30.08.2010, 13:17 Uhr | dpa-AFX, AFP
Der Boeing Dreamliner soll 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als Flugzeuge vergleichbarer Größe (Foto: dpa)
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat den Auslieferungstermin für seinen ersten Dreamliner 787 erneut verschoben. Das erste Modell könne erst Mitte des ersten Quartals 2011 ausgeliefert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Auch Boeing-Konkurrent Airbus kämpft derzeit mit Problemen. Die Produktion des kommenden A350 wird angeblich langsamer anlaufen, als bislang geplant.
Grund für die neue Verzögerung sind Probleme mit den Triebwerken von Rolls-Royce - das für die noch nötigen Abschlusstests nötige Triebwerk stehe nicht rechtzeitig zur Verfügung, teilten Boeing und der britische Hersteller mit. Boeing hatte bereits im Juli gewarnt, dass sich das Lieferdatum nach hinten verschieben könnte. Die Verzögerung werde sich aber nicht auf den Geschäftsausblick auswirken, erklärte das Unternehmen am Freitag.
Boeing macht seine Zukunft von dem mittelgroßen Flugzeug abhängig. Es ist das erste neue Modell seit mehr als zehn Jahren. Bei Langstreckenflügen soll die Dreamliner bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Japans ANA hat insgesamt 55 Dreamliner bestellt, um ihre Flotte der kerosinschluckenden Maschinen allmählich durch umweltfreundlichere Modelle zu ersetzen.
Boeing startete das Dreamliner-Programm im April 2004 und hatte zunächst geplant, das erste Flugzeug im ersten Halbjahr 2008 an ANA zu liefern. Doch die Maschine, die Sitzplätze für 330 Passagiere bietet, konnte erst im Dezember vergangenen Jahres zu ihrem Jungfernflug abheben. Die Verzögerungen im 787-Programm haben Boeing bereits Milliarden von Dollar gekostet. Mehrere Fluggesellschaften stornierten ihre Bestellungen.
Auch der Boeing-Konkurrent Airbus kämpft mit Problemen. Die Serienproduktion des neuen Langstreckenflugzeugs A350 wird laut einem Pressebericht wesentlich langsamer anlaufen als ursprünglich geplant. Der europäische Flugzeugbauer habe seine Ziele für die Jahre 2013 bis 2015 im Vergleich zu den Planzahlen aus 2007 deutlich gesenkt. Das berichtete die Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos". 2013 sollten statt 18 nur 10 Maschinen gebaut werden und 2014 werde nun mit 40 statt 51 Flugzeugen gerechnet. Für 2015 liege das neue Produktionsziel bei 60 Maschinen. Ursprünglich sollten es 83 sein. 2016 sollen dann jährlich allerdings 120 Flieger gebaut werden - was der geplanten Vollauslastung entspricht.
Die EADS-Tochter wollte den Bericht am Freitag nicht bestätigen, verwies aber darauf, dass die Vergleichszahlen drei Jahre alt seien. "2007 ist verdammt lang her. Seitdem gab es unter anderem die Wirtschaftskrise", sagte ein Sprecher in Toulouse. Zudem habe auch das Großraumflugzeug A380 länger Ressourcen gebunden als erwartet.
Am kommenden Dienstag will Airbus auch in Deutschland mit der Produktion der ersten Bauteile für die mittelgroße Langstrecken-Maschine beginnen. 2013 soll die erste A350 ausgeliefert werden. "Daran halten wir fest", kommentierte Airbus am Freitag.
Quelle: AFP , dpa-AFX
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