
26.10.2011, 13:44 Uhr | Financial Times Deutschland
Für Boeings Karbonflieger wird es ernst. An diesem Mittwoch startet der Dreamliner den regulären Passagierbetrieb. Fast zeitgleich warnt eine US-Behörde vor Risiken: Die Tücken der Maschine dürften sich erst im Alltag zeigen.
Kurz vor dem ersten Passagierflug der japanischen Fluggesellschaft ANA mit dem Dreamliner legt der Bericht einer wichtigen US-Behörde mögliche Risiken des neuen 787-Modells offen. Das etwa mit dem Bundesrechnungshof vergleichbare "Government Accountability Office" (GAO) kommt zu dem Schluss: Boeings Karbon-Flugzeug ist zwar nach bisherigen Erkenntnissen sicher. Jedoch könnten im Alltagsbetrieb Risiken auftreten, die bislang in der Luftfahrt unbekannt sind.
Das GAO ist eine Art oberste Prüfinstanz in den Vereinigten Staaten. Die Behörde musste untersuchen, ob bei der Zulassung des neuen Boeing-Modells durch die US-Luftfahrtaufsicht FAA alles mit rechten Dingen zuging. Die 787 ist das erste Flugzeug einer neuer Generation. Rumpf und Flügel bestehen nicht aus Aluminium, sondern aus leichtem, aber hochfestem Kunststoff. Dies soll Treibstoff sparen.
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Zugelassen worden war der Dreamliner im August kurz vor der Erstauslieferung - und zwar sowohl von der amerikanischen FAA als auch ihrem europäischen Gegenstück, der Easa. Beide Behörden verpflichteten Boeing zu gut einem Dutzend Sicherheitsvorgaben mehr, als es bei herkömmlichen Maschinen aus Alu der Fall gewesen wäre.
Beispielsweise gab es besondere Auflagen und Tests, um die Maschinen vor Schäden bei Blitzeinschlägen zu schützen. Der Dreamliner wurde mit drei Jahren Verspätung ausgeliefert - auch, weil das neue Material Boeing selbst vor Probleme stellte. Fazit des 50-Seiten Berichts des GAO: Zwar gab es keine Mängel bei der Zulassung. Dennoch müssen Hersteller und Betreiber auf künftige Überraschungen mit dem Dreamliner gefasst sein.
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Ingesamt formuliert die Behörde vier sicherheitsrelevante Bedenken. So gebe es bisher wenig Erfahrung damit, wie sich das neue Flugzeugmaterial - so genannte Composite-Strukturen - beim dauerhaften Alltagsbetrieb verhält. Zudem seien Reparaturverfahren noch zu wenig standardisiert.
Einige technische Fragen seien noch offen, etwa wie Beschädigungen des Materials gefunden werden und wie diese einzuordnen sind. Und schließlich müssten Flughafen-Beschäftigte, Techniker und selbst die Sicherheitsexperten im Umgang mit dem Dreamliner sowie seiner Wartung und Reparatur besser geschult werden. Gleichzeitig beruhigt das GAO: Übertriebene Befürchtungen seien fehl am Platze. Hinter den Bedenken stünden weder außergewöhnliche Sicherheitsrisiken - noch seien sie unüberwindbar.
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Auf das neue Material und die moderne Technologie mussten auch die Zulassungsbehörden ihre Sicherheitsvorschriften umstellen. Wichtig sind die aktuellen Erfahrungen daher auch für EADS Airbus: Denn Boeings europäischer Rivale will 2013 ebenfalls einen Karbonfieger auf den Markt bringen, den Airbus A350. Dessen Struktur besteht ebenfalls zu mehr als 50 Prozent aus Kunststoff.
Der GOA-Bericht zeigt auch detailliert auf, welche zusätzlichen Sicherheitsforderungen die Zulassungsbehörde machte, bevor sie den Kunststoffflieger abnahm. Wie wird der Dreamliner vor Feuer geschützt? Wie müssen die Tanks an den Flügeln gegen Risse oder Einschläge gewappnet sein? Und wie muss sich die Maschine im Falle eines Aufprall verhalten? Das waren einige der Fragen, die Boeing beantworten musste. Denn während sich Aluminium bei Belastung zunächst verformt, ist Karbon zwar widerstandsfähiger, bricht dann aber schlagartig. Risse in dem Material sind zudem schwer erkennbar.
Dass die verschärften Sicherheitsauflagen erforderlich sind, zeigt sich schon jetzt in der Praxis. So gab es am ersten nagelneuen japanischen 787-Modell eine kleine Beschädigung an der Triebwerksverkleidung. Dies passierte beim Rangieren mit einer Fluggastbrücke. Bei einem Alu-Flugzeug wäre ein solcher Schaden nicht der Rede wert gewesen. Und während eines Vorbereitungsfluges schlug auch schon der Blitz ein.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Dani schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 21:22:55
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Karbonbedenken
Ich würd nich zu viele Bedenken haben. letztendlich setzten sie nur das um was in der Sportfliegerei schon gang und gebe ist.
Bspw. sind mittlerweile fast alle Segelflugzeuge aus Glas bzw Kohlefaserverbundstoffen. Also warum nicht mal eien Maßstab größer
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iceman schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 21:20:18
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@Miss Piggy
Wenn ich dieses Statement lese, wird mir Angst und Bange um Deutschland und dessen Sprache. Wer derart ungebildet ist, sollte
sich hier nicht outen, vor allem nicht zu Fachthemen. Einfach nur peinlich!
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seppel schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 21:14:44
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Boeing 787
Man sollte erst mal abwarten wie sich das Zusammenspiel von neuem
Verbundstoff und der Technik bewärt.
Neuen Jet Typen wurde
schon öfters Skepsis entegen gebracht.
Und oft unbegründet.
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