Keine Entwarnung beim Ölpreis. (Foto: dpa)Anhaltendes Säbelrasseln im Iran und eine neue Prognose über den steigenden Erdöl-Bedarf in der Welt: So sieht das Szenario für weiter anziehende Ölpreise aus. Der Iran hat im Rahmen seiner Militärmanöver am Persischen Golf am Donnerstag erneut mehrere Raketen getestet. Und die Internationale Energieagentur (IEA) erhöhte erstmals seit Monaten ihre Vorhersage zum weltweiten Verbrauch. Auch wenn sich der Preis für ein Fass US-Leichtöl zunächst bei knapp 137 Dollar hielt: Für die Autofahrer in Deutschland verheißen die neuen Nachrichten nichts Gutes.
Die Nachfrage nach Rohöl werde in diesem Jahr bei 86,9 Millionen Fass am Tag liegen, das sind 80.000 Barrel mehr als zuletzt angesetzt, erklärte die IEA in ihrem monatlichen Ölmarktbericht. Im Vergleich zum vorigen Jahr steige die weltweite Nachfrage damit um 890.000 Fass täglich. Dies liege daran, dass zwar in den Industrieländern die Nachfrage zurückgehe, aufstrebende Schwellenländer aber immer mehr Öl verbrauchten.
Prognose nach oben revidiert
Für kommendes Jahr rechnet die Energieagentur mit einer um 1,1 Prozent steigenden Nachfrage. Dies wären nochmals täglich 890.000 Fass mehr als dieses Jahr. Ein Fass entspricht 159 Liter. Zuletzt hatte die Energieagentur ihre Vorhersage fünfmal in Folge gesenkt, nachdem der Ölpreis bis auf 140 Dollar (89 Euro) gestiegen war. Am Donnerstagmorgen wurde das Barrel in Asien für knapp 137 Dollar gehandelt. In den vergangenen Tagen hatte sich der Preis für die US-Marke West Texas Intermediate (WTI) rund zehn Dollar unter ihrem Rekordhoch gehalten, diese Sorte gilt als Messlatte im Markt.
Unterbrecher 70-Tage
Iran feuert Raketen ab
Die paramilitärischen Revolutionsgarden im Iran feuerten am Donnerstag erneut Raketen ab, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Bereits am Mittwoch hatte der Iran neun Raketen getestet, darunter auch die modernste Version der Schahab-3-Rakete, die mit einer angeblichen Reichweite von bis zu 2000 Kilometern ganz Israel treffen könnte. Der Test sei eine Warnung an die “Feinde“ des Iran, hieß es in Teheran.
Warnung vor Provokationen
Die Bundesregierung hatte die iranische Führung gemahnt, angesichts der wachsenden Spannungen “jede Art eines Säbelrasselns“ und weitere Provokationen zu unterlassen. Die USA forderten den Iran auf, den Bau und die Tests der Raketen unverzüglich aufzugeben. Im Fall eines Konflikts droht die Sperre der Straße von Hormuz - durch dieses Nadelöhr am Persischen Golf werden rund 40 Prozent des gesamten weltweiten Ölbedarfes transportiert.