
01.02.2012, 09:29 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Familie Benetton erwägt, den kriselnden Bekleidungshersteller von der Börse zu nehmen. Schon gibt es Verkaufsgerüchte.
Alessandro Benetton ist etwas gelungen, was ihm so schnell keiner nachmachen wird. Mit seiner Plakatkampagne "Unhate", die einander küssende Promis zeigt, brachte der Vizepräsident des gleichnamigen Bekleidungsherstellers den Vatikan gegen sich auf. Der gestellte Bruderkuss zwischen Benedikt XVI. und dem Imam der Al-Ashar-Moschee in Kairo zog eine Klagedrohung der katholischen Kirche nach sich. "Das war unglücklich", sagte der 47-Jährige, der das italienische Unternehmen seit 2007 gemeinsam mit seinem Vater führt. "Wir wollten niemanden beleidigen."
Die nächste Provokation könnte der Abschiedskuss von der Börse sein. Die Familienholding Edizione, die 67 Prozent der Anteile an Benetton hält, kündigte an, ein Übernahmegebot an die Minderheitsaktionäre zu prüfen. Wegen des möglichen Delistings wurden die Benetton-Titel vom Handel ausgesetzt. Heute trifft sich der Verwaltungsrat der Gesellschaft, um eine Entscheidung zu treffen.
Über die Beweggründe kann bisher nur spekuliert werden. Kein Geheimnis ist, dass Benetton schon seit Längerem in Schwierigkeiten steckt. Die harte Konkurrenz von Inditex - die Spanier sind etwa bekannt für die Marke Zara - und von Hennes & Mauritz drückt kräftig auf die Margen. 2011 brach der Nettogewinn von Benetton von 102 auf 70 Millionen Euro ein.
Das kommt am Kapitalmarkt schlecht an: Die Aktie verlor im vergangenen Jahr 40 Prozent. Die niedrige Bewertung würde es der Familie nun erlauben, für weniger als 200 Millionen Euro die Kontrolle über das Unternehmen komplett zurückzugewinnen, das Luciano 1965 mit seinen Geschwistern Carlo, Gilberto und Giuliana gegründet hatte.
Ein Vorteil dabei: Die Benettons könnten nach dem Delisting abwarten und für den Fall eines Verkaufs an einen Wettbewerber um einen höheren Preis pokern. Als potenzieller Interessent wird Inditex genannt. Berichte über konkrete Verhandlungen dementierte Benetton aber.

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Über die Zukunft des Unternehmens gibt es innerhalb der Familie Differenzen. Alessandros Vater Luciano, der Verwaltungsratspräsident, befürwortet die Eigenständigkeit. Er versucht, das Unternehmen zu seinen Ursprüngen in den 60er-Jahren zurückzuführen, als Benetton mit günstigen Pullis in allen Farben zu internationalem Erfolg gelangte. Er legte vor kurzem die neue Strickwarenmarke George Hogg auf. Jedes Kleidungsstück soll weniger als 60 Euro kosten.
Sein Sohn Alessandro treibt die Internationalisierung voran. Noch erzielt Benetton 70 Prozent des Umsatzes in Europa. Durch neue Läden in Indien, Mittelamerika, Russland und der Türkei soll der Anteil des alten Kontinents in den kommenden Jahren auf 50 Prozent sinken.
Eher offen für einen Verkauf ist dem Vernehmen nach Lucianos Bruder Gilberto. Er ist Präsident der Familienholding Edizione und hat ihr Beteiligungsportfolio aufgebaut. Dank ihm halten die Benettons einen Anteil von mehr als 59 Prozent an Autogrill, einem Restaurantbetreiber an Bahnhöfen, Flughäfen und Raststätten.
Des Weiteren mischt Edizione bei Atlantia, einem Straßenbetreiber, beim Reifenhersteller Pirelli, beim Medienkonzern RCS und bei der Mediobanca mit. Kleidung spielt im Zahlenwerk von Edizione eine immer geringere Rolle: 2010 trug Benetton nur noch rund 18 Prozent zum Gesamtumsatz der Holding bei.
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Quelle: Financial Times Deutschland
The Think-Panther schrieb:
am 1. Februar 2012 um 12:48:07
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@ Roter
Nicht Benetton hat nicht daraus gelernt. Wir, die Menschen haben nichts daraus gelernt + werden trotz täglich neuen dramatischen,
fatalen + tragischen Nachrichten bis zum Sankt-Nimmerleinstag nichts daraus lernen, leider! Solange diejenigen, die durch drastische Aktionen + Signale von ihrer Machtlethargie sowie selbsternanntem Ankläger-, Richter-, Henker- Selbstverteidigertum nicht ablassen, weil sie sich wie Gottes Geschenke an die Menschheit fühlen, wird die Hoffnung vor sich hin siechen.....!
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Roter schrieb:
am 1. Februar 2012 um 09:22:46
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Herausfordernd?
Positiv Herausfordernd? Lebst du in einer anderen Welt? Ich erinnere mich da noch an die Werbung in den 80er/90er wo ein
abgetriebener Fötus gezeigt wurde, oder ein ausgehungertes Kind aus Afrika. Damals gabs auch einen riesen Umsatzeinbruch. Sowas ist eher pervers. Auffallen mit aller Macht. Anscheinend haben sie nicht daraus gelernt.
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CLARA schrieb:
am 1. Februar 2012 um 09:21:48
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UNHATE
dieses traditionsunternehmen mit spitzenprodukten auf allen ebenen hat es eigentlich überhaupt nicht nötig auf sich aufmerksam zu
machen, wer sie kennt, liebt sie. nun haben sie wieder einmal unter beweis gestellt, dass etwas mehr einfühlungsvermögen -nicht geschadet hätte, denn nicht von allen Menschen werden diese PLAKATE als "zum schmunzeln" angesehen u. das war allen Damen u. Herren im Hause Benetton bekannt u. trotzdem wurden diese veröffentlicht-warum also weg von der Börse??
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