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Magazin: Boeings Dreamliner verzögert sich weiter
08.11.2010, 07:46 Uhr | dpa-AFX, bab
Boeings 787 bei einem Testflug (Foto: imago)Beim neuen Langstreckenflieger von Boeing, dem 787 Dreamliner, gibt es offenbar weitere Verzögerungen. Wie "Aviation Week" berichtet, müssen einzelne Fluggesellschaften noch länger auf die Auslieferung warten. Schlimmstenfalls könne die Verzögerung bis zu zehn Monate betragen, berichtet das Magazin unter Berufung auf Branchenkreise auf seiner Website. Bereits jetzt liegt das Modell fast drei Jahre hinter dem Zeitplan.
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Nach offizieller Aussage soll der erste Dreamliner um den Februar herum an die japanische All Nippon Airways gehen. Laut "Aviation Week" haben andere Kunden weniger Glück: So könne Japan Airlines ihren 787 erst mit drei Monaten Verzögerung im Juni 2011 in Empfang nehmen, Air India müsse schlimmstenfalls weitere sechs Monate bis zum Oktober 2011 warten und Korean Air sogar zehn Monate bis zum August 2012.
Kein Kommentar von Boeing
Boeing äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Es tauchen immer neue Probleme auf. Mal haben Kunden zeitaufwendige Sonderwünsche, mal kommen die neuen Rolls-Royce-Triebwerke zu spät, ein anderes Mal schlampt ein italienischer Zulieferer beim Höhenleitwerk. Seit Monaten halten sich deshalb hartnäckig Spekulationen über weitere Verzögerungen bei dem Prestige-Projekt.
Hoffnungsträger und Sorgenkind
Der Dreamliner ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Dank einer neuartigen Konstruktion aus leichten Verbundmaterialien erhoffen sich Boeing und die von hohen Spritpreisen geplagten Airlines deutliche Treibstoffeinsparungen. Gerade die neuen Materialien machten aber von Anfang an Probleme. Auch der neue, verlängerte Jumbojet 747-8 wird verspätet ausgeliefert.
Pannenserie kostet Milliarden
Für Boeing bedeutet jede weitere Verzögerung einen noch höheren Anstieg der Kosten. Bereits jetzt hat die Pannenserie den Flugzeugbauer einen Milliardenbetrag gekostet. Etliche Kunden sprangen ab, andere verlangten Schadensersatz für die lange Wartezeit. 847 Maschinen sind bislang verkauft; seit dem Sommer kam kein neuer Auftrag hinzu. Von den Maschinen gehen 15 Stück an Air Berlin; ursprünglich waren es einmal 25.
Kleiner Lichtblick
Einziger Lichtblick: abseits der 787 laufen die Bestellungen ordentlich. Das jüngste Geschäft brachte der US-Konzern mit Saudi Arabian Airlines unter Dach und Fach. Die Fluglinie bestellte zwölf Maschinen des Typs 777-300 ER, dazu besteht die Option auf weitere zehn Flugzeuge dieses Typs. Der Listenpreis für die fest bestellten Maschinen liegt bei 3,3 Milliarden US-Dollar, allerdings sind bei diesen Mengen Preisnachlässe üblich.
Quelle: dpa-AFX
, t-online.de