27.04.2011, 15:30 Uhr | sia
Bewerbungsgespräch mit dem Personaler Typ Vernehmungsbeamter? (Foto: imago)
Personaler sind auch nur Menschen - und viele pflegen ihre ganz eigenen Marotten. Damit machen Sie manchem Bewerber das Leben schwer, der kaum weiß, wie er sich im Vorstellungsgespräch verhalten soll. Die Experten des Karriereportals careerbuilder.de haben in ihrem Blog zehn Typen von Personalchefs ausgemacht und verraten, wie Sie am besten mit ihnen umgehen.
Was etwa, wenn Sie einem Personaler im Vorstellungsgespräch gegenübersitzen, der zum Typ "Vernehmungsbeamter" gehört? Laut den Karriereprofis von careerbuilder.de wird Ihnen dieser Menschentyp Frage um Frage auftischen - bereit für ein echtes Zwiegespräch ist er aber nicht. Auf seine Fragen will er schnelle Antworten hören - da heißt es also: bestens vorbereitet sein und mit den Antworten nicht lange zögern.
Außerdem sollten Sie sich von ihm kein Feedback erhoffen, sondern nur Fragen, Fragen, Fragen. Er will damit austesten, wie Sie sich in Stresssituationen verhalten - da hilft nur eins: Ruhig bleiben und durch die anstrengende Art nicht verunsichern lassen. Immerhin müssen Sie ja nach einer geglückten Einstellung nicht direkt mit ihm zusammenarbeiten.
Doch auch der komplett gegenteilige Menschentyp muss Ihnen das Bewerbungsgespräch nicht unbedingt einfacher machen. Die Karriere-Profis von careerbuilder.de warnen davor, sich von dem Typus "bester Freund" nicht zu allzu viel Lockerheit hinreißen zu lassen. Auch dann nicht, wenn der Personaler Sie zum Gespräch empfängt und Ihnen dabei das Gefühl vermittelt, dass Sie sich ja schon seit Jahren kennen und dicke Kumpels sind. Der Ratschlag lautet: Bleiben Sie professionell.
Wenn nötig, können Sie können gerne mal die Grenzen einer Befragung im Vorstellungsgespräch aufzeigen. Denn die sind manchen Personalern nicht immer bewusst. Das kann sich den Blog-Fachleuten von careerbuilder.de zufolge durch einen unpassenden Witz äußern, eine zu persönliche Geschichte oder eine zu direkte Frage. Denken Sie daran, es gibt Fragen, die auch für Personaler tabu sind. Dazu gehören etwa Fragen zu einer möglichen Schwangerschaft, zum Gesundheitszustand, zu Schulden, Familienplanung oder der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft.
Aber bedenken Sie zugleich, auch wenn Bewerber auf Tabu-Fragen nicht antworten müssen: Es empfiehlt sich nicht, mit Schweigen oder einer schroffen Bemerkung zu reagieren. Gertrud Graszt von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Berlin rät dagegen: eine Gegenfrage stellen. Das kann die Situation entschärfen. "Fragt der Arbeitgeber zum Beispiel, warum der Bewerber neben seinem Studium viel gejobbt hat, kann dieser entgegnen, ob er wissen möchte, wie er es geschafft hat, Jobben und Studium erfolgreich in der Regelstudienzeit unter einen Hut zu bekommen", sagt Gaszt.
Grundsätzlich gilt für das Vorstellungsgespräch: Egal, welcher Typ von Personaler Ihnen gegenübersitzt - Unternehmen erwarten, dass Sie sich gut auf das Gespräch vorbereitet haben, dass Sie über den Betrieb Bescheid wissen und auf die üblichen Fragen vorbereitet sind. Sie sollten also eine Antwort parat haben, wenn der Personaler wissen will, warum Sie sich gerade bei seiner Firma beworben haben.
Ebenso sollten Sie nicht ins Stocken geraten, wenn gefragt wird: "Erzählen Sie uns doch etwas von Ihnen". Jetzt will der Personalverantwortliche keine privaten Geschichten hören, sondern mit der Antwort auf diese Frage haben Sie die Chance auf eine positive Selbstdarstellung. Machen Sie Werbung für sich selbst. Seien Sie sich also Ihrer Stärken bewusst, machen Sie deutlich, welche Vorteile Sie dem Unternehmen bringen könnten. Das beantwortet dann nämlich gleich eine andere häufig gestellte Frage: "Warum sollten wir gerade Sie einstellen?"
sia
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