25.02.2011, 09:46 Uhr | t-online.de/business, sia
Unprofessionelle Bewerbungsunterlagen lässt kein Personaler durchgehen. (Foto: imago)
Hoch qualifizierte Bewerber - der Traum jedes Personalers? Von wegen: Jede zweite Spitzenkraft fällt bei Personalverantwortlichen durch, weil die Unterlagen der Jobkandidaten nicht den gängigen Standards entsprechen. Zu dem erstaunlichen Ergebnis kommt eine Untersuchung des Karrieredienstes Experteer und des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader. Wir erläutern Ihnen, woran es hapert und wie Sie es besser machen.
Unsachliche Formulierungen, ein uneinheitlicher Schrifttyp, verspielte Formatierungen – die Liste der Fehler, die sich deutsche Top-Mitarbeiter bei der Bewerbung leisten, ist nach der Experteer-Analyse lang. Am häufigsten bemängeln Bewerbungsexperten demnach seitenlange Lebensläufe, welche die Personalprofis schlicht überfordern.
„Erstaunlicherweise schaffen es gerade Führungskräfte oft nicht, die Komplexität ihrer Vita auf das Wesentliche zu reduzieren“, erklärt Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie. Zwei Seiten Lebenslauf seien optimal - viele Bewerber bringen es Hesse zufolge aber locker auf mehr als das Doppelte.
"Wichtig ist, dass der Personalverantwortliche auf einen Blick alle wichtigen Informationen erhält“, betont der Karrierespezialist. Häufig bleibt aber unklar, wofür der Kandidat genau steht. „Das schnelle und präzise Verständnis von Werdegang und Persönlichkeit ist das Hauptinteresse des Lesers eines Lebenslaufs. Bewerber sollten sich also in die Sicht des Recruiters hineinversetzen“, rät Personalberater Rolf Dahlems von Signium International.
Auch das Bewerbungsanschreiben findet Dahlems attraktiver, wenn es einer „Auf-den-Punkt-Argumentation“ folgt. Deutlich sollte werden, „warum man gerade Sie für diese Position einstellen sollte“, so der Personalexperte. Er empfiehlt Bewerbern, die Unternehmen, in denen sie tätig waren, „kurz und knackig“ zu beschreiben.
Dazu gehört eine knappe Darstellung der Branche - etwa von Produkten, Kunden und Vertriebswegen der Firma. Zudem wollen Personaler mehr über den derzeitigen Arbeitgeber des Bewerbers wissen, etwa den Umsatz, die Mitarbeiterzahl und die Internationalität. Wichtig ist Dahlems zufolge auch die klare Angabe des eigenen Verantwortungsbereichs. Den Personaler interessieren in dem Zusammenhang Informationen wie: An welche Position wurde berichtet, wie viele Mitarbeiter hat das Team des Bewerbers und welche Budgetverantwortung trug er.
Bei Online-Bewerbungen gelten ähnliche Kriterien. „Die Profile auf Experteer werden sehr gezielt durchsucht, entweder nach Stichworten oder über die einzelnen Kategorien wie Branche oder Funktion,", so Experteer-Geschäftsführer Christian Göttsch. Insofern sollten Jobkandidaten diese Attribute bei der Erstellung ihres Profils besonders beachten.
Für die Experteer-Untersuchung wurden 240 Bewerbungen von Führungskräften analysiert. Unter die Lupe genommen wurden Aufbau, Strukturierung, Aussagekraft und Nachvollziehbarkeit. Darüber hinaus prüften die Karriereprofis, ob aus den Unterlagen der Bewerber ihr Profil sowie ihre einzigartige Qualifikation sichtbar hervorging.
Quelle: T-Online
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