Beiersdorf überzeugt die Anleger (Foto: ddp)Der Kosmetikkonzern Beiersdorf hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres dank Kostenkur und Verschlankung der Produktions- und Lieferkette der Krise getrotzt. Trotz eines Umsatz- und Gewinnrückgangs übertrafen die Hamburger teilweise die Erwartungen der Analysten. Beiersdorf bekräftigte die Jahresprognose eines rückläufigen Umsatzes bei einer EBIT-Marge von rund zehn Prozent. Die Börse applaudierte, die Aktie hielt sich ganz oben im DAX.
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Umsatz und Ergebnis von Beiersdorf sinken
In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz von 4,5 auf 4,4 Milliarden Euro, damit erfüllte Beiersdorf die Erwartungen. Der Umsatzrückgang geht auf den Verkauf der beiden Töchter Futuro und Bode zurück, die vor einem Jahr noch in den Büchern geführt wurden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte von Januar bis September von 561 auf 435 Millionen Euro, der Reingewinn sank von 402 auf 289 Millionen Euro.
Rückläufige Zahlen auch im dritten Quartal
Der Gewinn fiel im dritten Quartal von 110 auf 100 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 154 auf 144 Millionen Euro. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank der Umsatz von 1,45 auf 1,41 Milliarden Euro. Equinet beließ Beiersdorf nach den Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 43,00 Euro. Der Überschuss im dritten Quartal sei besser als vom Markt und von ihm erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Edouard Aubery.
Der Sparkurs von Beiersdorf greift
"Nach dem Rückgang des Geschäfts in den ersten Monaten des Jahres konnte Beiersdorf die Umsatzentwicklung im dritten Quartal in beiden Unternehmensbereichen verbessern", sagte Unternehmenschef Thomas Quaas. Die Consumer-Sparte wuchs organisch um 0,9 Prozent mit einer EBIT-Umsatzrendite von 11,1 Prozent. Tesa verzeichnete in seinem Industriegeschäft eine Trendwende. "Die Maßnahmenpakete in beiden Geschäftsbereichen haben offensichtlich gegriffen", sagte Quaas.
Pflegeprodukte sollen stärker wachsen
Die Hamburger konkretisierten ihre Spartenziele. Mit Haut- und Pflegeprodukten (Consumer) will Beiersdorf statt über zehn Prozent nun elf Prozent erzielen. Dank des Geschäfts in China, Russland und Brasilien will Beiersdorf den Umsatz des Hauptgeschäfts trotz Konsumkrise steigern. Das industrielastige Tesa-Geschäft werde allerdings klar unter dem Vorjahr bleiben und eine EBIT-Marge von zwei Prozent erzielen.
Beiersdorf sieht weiter schwache Konjunktur
Beiersdorferwartet bis Jahresende keine wesentlichen Änderungen des konjunkturellen Umfeldes. Besonders die für die Consumersparte entscheidenden Stammmärkte Westeuropas sowie die USA dürften schrumpfen. Osteuropa, Lateinamerika und Asien (ohne Japan), wo Beiersdorf in den vergangenen Jahren am stärksten zugelegt hatte, sollen ihr Wachstum verlangsamen. Für die für Tesa wichtigen Sektoren Industrie und Konsum sehen die Hamburger weitere Rückgänge. Tesa soll seine Position in einem schrumpfenden Markt behaupten. Der Umsatz, der besonders stark von Kunden in der Autoindustrie abhängt, soll sich auf niedrigem Niveau stabilisieren.