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Bestattungsunternehmen: Geschäfte mit dem Tod

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Milliarden-Geschäfte mit dem Tod

30.09.2011, 12:02 Uhr | cs mit dpa

Die Kosten für eine Beisetzung steigen  (Quelle: dpa)

Die Kosten für eine Beisetzung steigen (Quelle: dpa)

Beerdigungsinstitute machen mit dem Tod gute Geschäfte. Dank steigender Todeszahlen und höherer Beisetzungskosten steuern die deutschen Bestatter auf ein Umsatzwachstum hin. Die Einnahmen betragen viele Milliarden Euro. Nach Berechnungen der Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge (GBV) wird sich der Umsatz der Branche auf 5,3 Milliarden Euro erhöhen.

Bestattungen werden teurer

Für 2011 erwartet das Unternehmen 869.000 Todesfälle und damit 10.000 mehr als im vergangenen Jahr. Zugleich sei der durchschnittliche Preis für eine Bestattung von 6000 auf 6100 Euro gestiegen, hieß es. Allein die zusätzlichen Todesfälle ergäben einen Mehrumsatz von 60 Millionen Euro. Auch die Kommunen seien Nutznießer der Entwicklung.

Dabei können Angehörige laut bestattungen.de, der Internetpräsenz der GBV, bei Bestattungen über tausend Euro sparen. Die GBV bietet dort einen Preisvergleich für Bestattungen an. Bei über 869.000 erwarteten Bestattungen in 2011 gäben Angehörige so über eine Milliarde Euro pro Jahr zu viel aus. Bestattungen.de hat in 15 deutschen Städten die Preise von über 200 lokalen Bestattern analysiert und dabei unverhandelte mit verhandelten Preisen verglichen.

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Erhebliche Unterschiede bei den Kosten

"Uns ging es bei der Untersuchung nicht um den Vergleich Edel- vs. Discount-Bestatter. Diese Entscheidung muss jeder Angehörige selbst treffen. Wir wollten empirisch prüfen, wie stark sich Verhandeln und Preise vergleichen bei Bestattungen lohnt“, sagte Bestattungen.de-Geschäftsführer Fabian Schaaf.

"Wenn ein enger Angehöriger verstorben ist, hat man weder Zeit noch Kraft, Preise zu vergleichen. Zusätzlich gilt Verhandeln als pietätlos“, erklärt Schaaf. Die Untersuchung habe aber gezeigt, dass bei Erdbestattungen (1300 Euro Differenz) mehr gespart werden kann als bei Feuerbestattungen (1100 Euro). Außerdem seien Bestattungen in Süddeutschland deutlich teurer als etwa in Ostdeutschland.

Verhandeln lohnt sich

"Unabhängig von Ort oder Bestattungsart zeigt sich, dass durch Verhandeln über 40 Prozent der Bestatterkosten gespart werden können. Und dies ohne Qualitätseinbußen oder gar den Verzicht auf eine pietätvolle Bestattung“, erklärte Schaaf.

Bestatter wehren sich

Dagegen üben die Bestatter heftige Kritik an dem "schnellen Klick bei bestattungen.de". Sie wehren sich gegen den Vorwurf, "windige Geschäftemacher mit einer fragwürdigen und intransparenten Preisgestaltung" zu sein, wie sie in einer Mitteilung vom 12.08.2011 auf bestatter.de schreiben. Dagegen verfolge die GBV eine Verschleierungstaktik. Nicht zum Wohle der trauernden Angehörigen, sondern für den eigenen Profit. Der Bundesverband Deutscher Bestatter schreibt dazu auf seiner Internetpräsenz: "Nutznießer ist allein der Betreiber des Portals, der auf dem Rücken des Verbrauchers und der seriös arbeitenden Bestattungsbranche zusätzlich Provisionen abkassiert."

Dennoch ist es für Verbraucher durchaus sinnvoll, sich ein eigenes Bild von den Bestattungspreisen zu verschaffen, mehrere Angebote einzuholen und dann das beste Angebote auszuwählen. Dabei sind natürlich auch der vertrauensvolle Kontakt zum Bestattungsunternehmen, der pietätvolle Umgang mit den Trauernden und die Nähe des Bestattungsunternehmens zum direkten Lebensumfelds entscheidend. Dann können die Angehörigen dem geliebten Menschen auch einen würdevolle Abschied ermöglichen.


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Quelle: t-online.de , dpa

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Kommentare (169)

zum Forum

Thema: "Bestattungsunternehmen: Geschäfte mit dem Tod"

Nachrechner schrieb: am 31. August 2011 um 11:56:39
(3) (0) GalahadBln schrieb:
"Übrigens die Einzigen die heute noch Sterbegeld beziehen sind unsere Politiker ." - Und die Krankenkassen
haben in schöner Einmütigkeit mit genau diesen Volksverrätern seinerzeit das Krankenkassen-Sterbegeld abgeschafft, dieses sei "versicherungsfremde Leistung". Dabei macht doch die GKV mit jedem vorzeitig Verblichenen lt. offizieller Demographie-Doktrin ( "'wir' werden infamerweise viel zu alt" ) jede Menge Profit !
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Bappsack schrieb: am 31. August 2011 um 11:32:44
(0) (0) @Nordlicht
Da bist Du leider schlecht informiert. Auch in deutschland werden Pappsärge verwendet. Ich verwende sie nicht, da sie teurer sind
als einfache, unbehandelte Kiefernsärge. Und wegen dem Baum, aus was wird bitte Pappe hergestellt? (Plus Chemikalien für die Herstelltung!). Aber es ist natürlich traurig, wenn ein Bestatter nur "das Beste" anbietet.
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GalahadBln schrieb: am 31. August 2011 um 09:04:34
(1) (1) Abzocke
Übrigens die Einzigen die heute noch Sterbegeld beziehen sind unsere Politiker . Ob Landtagsabgeordneter , Senator oder die Menschen
im Bundestag .Und das ist nicht mal wenig was der Steuerzahler dann dafür aufbringt .Der Normalbürger bekommt nur was wenn er sich selbst Versichert . Armes Deutschland !
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