
07.04.2011, 13:47 Uhr | Financial Times Deutschland
Schlechte Zeiten für Saab (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Probleme beim schwedischen Autobauer Saab reißen nicht ab. Nach Produktionsausfällen in der vergangenen Woche mussten die Bänder im Stammwerk Trollhättan am Mittwoch erneut wegen unbezahlter Rechnungen angehalten werden. Zulieferer verweigern die Versorgung mit Teilen. Sie fürchten, aufgrund der angespannten Lage beim Autobauer, kein Geld zu bekommen. Wie lange die Produktion stillstehen wird, sagte Saab nicht.
Durch den erneuten Stillstand der Fertigung droht Saab nicht nur der Verlust von Millionenbeträgen. Auch die Aussagen der Muttergesellschaft Spyker büßen weiter an Glaubwürdigkeit ein. Noch am Montag hatte Spyker - eine defizitäre Sportwagenmanufaktur aus den Niederlanden - die Vorfälle als "kleine Panne" heruntergespielt. Saab stehe nicht am Rande eines Kollaps, versicherte Spyker-Chef Victor Muller.
Aus Gewerkschaftskreisen war zu vernehmen, dass mit einer Wiederaufnahme der Fertigung erst am Dienstag nächster Woche gerechnet werden kann. Erst vor einer Woche wies Spyker jegliche Zahlungsschwierigkeiten zurück. "Saab Automobile ist ausreichend ausgestattet, um seine unmittelbare Liquidität aus bestehenden und zugänglichen Quellen zu bestreiten", hieß es bei Spyker. Branchenkenner beziffern jedoch den Kapitalmangel auf 1 bis 2 Milliarden Kronen (rund 111 bis 222 Millionen Euro), so die schwedische Wirtschaftszeitung "Dagens Industri". "Wir arbeiten an einer soliden Finanzierung und reden mit den Lieferanten", sagte ein Saab-Sprecher.
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Die Zahlungsprobleme spielen dem russischen Investor Wladimir Antonow in die Hände. Antonow hatte Spyker-Chef Muller vor einem Jahr geholfen, die Übernahme von Saab finanziell zu stemmen. Bis dahin gehörte Saab zum US-Autobauer General Motors. Nun will Antonow selbst Anteile an Saab erwerben. Bislang war der russische Manager in Schweden aber wegen der unklaren Herkunft seines Vermögens als Investor nicht erwünscht. Die dortige Regierung bürgt für einen Kredit von 500 Mio. Euro der europäischen Investitionsbank (EIB) an Saab und will Antonow nicht als Teileigner.
Antonow soll nun fünf europäische Großbanken kontaktiert haben, um 3,6 Milliarden Kronen zu leihen. Mit dem Geld plane er, den hochverzinslichen Kredit der EIB abzulösen, so "Dagens Industri". "Der EIB-Kredit muss durch einen Kredit abgelöst werden, der nicht politisch gesteuert ist", so Antonow-Berater Lars Carlström. Auch erhofft sich Saab Geld durch Lizenzverkäufe des erst im März vorgestellten Showcars "Phoenix". Für den futuristischen Sportwagen gebe es angeblich Interessenten in China.
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Für Saab ist die derzeitige Krise eine von vielen. Der Autobauer hatte 2009 als erste Tochter von General Motors Insolvenz anmelden müssen. Erst in letzter Sekunde fand sich Spyker als Käufer. Ab 2012 will Spyker mit Saab wieder schwarze Zahlen schreiben. Als Produktionsziel nannte Muller 80.000 Fahrzeuge in diesem Jahr. 2010 hatte Saab lediglich 32.000 Autos produziert.
Quelle: Financial Times Deutschland
ottokarl schrieb:
am 7. April 2011 um 17:09:18
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Saab
Für eine politische Lösung der Finanzklemme ist das Unternehmen zu klein.Die Banken werden sich vornehm zurückhalten und auf fehlende
Unterlagen verweisen und der kleine Malocher am Fliesband wird seine Arbeit verlieren.obwohl er an allem keine Schuld hat."Eben Kapitalismus pur"dank unserer Bankenwelt.Die grössten Schweine der freien Marktwirtschaft die Großbanken werden gerettet und der kleinste im Getriebe wird eben arbeitslos.
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