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Fahnder jagen Billigtrüffel aus China
04.02.2009, 13:17 Uhr | mash
Begehrter Parasit: Der Trüffel (Foto: dpa)Lange bevor die ersten Kunden kommen, strömt im Morgengrauen eine Schar von Inspektoren auf den Markt im französischen Städtchen Sarlat. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Körben mit Trüffeln, dem "schwarzen Gold" der Region Périgord im Südwesten des Landes. Sie nehmen die knolligen schwarzen Pilze in die Hand, schneiden dünne Scheiben ab und riechen daran. Die Fahnder suchen nach billigen Import-Trüffeln aus China, die von skrupellosen Händlern immer wieder unter die heimischen Pilze gemischt werden.
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Chinesische Billigware zwischen Delikatesse
Für die Händler ist das ein lukratives Geschäft: Die chinesischen Import-Pilze sind etwa 20 Mal günstiger als die echten Périgord-Trüffel, die leicht tausend Euro pro Kilo kosten können. Zudem können nur Kenner die Trüffel aus dem Périgord (tuber melanosporum) von den chinesischen Eindringlingen (tuber indicum) unterscheiden - äußerlich sehen die knolligen Pilze praktisch gleich aus. Und wenn die Importware einige Zeit zwischen französischen Trüffeln gelagert wird, nimmt sie deren typisches, erdiges Aroma auf. Besonders gerissene Betrüger helfen auch schon mal mit künstlichen Aromastoffen nach.
Amt setzt ausgeklügeltes Fahndungssystem ein
Fahnder des französischen Amtes für Betrugsbekämpfung in Paris setzen bei der Jagd nach China-Trüffeln daher auch Mikroskope und sogar Gentests ein. Auf diese Weise würden immer wieder in Fertiggerichten importierte Trüffel entdeckt, sagt die Sprecherin der Behörde, Claudine Muckensturm. Der Verbraucher wird damit hinters Licht geführt, weil in Frankreich der Begriff "Trüffel" nur für die Pilze aus dem Périgord verwendet werden darf.
Parasiten an Baumwurzeln werden rar
Der hohe Preis für die Delikatesse ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass es immer weniger echte Périgord-Trüffel gibt. Während vor einigen Jahrzehnten noch jährlich rund tausend Tonnen auf den Markt kamen, sind es heute nur noch 25 Tonnen. Ein Grund ist die zunehmende Zerstörung des Lebensraum dieser Pilze, die unterirdisch als Parasiten in Baumwurzeln wachsen.
China exportiert jährlich 300 Tonnen Trüffel
Die chinesischen Trüffel stammen vor allem aus der Sichuan-Region an den Ausläufern des Himalaya, wo sie lange Zeit als Kraftfutter für Schweine verwendet wurden. Erst in den 90er Jahren entdeckten die Chinesen das Export-Potential der auch Tuber genannten Schlauchpilze. Heute blüht die chinesische Produktion: Jährlich werden rund 300 Tonnen geerntet, von denen etwa 15 nach Frankreich exportiert werden. Dies ist durchaus legal - solange der Verbraucher über die Herkunft informiert wird.
"Wir wollen die Branche säubern"
"Wenn die Pilze klar als chinesische Produkte verkauft werden, ist das kein Problem für uns", betont Patrick Rejou vom französischen Verband der Trüffel-Erzeuger. Doch immer häufiger würden China-Trüffel illegalerweise als französische verkauft. Dagegen will die Pariser Anti-Betrugsbehörde nun in einer großangelegten Aktion vorgehen. "Wir wollen die Branche säubern", betont Muckensturm. Den Erzeugern reicht dies freilich nicht. Sie fordern eine geschützte Herkunftsbezeichnung (AOC), um die heimischen Produkte besser zu schützen.
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Quelle: t-online.de
, AFP