20.04.2008, 14:08 Uhr | AFP / dpa-AFX / dpa / T-Online
Boeings Dreamliner kommt später (Foto: dpa) Der Boeing-Langstrecken-Jet 787 Dreamliner wird später ausgeliefert als geplant. Boeing gab am Mittwoch bekannt, dass die ersten Maschinen im dritten Quartal 2009 an die Kunden übergeben werden. Der Flugzeugbauer hatte den Liefertermin schon mehrmals verschoben, zuletzt Mitte Januar wegen technischer Probleme. Die Börse reagierte mit einem Kursplus: Die Boeing-Aktie stieg sowohl in Frankfurt als auch in New York um mehr als vier Prozent. Händler werteten den neuen klaren Zeitplan nach der Ungewissheit zuletzt sowie die unveränderte Gewinnprognose positiv.
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Zulieferprobleme Hauptgrund für Verschiebung
Eigentlich sollte die japanische All Nippon Airways die ersten Maschinen des neuen Boeing-Fliegers schon im Mai dieses Jahres übernehmen. Damit wurde der Terminplan für das Prestigeprojekt jetzt zum dritten Mal innerhalb von sechs Monaten über den Haufen geworfen. Das Dreamliner-Projekt ist vor allem wegen Zuliefer-Problemen aus dem Ruder gelaufen.
Dreamliner-Variante auf der Kippe
Luftfahrtexperten und viele Fluggesellschaften vermuteten schon seit längerem, dass es zu weiteren Verzögerungen kommen würde. Einer der größten Boeing-Kunden, die Leasing-Gesellschaft International Lease Finance, bezweifelte kürzlich eine Auslieferung der ersten Maschinen vor September 2009. Die Die Probleme könnten nun dazu führen, dass Boeing eine der drei geplanten Varianten der Maschine verschiebt oder gar kippt, schreibt die "Times".
Auch der Erstflug verzögert sich
Der Erstflug des Dreamliner ist nun für das vierte Quartal dieses Jahres geplant statt wie zuletzt bis zur Jahresmitte. 2009 sollen nur etwa 25 Maschinen an die Kunden gehen von einst geplanten mehr als 100. Der Flugzeugbauer wechselte außerdem den Chef des Programms aus.
Zusammenarbeit mit Zulieferern klappt nicht
Hauptgründe der Verzögerungen seien, dass in der Endmontage Arbeit der Zulieferer übernommen werden müsse. So dauerten Zusammenbau und Tests länger als erwartet, sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte bei Boeing, Scott Carson. Im neuen Zeitplan sei aber zusätzlich Luft vorgesehen. Wie auch bei den früheren Verzögerungen versprach Carson, dass die neuen Fristen eingehalten würden.
Strafzahlungen drohen
Dem Hauptkonkurrenten des europäischen Herstellers Airbus drohen jetzt milliardenschwere Umsatzausfälle und hohe Strafzahlungen. Der Dreamliner ist jedoch mit mehr als 850 Bestellungen immer noch das bislang am meisten georderte Flugzeug der Konzerngeschichte. Der Wert der Bestellungen nach Listenpreis beträgt mehr als 100 Milliarden Dollar (rund 63,5 Mrd. Euro). Allerdings wird bei Bestellungen, zumal von mehreren Maschinen gleichzeitig, der Listenpreis kaum jemals gezahlt.
Keine Alternative für Kunden
Die erneute Verschiebung müssen die Kunden mangels Alternative wohl oder übel hinnehmen. Der Grund: Das Airbus-Pendant zum Dreamliner, der neue Langstreckenflieger A350 XWB, musste bisher ebenfalls mehrfach überarbeitet werden und soll erst 2013 auf den Markt kommen (vgl. EADS-Aktie).
Gewinnziele angeblich nicht in Gefahr
Boeing hält unterdessen trotz der angekündigten Verzögerungen an den Jahreszielen fest. Obwohl sich die Entwicklungskosten für den Dreamliner stark erhöhen dürften, rechnet der Flugzeugbauer nicht mit Belastungen beim Gewinn. Er soll pro Aktie 2008 weiterhin bei 5,55 bis 5,75 Dollar liegen.
Boeing-Aktie steigt
Die Börse reagierte mit einem Kursplus: Die Aktie stieg zum Handelsstart am Mittwoch um rund drei Prozent auf 77,27 Dollar. Händler werteten den neuen klaren Zeitplan nach der vorherigen Ungewissheit positiv, ebenso die unveränderte Gewinnprognose.
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Quelle: t-online.de
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