16.12.2009, 09:25 Uhr | dpa
Der Dreamliner von Boeing startet zu seinem Jungfernflug (Foto: dpa)
Weltpremiere für den Boeing-"Dreamliner": Der Superjet der Baureihe 787 hat am Dienstag im Norden der USA einen reibungslosen Jungfernflug hingelegt. Nach fast drei Jahren Start- Verzögerung aufgrund von Produktionsproblemen konnten die Flugzeugtechniker endlich aufatmen. Lediglich das Wetter spielte nicht ganz mit: Der Testflug, der ursprünglich auf fünfeinhalb Stunden angesetzt worden war, musste wegen einer Regenfront verkürzt werden. Drei Stunden nach seinem Start auf dem Flugfeld des Boeing-Werks in Everett nahe Seattle (US-Bundesstaat Washington), setzte das 57 Meter lange Flugzeug um 13.34 Ortszeit (22.34 MEZ) sanft wieder auf dem Boden auf.
Begleitet von zwei Militärjets war der "Dreamliner" testweise über dem Pazifik gekreist. Für den Erstflug hatten sich am Boeing-Werk tausende Luftfahrt-Fans und Boeing-Mitarbeiter versammelt und Start und Landung jubelnd begleitet. "Die Entwicklung (des "Dreamliners") war nicht unproblematisch", sagte Boeing-Chef Jim McNerney, "Wir mussten alle sehen, wie er in die Luft ging. Das ist für uns alle sehr aufregend." Fernsehstationen aus der ganzen Welt berichteten live über das Ereignis.
Beim Dreamliner setzt Boeing so stark wie bei keinem anderen bisherigen Flugzeug auf Kohlefaser statt dem üblichen Aluminium. Das macht die Maschine einerseits deutlich leichter und sparsamer - die 787 soll ein Fünftel weniger Treibstoff verbrauchen. Dieses Versprechen zog die Fluggesellschaften in Scharen an: Mit 865 Bestellungen ist der Dreamliner jetzt schon Boeings erfolgreichstes Flugzeug. Die neuartige Konstruktion sorgte aber auch für Produktionsprobleme und massive Verzögerungen. Das führte zu ersten Abbestellungen und Milliarden-Belastungen. Die zuständigen Boeing-Manager wurden ausgewechselt.
Die jüngsten Schwierigkeiten in der langen "Dreamliner"- Pannenserie betrafen die Verbindung von Rumpf und Tragflächen des High-Tech-Flugzeugs. Deshalb musste der Erstflug im Sommer um knapp ein halbes Jahr verschoben werden. Die Antwort von EADS auf den Dreamliner, der Airbus A350, kommt ebenfalls später als zunächst geplant und soll nun 2013 abheben. Der europäische Flugzeugbauer hat für die Maschine, die ebenfalls zu einem großen Teil aus Kohlefaser besteht, inzwischen bereits 505 Bestellungen.
Quelle: dpa , t-online.de
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