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Bayer streicht 1700 Stellen in Deutschland

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Bayer streicht 1700 Stellen in Deutschland

19.11.2010, 08:46 Uhr | dpa-AFX

Bayer streicht 1700 Stellen in Deutschland (Foto: dpa)Bayer streicht 1700 Stellen in Deutschland (Foto: dpa)Bayer setzt den Rotstift an und streicht im großen Stil Arbeitsplätze. Der Konzern will seine Kosten signifikant senken und kappt dazu allein in Deutschland 1700 Stellen - weltweit baut Bayer 4500 Arbeitsplätze ab. Dagegen will der Chemie- und Pharmakonzern 2500 neue Stellen in Schwellenländern schaffen - denn dort liegen die Wachstumsregionen von Morgen. Unterm Strich schrumpft damit die Bayer-Belegschaft um 2000 von weltweit 108.700 Arbeitsplätzen, wie der Konzern mitteilte.

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Bayer plant Innovations- und Investitionsprogramm

Damit startet wenige Wochen nach seinem Amtsantritt der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers mit einem Paukenschlag. Er begründete den Schritt mit einem Innovations- und Investitionsprogramm, für das die notwendigen Mittel "durch eine gezielte Umschichtung von Ressourcen sowie durch Effizienz- und Sparmaßnahmen aufgebracht werden". Außerdem macht Bayer die Gesundheitsreform für einen steigenden Umsatz- und Ergebnisdruck wegen Nachahmerpräparaten (Generika) sowie steigende Entwicklungskosten für die Einschnitte verantwortlich.

Die Einsparungen beziffert Bayer mit jährlich 800 Millionen Euro von 2013 an, von denen die Hälfte wieder in die Geschäfte des Unternehmens investierten werden soll. Profitieren sollen vor allem die Gesundheits- ("Healthcare") und die Agrochemiesparte ("Cropscience"). Das sind die beiden größeren Teilkonzerne - gegenüber der kleineren Kunststoffsparte. "Bis Ende 2012 fallen voraussichtlich Einmalkosten in der Größenordnung von einer Milliarde Euro an - ein Teil davon bereits im vierten Quartal 2010", heißt es in der Mitteilung.

Betriebsrat zeigt sich gesprächsbereit

In Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen nach einer früheren Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2012 ausgeschlossen. Gespräche werden in Kürze aufgenommen. Der Gesamtbetriebsrats Thomas de Win sagte laut Bayer-Mitteilung: "Das ist ein erheblicher Personalabbau mit einschneidenden Veränderungen." In den Verhandlungen soll über die Notwendigkeit möglicher Alternativen und "sozialverträgliche Lösungen" gesprochen werden.

Im einzelnen sollen in Deutschland bei "Healthcare" rund 700 Stellen entfallen, bei "CropScience" rund 300 Arbeitsplätze. Weitere 700 Stellen stehen bei Servicegesellschaften und der Konzernverwaltung auf der Kippe. "Bayer hat in der Vergangenheit notwendigen Arbeitsplatzabbau stets sozialverträglich gestaltet. Das ist mir auch jetzt sehr wichtig", sagte Dekkers.

Börse misst Plänen keine große Bedeutung zu

An der Börse sorgte die Nachricht für Kursgewinne. Die Commerzbank hatte ihre Einstufung für Bayer auf "Hold" mit einem Kursziel von 55 Euro belassen. Mit einem Restrukturierungsprogramm bereite sich der Pharma- und Chemiekonzern auf die Zukunft vor, schrieb Analyst Daniel Wendorff in einer Studie. Ein Händler maß den Plänen indes aber keine größere Bedeutung zu. Daneben gab es Neuigkeiten zu konkurrierenden Medikamenten. Medienberichten zufolge haben die Pharmakonzerne Pfizer und Bristol-Myers Squibb einen Rückschlag mit einem mit dem Bayer-Mittel Xarelto konkurrierenden Blutverdünner erlitten. "Dies dürfte die Stimmung für die Bayer-Aktien anheben", sagte ein Börsianer.


Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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