Die Beiersdorf-Marke Nivea (Foto: ddp)Positive Überraschung beim Nivea-Konzern Beiersdorf: Der Umbau des Pflegegeschäfts hat im ersten Quartal zwar Spuren hinterlassen. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel aufgrund der Aufwendungen für den Konzernumbau von 186 Millionen auf 162 Millionen Euro. Der Überschuss nach Anteilen Dritter erhöhte sich hingegen dank der Erlöse aus dem Verkauf der Marken Marlies Möller und Juvena von 120 auf 123 Millionen Euro. Der Umsatz legte von 1,38 auf 1,41 Milliarden Euro zu. Auf organischer Basis blieb er stabil. Insgesamt schnitt der Konzern beim Ergebnis etwas besser ab, als es Analysten erwartet hatten. Die im DAX notierte Aktie legte zwischenzeitlich zu.
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Beiersdorf konzentriert sich aufs Kerngeschäft
Beiersdorf hatte im vergangenen Jahr eine Neuausrichtung seines Pflegegeschäfts angekündigt, mit dem der Konzern schlagkräftiger werden will gegen die Konkurrenz von Konsumgüterriesen wie Procter Gamble, Unilever oder Henkel. Dabei will sich der Konzern auf seine Wurzeln konzentrieren, die in der Hautpflege liegen. In Marken wie Nivea, Eucerin und La Prairie wird dabei kräftig investiert.
Aus anderen Sparten, die weniger gut laufen, zieht sich der Konzern hingegen zurück. Einige Marken wurden bereits verkauft. Das Make-Up-Geschäft rund um Lippenstift, Puder und Wimperntusche, bei dem Beiersdorf nie gegen Flagschiffe wie L'Oreal ankam, wird gerade in Deutschland eingestellt. Auch in der Haarpflege will Beiersdorf kürzer treten.
Leiches Minus in der Pflegesparte
In der Pflegesparte "Consumer" sank der Umsatz in den ersten drei Monaten um 1,6 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT ging von 161 auf 138 Millionen Euro zurück. Am stärksten betroffen von den Sortimentsbereinigungen war der europäische Markt. Durch die Aufgabe des Make-Up-Geschäfts sank der Umsatz in Deutschland organisch um 5,8 Prozent. In anderen Ländern West-Europas ging die Umsatzentwicklung noch stärker nach unten. Auf dem amerikanischen Kontinent legte Beiersdorf mit seinen Pflegemarken hingegen deutlich zu.
Ein Lichtblick im Quartal war die Tochter Tesa. Durch die Erholung in der Auto- und Elektronikindustrie stieg der Umsatz der Klebersparte organisch um gute zehn Prozent auf 234 Millionen Euro. Auch das Ergebnis legte zu. Auch für die künftige Entwicklung von Tesa zeigte sich Beiersdorf optimistisch. Ein Unsicherheitsfaktor sei aber die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten, die zu erheblichen Preissteigerungen geführt habe, teilte Beiersdorf mit. Schwer einzuschätzen seien auch die langfristigen Auswirkungen der Katastrophe in Japan und der Unruhen in Nordafrika.
Beiersdorf behält Prognose bei
Seine Prognose für das Gesamtjahr behielt Beiersdorf bei. Durch den Umbau und die anfallenden Kosten wird das Ergebnis im Konzern im Vergleich zum Vorjahr zurück gehen. Der Umsatz dürfte sich hingegen stabil halten. Die Früchte der Neuausrichtung will Beiersdorf dann ab 2012 ernten.
Börsenradar
Analysen reagierten überwiegend positiv
So lautet das Votum von Equinet-Analyst Edouard Aubery weiterhin "Hold" mit einem Kursziel von 46,00 Euro. "Die Quartalszahlen übertreffen die durchschnittlichen Markterwartungen nur auf den ersten Blick deutlich", schrieb der Experte in einer Studie. Beiersdorf habe aber für den Konzernumbau weitaus weniger Aufwendungen verbucht als zuvor gedacht. Bereinigt um diesen Sondereffekt hätte der Gewinn vor Zinsen und Steuern nur ein wenig über den Erwartungen gelegen.
Auch die Schweizer Großbank UBS hielt an ihrer "Neutral"-Einschätzung fest. Der Konsumgüterhersteller habe entgegen ihrer Erwartung den Umsatz im ersten Quartal leicht steigern können, urteilte Analystin Eva Quiroga. Das Konsumgütergeschäft jedoch habe sich erwartungsgemäß schwach entwickelt, wogegen die Klebstoffsparte Tesa die Schätzungen übertroffen habe. Nach den Zahlen des Beiersdorf-Konkurrenten Henkel habe letzteres aber nicht überrascht.