06.09.2010, 10:00 Uhr | dpa-tmn / t-online.de/business
Bei der Jobsuche ist Attraktivität meist kein Handicap. (Foto: Imago)
Laut dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) darf auch im Job niemand wegen seines Geschlechts, des Glaubens oder des Alters diskriminiert werden. Studien haben allerdings gezeigt, dass schon der türkische Name eines Bewerbers dessen Chancen auf die ausgeschriebene Stelle drastisch reduzieren kann. Und auch was das Äußere angeht, sind Jobkandidaten alles andere als gleichgestellt. Experten verraten, wovon sich Chefs und Personaler bei der Auswahl von Mitarbeitern beeinflussen lassen.
Gute Qualifikation - gute Chancen auf einen Job? Weit gefehlt: Bei der Personalauswahl setzt sich längst nicht immer der fachlich beste Bewerber durch. Dabei ist jede Menge Psychologie im Spiel. So gebe es zahlreiche Wahrnehmungsfehler, die das Bild eines Kandidaten verzerren, erklärt Diplom-Psychologe Axel Schweickhardt aus Fürth.
Einer davon sei beispielsweise der "Halo-Effekt". Der tritt ein, wenn herausragende Merkmale eines Bewerbers alles andere überstrahlen. So würden attraktive Menschen als intelligenter und sozial kompetenter eingeschätzt, erläutert der Coach im "Personalmagazin" (Ausgabe 9/2010).
Auch lässt sich mancher Personalverantwortliche von Äußerlichkeiten wie der Kleidung täuschen. Der Hintergrund davon seien sogenannte implizite Persönlichkeitstheorien, erklärt Schweickhardt. Damit ist gemeint, dass ein konservativer Kleidungsstil zum Beispiel mit Gewissenhaftigkeit verbunden wird. Das wecke Vertrauen beim Gegenüber.
Bessere Chancen haben manchmal auch Bewerber, die dem Personaler ähneln. Denn ein weiterer typischer Wahrnehmungsfehler ist das Phänomen der Projektion, so Schweickhardt. Erkennt sich der Personaler im Jobkandidaten wieder, überträgt er eigene Eigenschaften leicht auf diesen. Handelt es sich dabei um positive Merkmale, kann das dem Bewerber durchaus zugute kommen.
Weniger attraktive Jobsuchende mag das Ergebnis einer Studie der Universität von Colorado/Denver interessieren: Demnach ist gutes Aussehen für Frauen bei der Jobsuche nicht immer von Vorteil. Schöne Frauen haben der Untersuchung zufolge kaum eine Chance, eine Stelle in traditionellen Männerberufen zu ergattern. Allerdings wirke sich die Schönheit nur bei Frauen als Handicap aus: Ein attraktiver Mann werde bei der Stellenvergabe grundsätzlich bevorzugt.
dpa-tmn / t-online.de/business
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