30.09.2009, 12:55 Uhr | Andreas Heimann, dpa
Gut vorbereitet können Sie sich im Bewerbungsgespräch besser behaupten. (Foto: Archiv)
"Sei einfach ganz du selbst" - solche Tipps fürs Bewerbungsgespräch können leicht danebengehen. Jobkandidaten, die eine Einladung zum Vorstellungstermin in der Tasche haben, sollten sich stattdessen bewusst sein, einer Rolle gerecht werden zu müssen. Schauspielerische Fähigkeiten sind allerdings weniger gefragt. Der Berliner Karriereexperte Jürgen Hesse verrät, wie der perfekte Auftritt vor dem potenziellen neuen Arbeitgeber gelingt.
Für den Bewerber geht es darum, zu zeigen, dass er für die Stelle der Richtige ist. "Dafür muss man sich überlegen, was der Arbeitgeber erwartet und was er von mir will. In dieser Rolle muss ich auftreten und überzeugend sein", erläuterte Hesse. Das Ziel sei nicht, sich zu verbiegen in der Hoffnung, als ein ganz anderer zu erscheinen. Es gehe vielmehr darum, "sich reflektiert anzupassen".
Das gelte gerade für umfangreichere Bewerbungsverfahren wie das Assessment Center. Tipps wie "Wirke ganz authentisch" hält Hesse deshalb für wenig hilfreich. Keine Rolle spielen zu wollen, sei naiv. Auch in vielen Alltagssituationen werde schließlich erwartet, dass man Rollenerwartungen entspricht. "Wir sind immer in der Situation, auf der Lebensbühne etwas zu repräsentieren", so der Experte. Beim Bewerben gelte das umso mehr.
Der Wunsch, so authentisch wie möglich zu sein, ist deshalb zwar verständlich, Hesse zufolge aber keine gute Idee. Auch wenn im Bewerbungsverfahren ausdrücklich dazu aufgefordert wird nach dem Motto "So, jetzt mal unter uns, seien Sie doch doch mal ganz offen", sei immer Vorsicht angebracht. Wer sich dann plötzlich als ein ganz anderer präsentiert als zuvor, fällt aus der Rolle - und wirkt nicht überzeugend.
Andererseits sei es bei Auswahlverfahren wie dem Assessment Center nicht realistisch, eine Rolle spielen zu wollen, die wenig mit einem selbst zu tun hat. "Das lässt sich im Vorstellungsgespräch machen, aber nicht einen ganzen Tag lang. Über eine so lange Zeit kann man sich nicht verstellen", meint Hesse. Bewerber müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie bei Assessment Centern praktisch ununterbrochen kritisch beobachtet werden. "Das gilt schon in der ersten Pause und beim Mittagessen. Im Grunde ab der Minute, wo man Sie sehen kann, sind Sie unter Beobachtung", so der Karrierecoach.
Am besten rechnen Bewerber ständig damit, einen guten Eindruck machen zu müssen. "Man kann auch abends nicht einfach in kurzer Hose erscheinen", warnte Hesse. Am Ende ausschlaggebend ist aber nicht der Show-Effekt. "Es gewinnt nicht einfach der beste Selbstdarsteller", betont der Berater.
Ratgeber: Anonyme Bewerbung: Mehr Chancengleichheit?
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch richtig beantworten
Andreas Heimann, dpa
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special
Der Internetpionier verkauft Anteile an Alibaba. zum Video