03.01.2011, 13:29 Uhr | Tobias Schormann, dpa
Ob in Asien oder Russland - Bewerber im Ausland müssen viele Regeln beachten. (Foto: imago)
Andere Länder, andere Sitten - diese Regel beherzigen Bewerber besser, wenn sie im Ausland eine Arbeitsstelle ergattern wollen. Denn bei der Jobsuche in der Fremde lauern für Deutsche viele Fettnäpfchen. Wir zeigen Ihnen, was Sie unbedingt vermeiden sollten, um bei den Personalern nicht unangenehm aufzufallen.
Das fängt schon bei der Begrüßung im Vorstellungsgespräch an. "Die Engländer sind beispielsweise Distanzmenschen. Es ist unüblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben", erklärt Etikette-Trainerin Imme Vogelsang aus Hamburg. Auch in Asien dürften Bewerber nicht zu forsch auftreten. "Niemals von sich aus die Hand geben, in der Regel wird sich zur Begrüßung verbeugt", lautet der Rat der Expertin.
Die nächste Hürde ist der passende Gesprächseinstieg. Er läuft beim Bewerben im Ausland oft anders ab als in Deutschland. Hierzulande seien die Menschen es gewohnt, sehr schnell zur Sache zu kommen - das sei in manchen Ländern aber ein Fehler, warnt Vogelsang, die Sprecherin des Netzwerks Etikette Trainer International ist. In Großbritannien, Amerika und Asien seien fünf bis zehn Minuten Small Talk zu Beginn des Gesprächs unbedingt erwünscht - auch am Telefon.
In Asien begehe einen klassischen Fauxpas, wer die Visitenkarte des anderen nicht genügend würdige, betont Vogelsang. "Visitenkarten immer mit beiden Händen annehmen, nicht achtlos in die Tasche stecken, sondern in Ruhe studieren. Alles andere ist mangelnde Wertschätzung", empfiehlt die Fachfrau. Eine Todsünde sei es, etwas in Anwesenheit des anderen auf der Karte zu notieren. Allergisch reagieren Personaler in Fernost demnach auch, wenn Bewerber ihnen zu nahe kommen. "Niemals Asiaten anfassen oder am Ärmel zupfen! Auch damit ist man sofort unten durch", so Vogelsang.
Nicht zuletzt könnten Bewerber bei der Kleidung einiges falsch machen, ergänzt die Etikette-Trainerin. "In Russland zum Beispiel sind im Geschäftsleben hellblaue Hemden tabu, da Homosexuelle die 'Hellblauen' genannt werden", erläutert Vogelsang. Weltweit gelte bei der Kleiderwahl: "Der typische Business-Anzug ist dunkelblau oder dunkelgrau." Frauen müssten außerdem stets Strümpfe im Geschäftsleben tragen - "auch bei 38 Grad im Schatten". Einzig in Australien gelte eine Ausnahme von dieser Regel. In Asien wiederum stehe die Farbe Weiß für den Tod. Daher sei weiße Kleidung für Bewerber tabu - außer beim Oberhemd oder der Bluse unter dem Anzug oder dem Kostüm.
Tobias Schormann, dpa
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