vom Tue Feb 09 07:26:35 CET 2010 | apn, dpa
Neuer Fracht-Jumbo 747-8 im Landeanflug (Foto: ap) Mit einem Jahr Verspätung hat der neue Jumbo-Jet von Boeing, die 747-8, ihren Jungfernflug erfolgreich absolviert. Das bislang größte Flugzeug von Boeing startete und landete auf dem Werksgelände in Everett in der Nähe von Seattle. Der Flug dauerte knapp vier Stunden. Damit hat Boeing eine Sorge weniger: Im Dezember hatte der kleinere Langstrecken-Flieger 787 "Dreamliner" erstmals abgehoben.
"Das Flugzeug hat wie erwartet funktioniert", sagte Jumbo-Chefpilot Mark Feuerstein, der mit seinem Copiloten Tom Imrich einen Rundflug über dem Staat Washington unternahm. Insgesamt soll die neue 747 bei 1600 Flugstunden getestet werden. Die Maschine mit dem charakteristischen Buckel ist etwas länger als ihr Vorgänger 747-400, der bis heute bei vielen Fluggesellschaften in der ganzen Welt verbreitet ist. Sie ist nach Firmenangaben sparsamer, leiser und umweltfreundlicher.
Für die Frachtversion liegen bereits 76 Bestellungen vor. Wichtigster Kunde ist bislang die Deutsche Lufthansa. Die Deutsche Lufthansa hat 20 Jumbos bestellt, die ab 2011 nach und nach eintreffen sollen. Derzeit fliegen bereits 30 der Vorgängertypen auf den Interkontinental-Strecken. Die erste Maschine soll in diesem Jahr an die luxemburgische Cargolux ausgeliefert werden. Für die Passagierversion verzeichnet der Konzern weniger Nachfrage: Dafür gibt es insgesamt 32 Bestellungen.
Die 747-8 ist eine Antwort auf den Airbus A380. Die Maschine ist aber deutlich kleiner. Auch vom A380 sollte es einen Frachter geben. Das Projekt wurde aber im Jahr 2007 auf Eis gelegt, weil die Paketdienste FedEx und UPS ihre Bestellungen stornierten und es keine Interessenten mehr gab. Der erste Passagier-A380 wurde schon 2007 in Dienst gestellt. Boeing argumentiert bei Kunden, dass die Größe der 747-8 im Vergleich zum A380 von Vorteil ist. Nach Darstellung des Unternehmens ist die Maschine billiger im Unterhalt. Außerdem können mehr Flughäfen erreicht werden. Die 747-8 hat einen Listenpreis von mehr als 300 Millionen Dollar. Fluggesellschaften bekommen aber meist großzügige Rabatte.
Boeing ist mit seinem Zeitplan um etwa ein Jahr verspätet und rechnet deswegen mit zusätzlichen Kosten von einer Milliarde Dollar. Die Auslieferung der ersten 747-8 war eigentlich für Ende 2009 geplant. Wegen Änderungen an der Konstruktion, Ingenieursmangel und einem Streik konnte dieser Termin nicht gehalten werden. Bereits beim Dreamliner hatte es erhebliche Verzögerungen gegeben.
apn, dpa
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