An unserer ambitionierten Jahresprognose für den Konzern halten wir weiter fest." Es sei aber noch zu früh, von einem sich selbst tragenden Aufschwung in der Industrie zu sprechen, warnte er. Die Nachfrage dürfte sich langsam verbessern. Ein neuerlicher Einbruch sei nicht zu erwarten. Die Aktien machten anfängliche Kursverluste wett und legten am Mittag in einem etwas festeren Marktumfeld überdurchschnittlich zu.

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Bayer verfehlt Analysten-Prognosen

Trotz einer positiven Überraschung beim operativen Ergebnis hatte der Konzern bei Umsatz und Gewinn die Analysten-Erwartungen verfehlt. Insbesondere das Agrarchemiegeschäft schwächelte. Wenning senkte deshalb für diesen Teilkonzern (Cropscience) das Margenziel 2009. Im Gesamtkonzern erhöhte sich im dritten Quartal das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz sank unterdessen auch wegen der Krise um sieben Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern 249 (277) Millionen Euro.

Bayer eigentlich gar nicht so schlecht

Die Zahlen seien nur auf den "ersten Blick enttäuschend" ausgefallen, begründete ein Händler das frühe Kursminus. Ein anderer Börsianer sagte, bei genauerer Betrachtung sei die Bilanz "nicht so schlecht ausgefallen" und lediglich von Sondereffekten belastet worden.

Die Kapazitäten sind besser ausgelastet

In den drei Geschäftsfeldern war die Entwicklung unterschiedlich. So blieb das Gesundheitsgeschäft (Healthcare), als größter Teilkonzern, die Haupttriebfeder und das Chemiegeschäft (Materialscience) erholte sich weiter. Das operative Ergebnis verdoppelte sich hier im Vergleich zum zweiten Quartal nahezu, blieb aber noch deutlich unter dem Vorjahreswert. "In der Region Asien/Pazifik konnten wir unsere Absatzmengen bereits wieder steigern", sagte Wenning. Die Kapazitätsauslastung sei so hoch wie vor einem Jahr und eine weitere Verbesserung sei zu erwarten.

Einige Sparten werden geschlossen

Die Krise führe zu einem beschleunigten Kapazitätsabbau. Der Teilkonzern Materialscience habe auf die gravierende Nachfrageschwäche umfassend reagiert und bereits frühzeitig erhebliche Produktionskapazitäten in allen Sektoren vorübergehend stillgelegt. Bis zum Jahresende kündigte Wenning die dauerhafte Stilllegung von Produktionskapazitäten für Polyurethane, Coatings, Adhesives, Specialties und Basic Chemicals an. Betroffen sind unter anderem die Folienproduktion in den USA und eine Polyurethan-Anlage in Japan. Die Geschäfte seien langfristig nicht wettbewerbsfähig. Einen zusätzlichen Jobabbau werde es nicht geben. Die Anpassungen dürften über die normale Fluktuation bewältigt werden.

Höhere Kosten für die Restrukturierung

Insgesamt sollen die Umbauprogramme 2009 abgeschlossen werden, neue Umbauprogramme seien nicht in der Diskussion. Allerdings rechnet Wenning für 2009 nun mit deutlich höheren Restrukturierungskosten von rund 350 (bisher: 250) Millionen Euro. Zusätzlichen Restrukturierungsbedarf gebe es im Agrarchemiegeschäft. Trotz der Schwäche im dritten Quartal rechnet Wenning mit einer Normalisierung in den nächsten Monaten und einem weiteren Wachstum im kommenden Jahr.

Bayer sieht die Talsohle erreicht

"Die Weltwirtschaft scheint den konjunkturellen Tiefpunkt überwunden zu haben. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres gehen wir von einer Fortsetzung dieses Trends aus", sagte Wenning. Eine Prognose für 2010 kündigte er zur Vorlage des Geschäftsberichts 2009 an. Er zeigte sich für die weitere Entwicklung des Konzerns in den kommenden Quartalen auch wegen der in den vergangenen Jahren vorgenommenen Neuausrichtung zuversichtlich. 2009 dürfte der Rückgang des bereinigten EBITDA auf fünf Prozent begrenzt werden. Wenning bezeichnete dieses Ziel weiter als ambitioniert. Beim Umsatz rechnet er unverändert mit einem Rückgang von 32,9 Milliarden Euro 2008 auf 31 bis 32 Milliarden Euro.


Quelle: dpa , dpa-AFX , t-online.de

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