01.10.2011, 09:44 Uhr | dpa-tmn
Wer bei einer Absage beim Unternehmen nachfragt, sollte vorsichtig vorgehen (Quelle: imago)
Nie aufgeben, immer weitermachen. Mit dieser Einstellung wurde Fußball-Torwart Oliver Kahn auf der ganzen Welt bekannt. Was für ihn galt, gilt auch für jeden Bewerber: Eine Absage ist noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir verraten Ihnen, wie Sie herausbekommen, warum ein Unternehmen Sie nicht einstellen wollte, damit es das nächste Mal besser klappt.
Absagen tun weh. Und immer öfter kommt die schlechte Nachricht per E-Mail - schablonenartig und unpersönlich. All die Mühe war scheinbar vergeblich. Noch dazu erfahren Bewerber oftmals keinen Grund für die Absage. Doch das sollten sie nicht auf sich sitzen lassen: Wer beim Unternehmen nachhakt, ist hinterher oft klüger.
"Die Hauptursache für Absagen ist der große Zulauf an Bewerbern", sagt Iris Böhning von der Arbeitsagentur München. Denn allzu oft konzentrieren sich die Anschreiben der Jobsuchenden auf wenige große Firmen. Viele Unternehmen haben deshalb feste Kriterien entwickelt, nach denen sie Bewerber einstellen. Alle, die durch das Raster fallen, werden meist ohne genaue Begründung abgelehnt.
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Dementsprechend sollte man Absagen nie persönlich nehmen, rät Berufsberaterin Böhning. Häufig liege es auch am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dass dem Bewerber keine Gründe für die Absage genannt werden. Das Gesetz will verhindern, dass Bewerber etwa aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Um sich nicht juristisch angreifbar zu machen, schreiben viele Unternehmen gar keine Begründung mehr.
Am besten ist es daher, Absagen sportlich zu nehmen. So sollten Bewerber sich daran ein Beispiel nehmen, wie Spitzensportler mit Niederlagen umgehen, rät der Persönlichkeitstrainer Jörg Löhr aus Augsburg. "Die ärgern sich auch, lassen sich aber nicht entmutigen. Im Gegenteil: Sportler sehen Niederlagen als Ansporn, es das nächste Mal besser zu machen." Damit das klappt, sollten Bewerber prüfen, woran sie gescheitert sind. "Lag es an den Bewerbungsunterlagen? Liegt es an meiner Qualifikation? Habe ich mich nicht ausreichend auf die Stellenbeschreibung bezogen?", nennt Löhr als Beispiele.
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Wer solche Fragen klären und sich mit unpersönlichen Absagen nicht zufriedengeben möchte, kann sich nochmals an das Unternehmen wenden. Allerdings sollte man behutsam vorgehen, empfiehlt Bewerbungsberater Torsten Weiß aus Verden. Ein guter Einstieg sei etwa, den Personaler anzurufen, mit dem das Vorstellungsgespräch geführt wurde. "Als Erstes sollte man sich dann bedanken", rät Weiß. Entweder für die vorherige Einladung oder zum Beispiel für die Rücksendung der Bewerbungsunterlagen. Vermieden werden sollte anschließend die Frage nach den Gründen der Ablehnung. "Besser ist, um Rat zu bitten, was Sie in zukünftigen Bewerbungen besser machen können", sagt Weiß.
Auch wer das Unternehmen anschreibt, sollte auf Höflichkeit setzen. Bewerber könnten etwa darum bitten, dass das Unternehmen auf sie zukommt, wenn ähnliche Stellen ausgeschrieben werden. "Das setzt aber voraus, dass der Bewerber zuvor einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat", sagt Weiß. Möglich sei es, stattdessen um eine Alternative zu bitten: Hat es mit dem Ausbildungsplatz nicht geklappt, ist vielleicht ein Praktikum ein Weg, das Unternehmen kennenzulernen.
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Wichtig ist Iris Böhning zufolge, dass man einen konkreten Adressaten für die E-Mail oder den Brief hat. Zudem sollten Bewerber in jedem Fall auf das vorherige Vorstellungsgespräch verweisen. Wer sich dagegen nur schriftlich beworben und keinen persönlichen Kontakt hatte, werde es schwerhaben, sagt Paul Stallmeister von der Arbeitsagentur Münster. Generell liegen die Chancen bei kleineren und mittelständischen Unternehmen höher, dass man mit einer Nachfrage etwas erreicht, hat Iris Böhning beobachtet. "Da kann es auch passieren, dass sich der Personalchef noch einmal die Akte ansieht."
Am besten ist es natürlich, es erst gar nicht zur Absage kommen zu lassen. Denn mit einem Telefonanruf lasse sich schnell klären, ob der Jobsuchende für die Stelle überhaupt geeignet ist. Insbesondere bei Initiativbewerbungen sei es ratsam, die Voraussetzungen für eine Mitarbeit in der Firma vorher zu klären, rät Paul Stallmeister. Unternehmen gäben oft Ansprechpartner an und ermutigten zu Rückfragen. "Leider wird das aber zu selten genutzt."
Jobanwärter sollten sich auch Feedback holen, bevor sie ihre Unterlagen versenden. "Am besten von Freunden oder früheren Kollegen", rät Torsten Weiß. Standardvorlagen oder Internetschablonen seien dagegen keine gute Idee, da jeder Personaler diese erkenne. Da viele Stellen erst gar nicht ausgeschrieben werden, lohne sich zudem die Initiativbewerbung. "Keinesfalls sollten die eigenen Unterlagen aber einfach in die Gegend gestreut werden", rät Weiß. Ein persönlich gestalteter Lebenslauf und das individuelle Anschreiben seien durch nichts zu ersetzen - und gleichzeitig die größte Hürde im Bewerbungsprozess.
Eine erneute Bewerbung braucht Mut, sagt Iris Böhning von der Arbeitsagentur München. Sie ist aber nicht unmöglich. Bewerber sollten sich fragen: Wie habe ich mich in der Zwischenzeit weitergebildet? Warum bewerbe ich mich erneut? Wieso noch einmal in gerade dieser Firma? Ideal sei zudem, sich telefonisch noch einmal vorzustellen und abzustimmen, ob die erneute Bewerbung Sinn macht. Das beugt Absagen vor - und damit auch einem Knacks im Selbstbewusstsein.
Quelle: dpa-tmn
Saturn schrieb:
am 4. Januar 2012 um 20:39:10
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Nachfragen
Ich habe immer wieder nachgefragt und wichtige Informationen erhalten. Informationen wie: Sie waren unter den letzten 5 oder
jemand kam aus der Branche und passte besser helfen weiter zu verstehen, wo man steht. Auch eine Information, dass man sich an die Bewerbung nicht erinnern kann hilft weiter, dass man wohl an den Unterlagen was verbessern muß. Ich habe dann z.B. Papier aus Hartkarton verwendet und mit Wasserzeichen und da bin ich gleich unter den Bewerbern besonders aufgefallen.
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festus12 schrieb:
am 25. November 2011 um 09:56:59
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Firmen
die großen geben Ihre Suche über spezielle Firmen auf und das mit den Facharbeitern ist eine Lüge. Wenn ein gut abschließender
Diplom-Ing. auf Bewerbungen 80 Absagen bekommt dann stimmt schon was nicht. Firmen die Personal für andere einstellen schießen wie Pilze aus dem Boden und die da arbeiten haben von den einzelnen Qualifikationen so gut wie keine Ahnung und davon jede Menge. Was ist aus Deutschland bloß geworden. Nichts stimmt mehr hier in unserem land
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TM schrieb:
am 3. Oktober 2011 um 13:21:47
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Bewerbung
Von 86 Bewerbungen (Zeitfenster 10.09. bis 02.10.11) habe ich bisher 75 Absagen bekommen, noch nicht einmal eine einzige Einladung
zu einem Vorstellungsgespräch, und das, obwohl ich bereits fast 1500 EUR dafür bezahlt habe, meine Unterlagen mit einem Bewerbungscoach durch zu gehen. Scheinbar ist man mit 37 Jahren schon zu alt für den Arbeitsmarkt, selbst ein Nebenstudium zur Weiterbildung und Qualifikation zählt nichts. Nun denn: 12 Monate gelte ich jetzt als arbeitslos, danach dann Hartz IV
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