22.06.2010, 14:44 Uhr | dpa-AFX
Durchbruch im Bieterrennen um Karstadt: Der Privatinvestor Nicolas Berggruen hat den Zuschlag für die insolvente Warenhauskette erhalten. Nach fast achtstündigen Beratungen fiel die Entscheidung in dem elfköpfigen Gremium mit einer deutlichen Mehrheit von neun Stimmen. Nun werde umgehend ein Kaufvertrag mit den Berggruen-Gesellschaften abgeschlossen, kündigte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg an.
Berggruen kündigte an, er wolle "Karstadt wieder auf Kurs" bringen. Der 48-Jährige hatte zuvor versichert, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Highstreet und Triton bei der Sanierung von Karstadt auf weitere Einschnitte bei den rund 25.000 Beschäftigten verzichten zu wollen. Er werde Karstadt erneuern und interessanter machen, sagte der Deutsch-Amerikaner, der in den USA als Obdachloser geführt wird.
Der neue Karstadt-Investor muss sich nun jedoch noch mit den Vermietern abschließend über die von ihm geforderten Mietsenkungen einigen. "Wir bleiben unverändert bei den Konditionen unseres Angebots", erklärte dazu ein Sprecher des Karstadt-Vermieterkonsortiums HighStreet.
Das Filialnetz von Karstadt (Grafik: dpa) Mietsenkungen angebotenDie mehrheitlich zu Goldman Sachs gehörende Gesellschaft hatte zuvor mit einem eigenen Angebot an dem Bieter-Wettstreit teilgenommen. Dabei soll der Immobilienfonds nach Informationen aus Kreisen zusätzliche Mietsenkungen von 230 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre ins Spiel gebracht haben. Allein für das laufende Jahr sollen sich die Mietforderungen von HighStreet an Karstadt auf rund 250 Millionen Euro belaufen. HighStreet besitzt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser.
Nach der Vertragsunterzeichnung mit Berggruen, die bis zum Mittwoch (09.06.) geplant ist, soll der Verkauf nun bis zum späten Sommer komplett abgewickelt werden. Nach der Unterschrift des Investors muss das Essener Amtsgericht den Insolvenzplan am Donnerstag noch bestätigen. Das gilt jedoch als Formalie.
Der Insolvenzverwalter zeigte sich zuversichtlich, mit dem Zuschlag für Berggruen "einen Schritt in die richtige Richtung" getan zu haben. In der Sitzung des Gläubigerausschusses habe es zuletzt ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" mit dem deutsch-skandinavischen Investor Triton gegeben, berichtete Görg-Sprecher Thomas Schulz. Bereits kurz nach Beginn der Sitzung hatte die Gewerkschaft Ver.di öffentlich angekündigt, ihre Stimme für Berggruen abgeben zu wollen.
Triton wollte in den kommenden fünf Jahren eine halbe Milliarde Euro in die insolvente Kaufhauskette stecken. Das Konzept sah laut Investor vor, dass bereits bei Abschluss eines Kaufvertrags 100 Millionen Euro zur Stärkung des Eigenkapitals des finanzschwachen Unternehmens fließen könnten. Weitere 400 Millionen Euro seien als Investitionen in den kommenden fünf Jahren vorgesehen. Triton drängte zudem auf ein Senken der bislang hohen Mieten in vielen Karstadt-Häusern. Außerdem wollte der Investor die Bezahlung der Belegschaft in Teilen an den Erfolg des Unternehmens knüpfen.
Quelle: t-online.de , dpa-AFX
stammkunde schrieb:
am 9. Juni 2010 um 10:16:28
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karstadt
Gottseidank hat mal nicht so ein Spekulant den Zuschlag erhalten, der nur aus Profitgier ein Unternehmen nach dem anderen dicht
macht. Hoffen wir mal daß dieser edle Ritter Berggruen auch wirklich so edle Motive hat wie er vorgibt. Aber wenigstens ist es ein Hoffnungsschimmer, daß es vielleicht auch noch Menschen in Deutschland gibt, die nicht für ein paar Euros mehr tausende Arbeitsplätze plattmachen. Wär schön wenn das Beispiel Schule macht...
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Eckhard schrieb:
am 8. Juni 2010 um 11:00:32
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Berggruen
Ich denke, dass wir von dieser Transaktion noch viel negatives hören werden.
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Y´MelodieY schrieb:
am 8. Juni 2010 um 10:16:50
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Karstadt Rettung
In Frankfurt am Main gibt es nur noch wenige Geschäfte in denen man gute Ware für angemessenes Geld bekommt. Ausserdem ist
die Auswahl bei Karstadt sehr gut und die Mitarbeiter sind nett!
Ich finde, dass, wenn Karstadt erhalten bleibt, dieses Unternehmen eine Bereicherung im Wettbewerb mit anderen Firmen ist.
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