Beiersdorf lässt Krise mit starkem Wachstum hinter sich
06.05.2010, 15:09 Uhr | dpa-AFX
Beiersdorf überrascht mit starkem Wachstum (Foto: dpa)Der Hamburger Konsumgüter-Hersteller Beiersdorf hat im ersten Quartal das Krisenjahr 2009 mit starkem Wachstum hinter sich gelassen. Daher schraubte Unternehmenschef Thomas Quaas die Jahresziele nach oben. Die EBIT-Rendite soll über elf Prozent liegen, wobei das Consumergeschäft mit der Flaggschiffmarke Nivea deutlich über elf Prozent liegen soll, das industrielastige Tesa-Geschäft leicht über acht Prozent. Die Zielmarke für die Nachsteuer-Rendite hob Quaas von sieben auf acht Prozent an.
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Nord- und Südamerika stützen
Im ersten Quartal glichen Umsatzschübe in Nord- und Südamerika schwächelnde Regionen aus. Auf dem amerikanischen Kontinent legte Beiersdorf um mehr als 20 Prozent zu. In China taten sich die Hamburger dagegen schwer und verlangsamten ihr Wachstum auf 4,5 Prozent. In Deutschland und dem europäischen Ausland wuchs der Umsatz nur marginal, in den bisherigen Wachstumsmärkten Osteuropa und Russland schrumpfte Beiersdorf sogar. Für die Zukunft setzt Beiersdorf dennoch auf ein stark wachsendes Geschäft in Brasilien, Russland und China.
Gewinnsteigerungen bleiben unter Konzernerwartungen
Der Umsatz legte von 1,4 auf 1,5 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg von 145 auf 186 Millionen Euro. Zugleich schraubten die Hamburger die EBIT-Rendite von 10,1 auf 12,1 Prozent hoch. Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn von 100 auf 122 Millionen Euro. "Die Entwicklung entspricht zwar noch nicht ganz unseren anspruchsvollen Wachstumserwartungen, aber wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Quaas.
Tesa deutlich erholt
Die Klebebandsparte Tesa erholte sich nach den drastischen Einbrüchen des Krisenjahres 2009 und setzte 209 Millionen Euro um - 38 Millionen Euro mehr als im Vorjahresquartal. Vor allem das Industriegeschäft mit der Automobil- und Elektronikbranche legte wieder stark zu. Der operative Gewinn erhöhte sich von einer Million auf 25 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite sprang damit von 0,7 auf 11,9 Prozent.
Wachstum übertrifft Erwartungen von Analysten
Iris Schäfer von der LBBW zeigte sich indes positiv überrascht von den Zahlen. Das organische Wachstum sowie der Gewinn vor Zinsen und Steuern seien besser als von ihr und vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb sie in einer Studie. Mit Blick auf die Rate des organischen Wachstums sprach sie von einer "guten Zahl im gegenwärtigen Umfeld". Ähnlich äußerte sich Analyst Edouard Aubery von Equinet. Er hob in seinem Kommentar hervor, dass sich die Konsumsparte deutlich dynamischer als erwartet entwickelt habe. Und auch Aubery schrieb von einer sehr positiven Entwicklung im Tesa-Geschäft. Er beließ die Bewertung bei "Hold" und das Kursziel bei 42,00 Euro.