Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Biotextilien: Falsche Biowolle als Bio verkauft

...

Das Geschäft mit falscher Biowolle

28.02.2010, 13:47 Uhr | Financial Times Deutschland, Jens Brambusch 

Betrug mit falscher Biobaumwolle  (Quelle: Reuters) Betrug mit falscher Biobaumwolle (Quelle: Reuters)Wo "Biobaumwolle" draufsteht, ist nicht immer Biobaumwolle drin. Deutsche Händler haben zertifizierte Ökotextilien verkauft - aus gentechnisch veränderten Rohstoffen.

Öko-Mode immer mehr gefragt

Der Ökotrend hat es bis auf den Laufsteg geschafft. Bei der Berliner Fashion Week sind die Kreationen aus organischen Stoffen der letzte Schrei. Models posieren im Scheinwerferlicht, ihre Körper sind von "100 Prozent Bio" umhüllt. Im Prenzlauer Berg gibt es einen "Eco-Catwalk", in Kreuzberg mit der "TheKey.to" sogar eine eigene Messe für die grüne Avantgarde.

feelGreen.de - Öko-Kleidung

Umsatz mit Bio-Klamotten steigt stetig

Die Modewelt giert nach Stoffen aus organisch angebauter Baumwolle. Was als Nischenprodukt seinen Anfang nahm, hat längst die Straße erobert. Umweltbewusste Kunden in Europa und den USA sind bereit, für Kleidung aus Biofasern mehr zu bezahlen als für herkömmliche Textilien. Fast alle großen Modeketten haben eigene Ökolinien auf den Markt gebracht, darunter Giganten wie Nike, Hennes & Mauritz  (H&M), C&A, Wal Mart  oder Zara. Der Jahresumsatz mit Biotextilien hat sich von 2006 bis heute beinahe vervierfacht - auf geschätzte vier Milliarden US-Dollar.

Falsche Biowolle

Ein Boom, bei dem sich auch unsaubere Geschäftemacher bereichern. Nach Recherchen der "Financial Times Deutschland" (FTD) wurde im vergangenen Jahr in großem Stil indische Baumwolle als "organisch" verkauft, obwohl sie Spuren gentechnisch manipulierter Rohware enthielt. Zwei Zertifizierungsunternehmen versahen die geernteten Fasern dennoch mit dem Siegel "Bio". Hauptabnehmer der falsch deklarierten Baumwolle sind Textilketten, die auch in Deutschland stark vertreten sind. C&A und Tchibo geben sich überrascht, Hennes&Mauritz räumt ein, man habe von dem Vorfall gewusst und könne "nicht ausschließen, dass etwas von dieser Baumwolle für H&M-Kleidungsstücke verwendet worden sein könnte".

Farmer kennen sich aus

Der Schwindel flog vor einem Jahr auf. In Dutzenden Dörfern der indischen Provinzen Madhya Pradesh und Maharashtra, die vor allem vom Baumwollanbau leben, war gentechnisch verändertes Saatgut ausgesät worden. Die Farmer wissen, wie lukrativ das Geschäft ist: Gentechbaumwolle steigert kurzfristig die Erträge. Und Biobaumwolle ist meist teurer als konventionelle - um bis zu 50 Prozent.

Zertifizierer unter Verdacht

Lokale Medien deckten auf, dass die gentechnisch veränderte Ware unter dem Bio-Label vermarktet wurde. Die indische Agrarbehörde Apeda schritt ein und belegte die beteiligten Firmen mit einem Strafgeld: Neben dem indischen Fairtrade-Unternehmen Raj Eco Farm waren dies die Zertifizierer Ecocert aus Frankreich und Control Union aus den Niederlanden. Ob die Zertifizierer die Ware wissentlich falsch auszeichneten oder nicht, ist unklar. Fakt ist: Mit den Siegeln von Ecocert und Control Union deklarieren europäische Handelsketten ihre Ware als "100 Prozent organisch". H&M wirbt mit der Produktlinie "Organic Cotton", die reine Ökobaumwolle verspricht. C&A und Tchibo versprechen ihren Kunden "100 Prozent Bio".

Tchibo und C&A wollen Behauptungen nachgehen

Tchibo spricht von einem "Gau" und kündigt an, ein unabhängiges Labor einzuschalten, um seine Ware zu überprüfen. Die Hamburger versichern ebenso wie C&A, dem Fall auf den Grund zu gehen. Ein C&A-Sprecher sagt, "wenn an den Vorwürfen etwas dran sei, sei das kriminell und ein juristischer Verstoß". H&M erklärt, man habe mit dem Zertifizierer gesprochen, "damit sich ein solcher Fehler nicht wiederholt".

"Vieles basiert auf Gerüchten"

Der Betrug ist nach Ansicht von Experten kein Einzelfall, sondern eher Indiz für ein massives Aufkommen gentechnisch manipulierter Biobaumwolle. Das Ausmaß ist allerdings nur schwer auszumachen, verlässliche Daten existieren nicht. "Vieles basiert auf Gerüchten", sagt Peter Tschannen, Geschäftsführer des Schweizer Biotextilherstellers Remei, der bereits im vergangenen Geschäftsbericht auf größere Betrugsfälle in Indien hingewiesen hat.

Vorfall hätte Konsequenzen für alle

Anstatt den Betrug öffentlich zu machen, versuchen Zertifizierer, Dachverbände und Nichtregierungsorganisationen, den Vorfall unter der Decke zu halten. Die Angst ist groß, die Idee des Ökoanbaus zu gefährden, der Farmern oft ein besseres Einkommen bringt und der Natur Pestizide und Düngemittel erspart. Erst auf Nachfrage beim Weltbioverband Ifoam bestätigt Geschäftsführer Markus Arbenz die Vorkommnisse. Er befürchtet gravierende Auswirkungen für die ehrlichen Baumwollproduzenten: "Mit einer Skandalisierung haben die Kleinbauern, die mit 'Bio' der Armutsfalle entrinnen können, das Nachsehen."

Weiter mit Teil 2


Quelle: Financial Times Deutschland

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Biotextilien: Falsche Biowolle als Bio verkauft " verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Biotextilien: Falsche Biowolle als Bio verkauft " gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: "Biotextilien: Falsche Biowolle als Bio verkauft "

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Große Schuhvielfalt
Neue Frühlings-Trends von zalando.de

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr

Einkaufswelt
Mode von Laura Kent
Neue Frühlings-Trends von Laura Kent - bei WENZ

Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ

Einkaufswelt
Grills und Gartenkamine
Grills & Gartenkamine von plus.de

Jetzt aus über 150 Marken-Grills den passenden auswählen!
bei plus.de

Einkaufswelt
Sexy Kleider & Röcke
Kleider und Röcke für sexy Kurven - von happysize.de

Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Eurozone steckt in "Hochrisiko-Situation"
Die Wirtschaft in der Eurozone droht weiter abzurutschen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eindringliche Warnung der OECD. mehr

Bundesliga drohen chaotische Zustände
Die Fans stürmen den Platz - Herthas Lell versteht die Welt nicht mehr. (Quelle: imago)

Termin-Desaster durch Skandalspiel? mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige