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Bio-Branche: Preiskrieg lässt Umsätze einbrechen

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Preiskrieg lässt Bio-Umsätze einbrechen

28.12.2009, 08:50 Uhr | AP

Bio-Lebensmittel: Trotz steigender Nachfrage weniger Umsatz (Foto: dpa) (Quelle: dpa) Bio-Lebensmittel: Trotz steigender Nachfrage weniger Umsatz (Quelle: dpa)Katerstimmung in der Bio-Branche: Nach jahrelangen zweistelligen Zuwachsraten verzeichnete der Handel mit Öko-Produkten 2009 erstmals Umsatzrückgänge. In den bis Oktober verfügbaren Zahlen haben die Verbraucher laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 1,6 Prozent weniger für Bio-Lebensmittel und -Getränke ausgegeben. Schuld sei allerdings weniger die Krise, als vielmehr der Preiskrieg im Einzelhandel, sagte GfK-Experte, Helmut Hübsch. So mussten etwa die Discounter, die in den letzten Jahren viele neue Verbraucher für Bio-Produkte gewonnen haben, ein Umsatzminus von mehr als drei Prozent hinnehmen. Hinzu kamen laut Hübsch besonders gute Ernten im zweiten Halbjahr, die den Preis nach unten getrieben hätten.

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Preise bei Bio eher zweitrangig

Insgesamt sind Bio-Produkte für Verbraucher aber weiterhin eine attraktive Alternative zu konventionellen Lebensmitteln. Die Nachfrage stieg in den ersten drei Quartalen laut Hübsch um knapp zwei Prozent. Auch in Krisenzeiten legten viele noch immer Wert auf Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau, erklärte er. Überzeugte Biokäufer, die meist zu den Besserverdienern gehörten, achteten dabei auch nicht auf die im Vergleich zu normalen Lebensmitteln noch immer höheren Preise, sagte auch Bio-Experte und Unternehmensberater Klaus Braun.

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Kunden bei der Stange halten

Wichtig sei nun, neue Kunden zu gewinnen und schwankende Verbraucher bei der Stange zu halten. "Die Branche muss mehr Überzeugungsarbeit leisten und erklären, dass Bio-Produkte nicht nur etwas mit 'besser Schmecken' zu tun haben", sagte Hübsch. Vor allem in Ostdeutschland sei die Nachfrage von Biokost noch gering. Braun rechnet derweil damit, dass in den kommenden Jahren im Bio-Fachhandel eine Konsolidierungsphase einsetzen wird. Der Trend gehe eindeutig zu immer größeren Märkten. "Wenn sich der kleine Bio-Laden von Nebenan gegen die Großen behaupten will, muss er versuchen, sein Sortiment zu spezialisieren und sich damit neue Nischen schaffen", sagte er.

"Bewusstes Einkaufen bleibt wichtig"

Nicht klagen kann der Faire Handel: Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel sind auch 2009 weiter zweistellig gewachsen. "Bewusstes Einkaufen bleibt für die Menschen wichtig", sagte der Geschäftsführer der Siegel-Organisation TransFair, Dieter Overath. Vor allem Blumen zählten in den ersten drei Quartalen mit einem Plus von 50 oder das Saftsortiment mit 30 Prozent zu den Wachstumstreibern. Selbst der längst etablierte fair gehandelte Kaffee konnte noch einmal um zehn Prozent zulegen. Den anhaltenden Wachstumstrend kann auch die Fair-Handelsorganisation Gepa bestätigen, wenn auch weniger deutlich. Wegen des anhaltenden Konjunkturtiefs macht sich die Organisation allerdings kaum Sorgen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass selbst Leute mit weniger Einkommen noch fair gehandelte Produkte kaufen würden, weil es ihnen auf die Unterstützung einer guten Sache ankäme, sagte sie.

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Quelle: dapd , t-online.de

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