28.12.2011, 08:25 Uhr | dpa-AFX
SGL Group im Visier der Autokonzerne (Foto: dpa) BMW setzt voll auf Karbon und sichert sich über 15 Prozent am Kohlenstoff-Spezialist SGL Group. Damit geht der Kampf um die Wiesbadener in die nächste Runde. Denn auch Volkswagen ist an einer engen Zusammenarbeit mit SGL interessiert und hatte sich ein dickes Stück vom Kuchen des Karbonspezialisten gesichert. Zuvor war BMW-Großaktionärin Susanne Klatten mit rund 29 Prozent bei SGL eingestiegen.
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BMW habe sich 15,16 Prozent der Anteile an der SGL Carbon SE in Wiesbaden gesichert, teilte der Autobauer mit. Das Unternehmen verstärke damit den Einsatz von karbonfaserverstärkten Kunststoffen im Autobau und somit die Ausrichtung auf den Leichtbau. Finanzielle Details wurden nicht genannt. SGL begrüßte laut einem Sprecher den Einstieg. Damit werde die Wertschätzung der erfolgreichen Zusammenarbeit dokumentiert. An der Börse zog der SGL-Kurs deutlich an. BMW-Aktien gaben dagegen leicht nach.
Mit dem Einstieg verweist BMW den Konkurrenten VW in die Schranken. VW war Anfang 2011 überraschend bei SGL eingestiegen und hält rund zehn Prozent an dem Unternehmen. Im Gegensatz zu BMW unterhält VW aber kein Gemeinschaftsunternehmen mit den Wiesbadenern. BMW und SGL arbeiten dagegen seit gut zwei Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen.
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"Das Thema Leichtbau spielt in der Automobilindustrie zukünftig eine immer größere Rolle. Die Beteiligung an der SGL Group ist ein konsequenter Schritt, um die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit zu untermauern", sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner. SGL macht derzeit zwar weniger als fünf Prozent seiner Umsätze mit der Autoindustrie. Doch mit dem Start neuer Modelle dürfte sich der Anteil in den kommenden Jahren laut einem Sprecher deutlich erhöhen.
BMW-Großaktionärin Susanne Klatten verfügt mit ihrem SGL-Anteil bereits über eine Sperrminorität bei dem Kohlenstoffspezialisten. Dies sichert ihr Einfluss bei künftigen Weichenstellungen. Und damit gibt sie sich offenbar zufrieden. Nach Aussage von Klattens Investmentgesellschaft Skion plane sie keine Übernahme des Karbon-Herstellers. Auch die Anteile sollten nicht aufgestockt werden. Klatten hält an BMW über zwölf Prozent. Laut Skion gibt es aber keine Poolverträge. Das seien zwei getrennte Veranstaltungen. Die Entscheidung zum Einstieg sei vom BMW-Vorstand in alleiniger Entscheidung gefällt worden.
VW kommentierte den Schritt von BMW nicht. Derzeit halte VW 9,9 Prozent der SGL-Anteile, sagte ein VW-Sprecher. Spekulationen über eine mögliche Aufstockung des Anteils wollte er nicht kommentieren. Die Wolfsburger sehen ihre SGL-Beteiligung demnach als reines Finanzinvestment.
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Quelle: dpa-AFX
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